22
wendigen Prozeß der wirtschaftlichen Entwicklung, der nicht nur
die Resultate der Wirtschaftstätigkeit, sondern auch deren Richtung
bestimmt. So wird durch die objektive Notwendigkeit, selbst
Resultat der „freien“ Tätigkeit, die Richtung der letzteren bestimmt.
Das Bestreben nach Kraftersparnis ist der wichtigste
Erhaltungstrieb des Menschen; folglich kann sich der „freie
Wille“ des Menschen nur äußern, wenn er diesem Trieb nicht
entgegenarbeitet. Die wirtschaftliche Tätigkeit eines Menschen
kann also nur in der Richtung der Kraftersparnis liegen, welche
aber von den äußeren Bedingungen abhängt. Da das soziale
Milieu nicht durch einen Menschen geändert werden kann, d. h.
da das wirtschaftende Subjekt nicht die ganze Wirtschaftsordnung
in der für es erwünschten Richtung ändern kann, so wird
auch die Richtung seiner Wirtschaftstätigkeit hinter seinem
Rücken unabhängig von ihm bestimmt.
In der modernen kapitalistischen Gesellschaft, bei der allgemeinen
Anarchie der Produktion, führt dieses Bestreben nach
Kraftersparnis zum Wettbewerb einzelner Wirtschaften, verschiedener
Wirtschaftsformen und sozialen Klassen untereinander
und erweist sich gleichzeitig als ein bedeutendes Kampfmittel.
Denn die Erhöhung der Arbeitsproduktivität — das
Resultat dieses Bestrebens — ist eines der schärfsten Kampfmittel
im modernen Konkurrenzkampf.
Wenn man sagen darf, daß der Mensch selbst seine Wirtschaft
schafft, so schafft er aber auch die Notwendigkeit, der
er immer noch in seiner Tätigkeit unterliegt.
So entspringt die Gesetzmäßigkeit der wirtschaftlichen Erscheinungen
der Zweckmäßigkeit der wirtschaftlichen Tätigkeit,
steht mit ihr in engem Zusammenhang und wird durch sie bedingt.
Daher hat auch der Glaube an den wirtschaftlichen
Fortschritt eine objektive Grundlage in der Gesetzmäßigkeit
der wirtschaftlichen Erscheinungen: die Entwicklung
der Produktivkräfte erweist sich als Resultat
der subjektiven Bestrebungen und gleichzeitig
als notwendiger objektiver Faktor der
wirtschaftlichen Entwicklung. Dieser Faktor be-