Full text : Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

Die Grundbesitzer.

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herrschend war, und dass die Bauern der Regel nach nicht
Eigenthümer, sondern Pächter waren. Es war den Engländern
lange vor den continentalen Völkern gelungen, den Bauer
bürgerlich frei zu machen, aber ökonomische Folgen des
Feudalismus hielten sich dort um so länger. Die Aufhebung
der Leibeigenschaft und Erbunterthänigkeit ist längst vollzogen,
 — die Schaffung eines wirklichen Bauernstandes mit
Grundeigenthum aber um so schwieriger geworden. „Free
trade in Land“ verlangen heute Cobden’s Schüler — wir
sehen, dass diese Frage, zu deren Lösung das 19. Jahrhundert
berufen scheint, gleich den meisten grossen socialen Fragen
der Gegenwart, um die Mitte des vorigen Jahrhunderts bereits
veboren war 1).

Arthur Young, Political Arithmetic; added a memoir on the .corn
trade by governor Townall. London 1774; und
E. Nasse, Mittelalterliche Feldgemeinschaft und Einhegungen des
16. Jahrhunderts in England. Bonn 1869;
die für weitere Studien über diesen Gegenstand wichtig sind.
') Es handelt sich offenbar um zwei Fragen:
l. um Einrichtungen, die den Landerwerb erleichtern und dadurch die
Concentration des Grundbesitzes vermindern; .
2. um Einrichtungen, welche das Recht der Pächter bessern, diese sichern
und zu Meliorationen befähigen.
Für Jeden, der radicalen Umwälzungen abhold ist, müsste die zweite
Frage als die zur Zeit praktisch wichtigste erscheinen, umsomehr, al®*gutsituirte
 Pächter auch einen starken und gesunden Bauernstand repräsentiren
 können und die Allgemeinheit des Pachtsystems die bei uns so beklagenswerthe
 Ueberschuldung der landwirthschafttreibenden Grundbesitzer
erschwert. S. darüber W.E. Bear: The Relations of Landlord and Tenant 1876
(Cobden Club Brochüre). Ueber das bestehende Recht in Bezug auf Grundeigenthum
 und seine Vererbung sind die Four Reports on Real Property
1829, 1830, 1832 und 1838 zu vergleichen. — Es geht daraus hervor, dass
in einzelnen Theilen Englands das Primogeniturerbrecht nicht besteht,
dass das Recht äusserst verwickelt und den Rechtsgelehrten selbst theilweise
 unklar ist; dass insbesondere der gänzliche Mangel öffentlicher
Grundbücher eine schwer empfundene Quelle von rechtlichen Schwierigkeiten
 ist (s, report 2). Interessant sind auch die Auseinandersetzungen
im 8. report über die verschiedenen Arten von Land tenure und der Grundsatz,
 dass formell kein Unterthan Grundeigenthümer sein kann, sondern
 Jeder einen superior Lord haben muss — eine feudale Anschauung,
            
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