142 Neuntes Buch. Erstes Kapitel.
Unterstützung der deutschen Kirche. So wurden die Kirchen—
fürsten für Friedrich immer wichtiger; während der zweiten
Romfahrt stehen die rheinischen Erzbischöfe von Köln und Mainz
durchaus im Vordergrund seiner Politik
Das war die Entwickelung, die in den Absichten Reinalds
gelegen hatte. Und sofort hatte er, unmittelbar nach Beginn
des letzten italienischen Zuges, es unternommen, in Deutschland
eine weitere Wendung der Dinge zu Ungunsten Heinrichs des
Löwen, des geborenen Vertreters der fürstlichen Laiengewalt im
Reiche, herbeizuführen.
Heinrich hatte schon längst nicht bloß im Osten, über die
Elbe hinaus, eine gewaltthätige Kolonialpolitik getrieben, er
hatte zugleich auch im Westen von den Grundlagen seines sächsi⸗
schen Herzogtums und seines Allodialbesitzes aus seine Macht
auf Kosten benachbarter Fürsten rücksichtslos erweitert und be—
festigt. Alle Fürsten des Nordens, vornehmlich die geistlichen
Herren, fürchteten ihn darob; und Reinald ward es leicht, sie
zu einem Bunde gegen ihn zu vereinen, der schließlich von den
Grafen von Jülich und Geldern bis zu den Erzbischöfen von
Hamburg, Bremen und Magdeburg die meisten Großen Nord—
deutschlands umfaßte. Dieser Bund war nun gegen Heinrich
losgebrochen, während Friedrich in Italien gekämpft hatte.
Es mußte die erste Aufgabe des heimwärts kehrenden Kaisers
sein, hier Ruhe zu schaffen. Energisch trat er zu Gunsten Hein⸗
richs, zu Gunsten des Gleichgewichtes zwischen Laienfürsten und
Episkopat ein; und im Juni 1169 gelang es ihm endlich auf
einem Reichstage zu Bamberg, Frieden zu stiften. Mit der
Versöhnung der Fürsten aber verknüpfte er die Königswahl
Heinrichs, seines nunmehr fünfiährigen Sohnes; am 16. August
1169 ward Heinrich zu Achen gekrönt.
Bedeuteten diese Ereignisse unzweifelhaft eine Festigung
des Königtums in Deutschland, so ging Friedrich außerdem
auch diesmal, wie schon früher nach Heimfahrten aus Italien,
auf die Stärkung der staufischen Hausmacht aus. Vermutlich
waren ihm hierfür jedesmal die aus Italien mitgeführten Geld—
mittel von Vorteil. Diesmal kaufte er eine große Anzahl von