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Vierzehntes Buch. Viertes Rapitel.
ragende Träger des deutschen Geisteslebens begannen dem
humanistischen Denken zu huldigen, teilweise im italienischen
Sinne und nach italienischer Schulung, aber doch schon mit
dem Versuche, unmittelbar an die Alten anzuknüpfen. Zu
nennen sind da namentlich der Zuricher Felix Hemmerlin
(c. 1898 — 1460), Doktor von Bologna, ein aristokratischer
Eiferer gegen die Unkultur der Bauern und den Verfall der
Kirche, ferner der große Gegner des Papsttums Gregor von
Heimburg (1410 1472), der erste humanistische Staatsmann,
Orator und Jurist, vor allem aber der Kardinal Nicolaus von
Kues (1401 - 1469), ein fleißiger Kenner der Alten, mit dem
einen Fuße noch auf dem Boden mittelalterlicher Mystik, mit
dem andern auf dem Grunde modernen Denkens stehend,
politisch begabt, ein kritischer Historiker, bedeutend als Mathe⸗
matiker und Astronom, am größesten vielleicht als Philosoph
in der Vorahnung neuerer erkenntnistheoretischer Probleme.
Indes diese Männer waren keine Agitatoren, so wenig
als die wenigen städtischen Patrizier, die, wie etwa der Augs⸗
hurger Sigmund Gossembrot, in so früher Zeit dem Humanis—
mus huldigten. Und auch die zur Propaganda geschaffenen
deutschen Elemente, die etwas nach der Mitte des 15. Jahr⸗
hunderts, in Italien gebildet, nach der Heimat zurückströmten,
um hier das Studium des Humanismus an einzelnen Univer⸗
sitäten flüchtig und unstet zu vertreten, ein Peter Luder oder
Samuel Karoch, haben keine große Wirkung geübt. Sie hatten
in der Flut des italienischen humanistischen Radikalismus zu⸗
meist ihren sittlichen Halt verloren, im Trunk und in Liebes—
händeln größer als im Wissen und Können erregten sie zumeist
das Kopfschütteln der soliden Gelehrten an den noch ganz
scholastischen Universitäten, und nur ihre unverwüstliche Sorg⸗
losigkeit hielt sie über Wasser.
Wirklich tiefer eingeführt in den Körper der Nation wurde
der Humanismus erst durch eine ganz andere Strömung, die
von den Schulen herkam und sich in durchaus kirchlichen Bahnen
bewegte. Sie hatte teilweis Zusammenhang mit manchen Be—
strebungen zur Klosterreform, die zugleich auf eine Besserung