Full text: Vorschule der Volkswirthschaft

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Ochsen ꝛc. kaufen oder verkaufen will? Wie kann man vernünftiger 
Weise den Bauern hierin einen Vormund setzen wollen, sei es, daß 
das Gesetz schlechthin das Zinsmaß festsetzt, oder daß es zur Con—. 
trahirung höherer Zinsen die Einwilligung von Beamten fordert, 
welche die concreten Vermögens- und Familienverhältnisse des ein. 
zelnen Bauern, die für ihn oft so sehr maßgebend sind, nicht kennen? 
Wenn man überhaupt bedenkt, wie viel der Staat an Aufwand 
ersparen kann, wenn er das Volk sich selbständiger bewegen läßt. — 
ganz abgesehen von dem frischeren Geiste, welcher hierdurch in ein 
Volk kommt, — so erstaunt man, mit wie viel Regierungsballast 
die deutschen Staaten noch belastet sind. Aber freilich wird man 
bei sorgfältigerer Beobachtung auch gewahr, daß hinter dieser großen 
Bevormundung, welche die Maske ängstlicher, landesväterlicher Für- 
sorge trägt, der Pferdefuß der Bureaukratie steckt. Man gibt das 
Volk für so unmündig, bevormundungsbedürftig aus, weil man das 
Volk so haben möchte. Ein zahlreicher, sich in den Kindern regel— 
mäßig vererbender Beamtenstand hat ein wesentliches Interesse an 
der Vielregiererei, weil darauf sein Lebensunterhalt und seine ge⸗ 
dietende Stellung in der bürgerlichen Gesellschaft beruht, und es 
weiß derselbe ganz vortrefflich sein egoistisches Standesinteresse da- 
durch zu schützen, daß er den Fürsten vorspiegelt, ein solches Bevor ˖ 
mundungssystem sei ihnen selbst nützlich, weil es ihre Macht vermehre, 
und im Volke, das gewöhnt sei, bei jedem Schritt und Tritt vor 
der Obrigkeit bittend zu erscheinen, den Geist der Unterwürfigkeit 
erhalte!“
	        
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