Full text: Vorschule der Volkswirthschaft

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schen bewohnten Gegend. Ein Kaufmann in London kann sich bei 
jedem Umsatz, den er vermittelt, wegen der großen Anzahl, mit 
einer geringeren Belohnung begnügen. Ueberall sehen wir zwei 
Tauschapparate, obgleich an sich identisch, sehr verschiedene Dienste 
erweisen, je nachdem sie in einer dichten oder dünnen Bevölkerung 
fungiren. 
Die Dichtigkeit der Bevölkerung bewirkt nicht allein, daß man 
aus dem Apparate des Tausches mehr Autzen zieht, sie gestattet 
auch, diesen Apparat noch zu vergrößern und zu vervollkommnen. 
Es giebt manche Verbesserung, die im Schooße einer dichten Be— 
oölkerung, weil sie mehr Anstrengungen erspart, als erfordert, vor⸗ 
theilhaft ist, aber inmitten einer dünnen Bevölkerung unausführbar, 
weil sie mehr Anstrengungen erfordern als ersparen würde. 
Wenn man aus der Hauptstadt eines Landes in eine kleine 
Provinzialstadt kommt, wundert man sich, wie oft man sich gewisse 
Dienstleistungen nur mit großen Unkosten, mit Zeitverlust und unter 
tausend Schwierigkeiten verschäffen muß. 
Nahe aneinander wohnende Menschen können sich besser in die 
Beschäftigungen theilen, ihre Kräfte vereinen, Banken oder Verfiche— 
rungsgesellschaften anlegen, Schulen gründen, für ihre Sicherheit 
sorgen, kurz, sich gemeinsame Genüsse verschaffen, die jedem Einzel⸗ 
nen verhältnißmäßig viel weniger Anstrengungen kosten. Die ge— 
werbliche und fabrikmäßige Production wird, wenn sie nicht beson— 
derer Ursachen wegen, z. B. wegen der Nähe von Kohlenbergwerken, 
Wasserkräften u. s. w, auf einen besondern Ort angewiesen ist, 
am zweckmäßigsten in großen Städten betrieben, weil das Zusam. 
menwohnen vieler Menschen eine ungeheure Arbeitstheilung möglich 
macht, und weil alle Hülfsstoffe und Halbfabrikate, deren man be— 
darf, so wie auch der Absatz gleich wieder zur Stelle find. Dicht 
bebölkerte Gegenden oder Länder sind auch die reichsten, starke Be— 
völkerung ist ein Zeichen des Wohlstandes. Nur weniger entwickelte 
Völker, wo die industrielle und Handelsentwicklung mit der Bevöl. 
kerung nicht gleichen Schritt hält, sind der Gefahr der Uebervölke— 
rung ausgesetzt. Wo wegen des Mangels an Capital die Produe⸗ 
tion nicht im Verhältniß zur Vevölkerung steht, wie z. B. in China, 
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