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B. Betrachtungen
schen Zusammenhanges des natürlichen Fertigungsprozesses schaffe,
spaͤter einmal echte organische Gemeinschaftsgebilde der Gruppen⸗
glieder ergeben könne.
Wichtiger als dieser wenig Erfolg versprechende Versuch zur
Wiederherstellung einer Betriebs⸗ und Arbeitsorganik, sind alle Be⸗
strebungen auf Wiedervereinigung des mechanisierten Arbeitsmenschen
mit dem Ursprung allen organischen Lebens mit der Natur. Hierher
gehören die beschleunigte Durchführung der Siedlung, deren Ver⸗
nachlässigung in der ersten Nachkriegszeit einer der dunkelsten Punkte
der Sozialpolitik seit 7x918 war. Hierher gehört die Aufrechterhaltung
der Pachtschutzordnung, die den Kleintierhaltern und den Kleingarten⸗
besitzern den befristeten Besitz ihres Gütchens sichern soll, hierher
gehört vor allem die Verbilligung und Verbesserung des Vorort⸗ und
Sonntagsverkehrs. Mit besonderem Nachdruck muß gefordert werden,
daß die Reichsbahn den Wandervereinigungen der Jugendlichen in
staͤrkerem Maße entgegenkommt, als dies bisher geschehen ist. Uber⸗
haupt verdient die Freizeit der arbeitenden Jugend in diesem Zusam⸗
menhange besondere Beachtung. Die Zahl der erwerbstätigen Jugend⸗
lichen dürfte heute rund 1N/, Millionen betragen. Es ist klar, daß die
Mechanisierung der Arbeit auf diese Kategorie besonders nachteilig
wirkt. Nicht nur, daß die Jugend erfahrungsgemäß die Mechani⸗
sierung am allerschwersten verträgt, da sie mehr als die Erwachsenen
physisch und psychisch darauf angewiesen ist, ihre motorischen Ge⸗
staltungstriebe auszuwirken, entfallen auch in der monotonisierten
Arbeit die charakterformenden Möglichkeiten der Lehre oder einer
—
die Jugendlichen ein Freizeitgesetz gefordert werden, das die
Arbeitszeit der Jugendlichen auf ein Mindestmaß beschränkt und
edem Jugendlichen einen Anspruch auf bezahlten Urlaub gibt.
Als eine letzte Kompensationsmöglichkeit von Gewicht gegen die
Mechanisierung des Arbeitsinhaltes ist schließlich die durch die Ratio⸗
nalisierung erleichterte Freizügigkeit des Arbeiters anzusehen, die