Object : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Maltose

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Manchester

bei  50 0  einer  Säuerung  überlassen,  bis  der  Milchsäuregehalt ­
  o,6—o,8  °/o  beträgt,  dann  auf  75°  erhitzt ­
  und  nach  dem  Abkühlen  mit  reingezüchteten
  Weinhefen  in  Gärung  versetzt.  Hierbei
nimmt  die  Flüssigkeit  einen  ausgesprochenen
Weingeschmack  und  das  der  verarbeiteten  Hefe
entsprechende  Aroma  an.  Die  hauptsächlichsten,
als  Malton-Sherry,  Malton-Portwein  und
Malton-T  okay  er  bezeichneten  Erzeugnisse
sind,  abgesehen  von  dem  Ersatz  der  Weinsäure
durch  Milchsäure,  den  entsprechenden  Traubenweinen ­
  sehr  ähnlich  zusammengesetzt.  Ihr  Geschmack ­
  ist,  mit  Ausnahme  des  an  Bierwürze  erinnernden ­
  Malton-Tokayers,  rein  weinartig,  ihr
Preis  allerdings  verhältnismäßig  hoch.  Gegen  die
Art  der  Bezeichnung  werden  seit  Erlaß  des  neuen
Weingesetzes  von  einigen  Sachverständigen,  u.  a.
Kulisch,  Bedenken  erhoben.  Als  „Malzwein“
sind  sie  nicht  zu  beanstanden.
Maltose  ist  eine  dem  Rohrzucker  nahestehende
Zuckerart,  C 12 H 22  O u  -j-  H 2 D,  also  eine  Biose,
welche  bei  der  Einwirkung  von  Diastase  auf
Stärke,  d.  h.  bei  der  Bierbrauerei  und  Branntweinbrennerei ­
  entsteht  und  auch  als  Zwischenprodukt ­
  bei  der  Behandlung  von  Stärke  mit
Säuren  gebildet  wird.  Ihre  spez.  Drehung  beträgt ­
  137 0 .  Bei  der  Hydrolyse  mit  verdünnten
Säuren  liefert  sie  zwei  Moleküle  Glykose,  reduziert ­
  Fehlingsche  Lösung  und  gibt  mit  Phenylhydrazin ­
  ein  bei  206°  schmelzendes  Osazon.  M.
bildet  den  im  Bier  und  Malzextrakt  (s.  d.)  enthaltenen ­
  Zucker  und  wird  neuerdings  in  Form
harter  feiner  Nadeln  im  großen  dargestellt.
Malvenblätter  und  -blüten  (lat.  Herba  s.
Folia  malvae,  frz.  Feuilles  de  mauve,  engl.  Mallow
  leaves;  lat.'  Flores  malvae,  frz.  Fleurs  de
mauve,  engl.  Mallow  flowers).  I.  Die  getrockneten ­
  Blätter  und  Blüten  der  bei  uns  häufig
an  Zäunen,  Mauern,  auf  Schutthaufen  u.  dgl.
wachsenden  Arten  wilder  Malven  oder  Käsepappeln, ­
  Malva  silvestris  und  M.  rotundifolia
  aus  der  Gattung  der  Malvazeen.  Die
Blüten  der  ersteren  sind  rosa  oder  blaurot  gefärbt, ­
  mit  dunklerem  Geäder  durchzogen  und
beim  Trocknen  blau  werdend,  die  der  anderen,
kleineren,  rötlich  bis  weiß  und  violett  geadert.
Als  Handelsware  gehen  diese  Blüten  unter
dem  Namen  Flores  malvae  vulgaris  s.  silvestris. ­
  Die  Blätter  des  Malvenkrautes
(Herba  s.  Folia  malvae)  sind  kurzgestielt,  herzförmig, ­
  kreisrund,  stumpf  fünflappig,  gekerbt
und  weich  behaart.  Blätter  und  Blüten  werden
threr  Schleimbestandteile  wegen  zu  Teemischun-Sen
  und  im  Aufguß  bei  katarrhalischen  Leiden ­
  verwandt.  —  Von  größerer  Bedeutung
sind  2.  die  Blüten  der  Gartenmalve,  Eibisch
Pflanze  oder  Stockrose,  Althaea  rosea,
des  bekannten,  oft  mehr  als  mannshohen,  Ziergewächses, ­
  die  als  Flores  malvae  arboreae
c um  calycibus  oder  sine  calycibus  (mit  oder
°hne  Kelch)  in  den  Handel  kommen.  Die  großen ­
  Blumen  zeigen  verschiedene  Färbungen  von
r °sa,  weiß,  gelb,  purpur-  bis  dunkelbraunrot
oder  schwarzpurpur,  doch  wird  nur  die  letztere
Spielart,  die  schwarze  Malve,  benutzt  und
wegen  des  Farbstoffs  ihrer  Blüten  angebaut.  Mit
Abkochungen  der  entkelchten  Blüteri  lassen  sich
unter  Anwendung  von  Beizen  auf  Zeuge  hübsche,
aber  nicht  dauerhafte  Farben  in  violetten  und

