Full text: Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

Ergebnis über die Abhängigkeit der Volkswirtschaft von der Natur. 139 
suchend emporsteigen kann. Der Mensch löst sich mit höherer Kultur und Technik nicht 
von der Natur los, sondern verbindet sich inniger mit ihr, beherrscht fie, indem er sie 
dersteht, aber auch ihren Gesetzen, ihren Schranken sich unterordnet. 
2. Die Rassen und Völker. 
Allgemeines: E. M. Arndt, Einleitung zu historischen Charakterschilderungen. 1810. — 
Fourtet de Lisse, La science politique fondéoe sur la science de l'homme ou éstudes des 
races humaines. 18388. — Vollgraf, Begründung sowohl der allgemeinen Ethnologie durch die 
Anthropologie, wie auch der Staats- und Rechtsphilosophie durch die Ethnologie oder Nationalität 
der Völker. 1851 -5-55 (1864 neu unter d. T.: Staats- und Rechtsphilosophie auf Grundlage einer 
wissenschaftlichen Völkerkunde). — Frankenheim, Völkerkunde, Charakteristik und Physiologie der 
Bölker. 1858. — Knies, die politische Okonomie vom Standpunkte der geschichtlichen Methode. 
1853. S. 57—270: Der nationale Mensch. 2. Aufl. 1883, S. 67-84. — de Gobineau, Versuch 
über die Ungleichheit der Menschenrassen. 4 Bde. 18583 u. 1888; deutsch 1899, bis jetzt 2 Bde. — 
E. Baumstark, Die Volkswirtschaft nach Menschenrafssen, Volksstämmen. J. f. N. 1. F. 5, 1865. — 
J. G. Kohl, Bemerkungen über das Studium der Nationalitäten V.J.Sch. f. VW. u. Kult.⸗ 
Gesch. 12, 1865. — van der Kindere, De la race et de sa part d'inffuence dans les diverses 
manifestations de l'activité des peuples 1868. — Babington, HFallacies of race theories 
as applied to national characteristics. 1895. — Vierkandt Naturvölker und Kulturvölker, ein 
Beiträg zur Socialpsychologie. 1896. 
Vererbung und Varlabilität: H. Spencer, Die Principien der Biologie. 2 Bde. 18685, deutsch 
1876. — Frankis Galton, Heéreditary genius or inquiring into its laws and consequences. 
1869 u. 1802. — Ders., Natural inheritance. 1889. — A. de Candolle, Histoire de la science 
et des savants depuis deux siècles. 1869. — Darwin, Die Abstammung des Menschen. 2 Bde. 
1871, deutsch 1874. — Ribot, Die Vererbung, pfychologische Untersuchung ihrer Gesetze, ethischen und 
socialen Konsequenzen. 1871 und öfter, deutsch 18985. — Weismann, Aufsätze üher Vererbung und 
—— 
1893. — Plötz, Die Tüchtigkeit unserer Rasse und der Egho der Schwachen. 1895. 
Intheree und Ethnologie (Völkerkunde): G. Klemm, Ällgemeine Kulturgeschichte der 
Menschheit. 10 Bde. 1843 — 1852. — Ih. Waitz, Anthropologie der Naturvölker. 6.Bde. 1859 
bis 1872. — Fr. Müller, Allgemeine Ethnographie. 1873 u. 1879. — O. Peschel, Völkerkunde. 
1874 und öfter. — Ratzel, Völkerkunde. 83 Bde. 18852688, 2. Aufl. 1894, 1895. Anthropogeographie. 
2 Bde. 1882, 1891. — J. Ranke, Die heutigen und die vorgeschichtlichen Menschenrassen. 1887. — 
Archiv für Anthrop., Ethnogr. u. Urgeschichte, ed. Ecker, Lindenschmidt ꝛc. — Zeitschrift für Ethnologie, 
od. Bastian, Hartmann ꝛc. 
Aus der unendlichen Zahl von Einzelbeschreibungen seien erwähnt: H. Spencer, Principien 
der Sociologie. 1, 1877. — Schneider, Die Naturvölker. 2 Bde. 1885. — Fritsch, Die Ein— 
zeborenen Südafrikas. 1872. — Nachtigal, Sahara und der Sudan. 8 Bde. 1879 —- 89. — 
Pasfarge, Adamaua. 1895. — Vambétry, Die primitive Kultur des turkotatarischen Volkes. 
1879. — EChwolson, Die semitischen Vöolker. 1872. — Hehn, De moribus Ruthenor um, 1892. — 
Leo, Geschichte der italienischen Staaten. 1, 1829. — Hillebrand, Frankreich, und die Franzosen. 
1874. — Helferich, Engländer und Franzosen. 1882. — G. Ruümelin, Uber den schwäbischen 
Volkscharaktter im Kgr. Würfttemberg. 1883. — Schmoller, Über den nordamerikanischen Volks— 
harakter. Prß. Jahrb. 1866. — Riehl, Die Pfalgu 1857. 
Bog. Goltz, Der Mensch und die Leute. 1880. — Kohl, PDie Völker Europas. 1867 u. 
1873. — LEöher, Land und Leute in der alten und neuen Welt. 3 Bde. 1866. 
58. Überblick über den Gegenstand und die zu Grunde liegenden 
Wissensgebiete. Während wir heute davon ausgehen, daß die Völker physiologische 
und psychologische, durch Bluts- und Geisteszusammenhang verbundene Einheiten sind, 
die einen bestimmten Charakter durch viele Generationen und Jahrhunderte behaupten, 
und während wir deshalb darnach streben, die eigentümlichen Züge der einzelnen Rassen 
und Völker und ihre Ursachen aufzudecken und so ihr Wesen verstehen wollen, ging die 
Wissenschaft von Staat, Gesellschaft und Volkswirtschaft im 18. Jahrhundert von dem 
Glauben an die natürliche Gleichheit der Menschen aus. Sie suchte das Wesen der 
allgemeinen, abstrakten Menschennatur demgemäß festzustellen und aus ihr heraus die 
gesellschaftlichen Einrichtungen zu erklären. Auch heute noch ruht ein großer Teil der 
abstrakteren Betrachtungen der Volkswirtschaftslehre auf der wenigstens innerhalb 
gewisser Grenzen wahren und wohl verwendbaren Annahme eines so ziemlich überein— 
stimmenden Charakters der abendländischen Kulturvölker. Und doch spricht selbst
	        
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