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auf Lösung in jenen Ländern haben, welche Mittelstandspolitik treiben. Heute
würde die Kommunalisierung in den meisten Fällen den Untergang der selb
ständigen Fleischer und Bäcker bedeuten. Will man sie nicht direkt zu ab
hängigen Gesellen machen, so würde ein Kommunalkartell in vielen Fällen
ein geeigneter Ausweg sein, der ja möglicherweise, aber nicht notwendig
den Übergang zum eigentlichen Kommunalbetrieb bilden kann.
Die Verwirklichung der hier skizzierten Formen ist insofern erleichtert,
als sie eine Verringerung der Reibungsflächen zwischen den einzelnen Inter
essentengruppen mit sich bringen. Die Kampf organisation würde
immer mehr der Kooperationsorganisation weichen. Wenn
auch bei voller Entwicklung der Verbände jeder möglichst großen Gewinn
erlangen will, so wird er doch jederzeit den fremden Vorteil fördern, sobald
er selbst davon Nutzen hat; dazu ist aber Übersichtlichkeit nötig, sowie die
Möglichkeit, das jeweils Gewünschte durchführen zu können. Heute fehlt
meist beides, begreift aber auch der Einzelne vielleicht, daß er z. B. durch
Schädigung der Kaufkraft seiner Angestellten indirekt den Absatz aller Pro
duzenten schädigt, so fehlt ihm doch jede Möglichkeit, dies zu ändern.
Nicht unerwähnt bleiben soll auch, daß Organisationen dieser Art, wie
dies besonders die Trusts beweisen, eine Vereinigung verschiedenartiger Pro
duktionszweige ermöglichen, die dann Zusammenwirken. Innerhalb der
Organisationen kann die Geldrechnung auf ein Minimum
reduziert werden, und es wäre nicht ausgeschlossen,
daß die Staatskartelle und Staatstrusts auch hier neue
Bildungen vorbereiten.