anderen  Tönen  herstellen.  Auch  findet  die  weinrote ­
  Lösung,  die  mit  Alkalien  grün  wird,  zum
Färben  von  Wein,  .  Likören  und  Essig  ausgedehnte ­
  Anwendung.  Die  Blüten  der  Malven
mit  Kelchen  dienen  offizinell,  ihres  Gerbstoffgehalts ­
  halber,  als  schleimiges  und  zusammenziehendes ­
  Mittel  zu  Gurgelwasser,  erweichenden
Umschlägen,  Brusttee  u.  dgl.
Malz  (lat.  Maltum,  frz.  Malte  oder  Germöe.
engl.  Malt)  nennt  man  das  bis  zu  einer  gewissen
Entwicklung  gekeimte  Getreide,  besonders  Gerste.
Zu  seiner  Darstellung  wird  die  gereinigte  Gerste
zunächst  im  Quellstock  mit  Wasser  von  10  bis
12°  eingeweicht,  wobei  sie  etwa  so°/o  Wasser  aufnimmt, ­
  nach  mehrmaliger  Erneuerung  des  Wassers ­
  schließlich  auf  der  Malztenne  30—50  cm
hoch  aufgeschichtet  und  zur  Begünstigung  des
Luftzutritts  von  Zeit  zu  Zeit  umgeschaufelt.  Die
Körner  beginnen  zu  keimen,  und  unter  dem
Einfluß  der  entstehenden  Diastase  geht  die
Stärke  in  Dextrin  und  Maltose  über.  Sobald  der
Blattkeim  %—3/4  der  Kornlänge  erreicht  hat,
wird  der  Prozeß  unterbrochen  und  das  Grünmalz,
  das  40—50  0/0  Wasser  enthält,  auf  dem
Schwelkboden  bei  mittlerer  Temperatur  getrocknet. ­
  Das  entstehende  Luftmalz  enthält
noch  12  0/0  Wasser,  während  bei  allmählicher
Temperatursteigerung  auf  ioo°  das  Darrmalz
entsteht.  Noch  höheres  Erhitzen  auf  170—200 0
in  Rösttrommeln  liefert  das  Karamel  enthaltene
Farbmalz.  Gutes  Malz,  das  früher  von  den
Brauereien  selbst  hergestellt  wurde,  jetzt  aber  in
besonderen  Fabriken  erzeugt  wird,  soll  aus  ganzen, ­
  vollen,  runden  und  glatten  Körnern  bestehen, ­
  eine  dünne  Schale  und  angenehmen  aro :
malischen  Geruch  und  Geschmack  besitzen,  leicht
zerreiblich  sein  und  keine  gasigen  Körner  enthalten. ­
  Malz  bildet  das  Ausgangsmaterial  der
Bierbrauerei  und  dient  außerdem  zur  Herstellung
von  Kaffee-Ersatz  und  diätetischen  Mitteln.
Malzextrakt  wird  aus  wäßrigen  Malzauszügen
durch  Eindampfen  im  Vakuum  als  dunkelbrauner
Sirup,  oder  neuerdings  auch  in  fester  Form,  als
Pulver,  hergestellt  und  für  sich  allein  oder  in
Verbindung  mit  arzneilichen  Zusätzen  als  Nährund ­
  Kräftigungsmittel  verordnet.  Als  besonders
hervorragend  gelten  der  Malzextrakt  von  J.  Paul
Liebe,  Dr.  Athenstaedt  und  das  sog.  Maltyl
von  Gehe  &  Co.  A.-G.  in  Dresden.
Mammeyäpfel,  die  Früchte  eines  in  Westindien ­
  heimischen,  aber  auch  in  anderen  Troplengegenden
  angebauten,  Baumes  aus  der  Familie
der  Klusiazeen,  Mammea  americana.  haben
eine  gelbe  Farbe  und  einen  Durchmesser  bis  zu
20  cm  und  besitzen  ein  süßes,  gewürzhaft  schmekkendes
  Fleisch.  Man  genießt  sie  sowohl  roh  als
auch  in  Zucker  eingemacht.  Durch  Gärung  wird
aus  ihnen  ein  weinartiges  Getränk  (Mammeywein)
  und  durch  Destillation  der  wohlriechenden ­
  Blüten  mit  Weingeist  ein  beliebter  Likör,
das  Kreolenwasser  (Eau  de  creoles),  gewonnen.
Manchester  (frz.  Manchester,  Velours  color,
engl.  Furtion),  samtartige  Zeuge  aus  Baumwollgarn, ­
  die  als  Nachahmungen  des  eigentlichen
seidenen  Samts  (s.  d.)  wie  dieser  glatt  und  als
Köper  gewebt  sind,  haben  ihren  Namen  von  der
englischen  Stadt  Manchester,  wo  sie  zuerst  hergestellt ­
  wurden,  und  wo  noch  jetzt,  in  Stadt  und
Umgegend,  der  ,  Hauptsitz  der  M.-Weberei  ist.
            
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