2. Kap. Volkszahl und Volkswachstum 303
Betrachtet man diese Zahlen, so erkennt man ohne weiteres
den Einfluß der Säuglingssterblichkeit und ihrer Wandlungen auf
die Höhe der Geburtenhäufigkeit. Bei der Säuglingssterblichkeit
in Berlin in den Jahren 1881/85 mußten im Durchschnitt einer Ehe
5,53 Kinder geboren werden, damit vier das erste Lebensjahr über-
lebten, im Jahre 1928 waren dafür pro Ehe 4,34 Kinder, also mehr
als eine Geburt weniger, erforderlich. Dieser Zusammenhang würde
noch schärfere Formen annehmen, wenn man nicht nur dem Kück-
gang der Säuglingssterblichkeit, sondern auch denjenigen in den
folgenden Jahren des Kindesalters betrachten wollte.
Besonders deutlich wird dieser Zusammenhang zwischen der
Sterblichkeit im Säuglings- und Kindesalter und der Geburtenhäufig-
keit, wenn man die sogenannten Aufwuchsziffern betrachtet, die
freilich für das Deutsche Reich nicht bis in die neueste Zeit hinein
zur Verfüguug stehen"). Aus ihnen erkennt man, in welchem
Maße der Rückgang der Sterblichkeit im Säuglings- und Kindes-
alter auf die Zahl der überlebenden Kinder eingewirkt hat. Die
folgende Tabelle gibt ein Bild solcher Aufwuchsziffern für das
Deutsche Reich.
Geburts-
jahr
1900
1901
1902
1903
1904
1905
1906
1907
1908
1909
1910
1911
1912
1913
{014
Lebendgeborene
auf 1000
absolut | d. Bevöl-
kerune
1.996 139 '
2032 313
2024 735°
1 983 078 |
2025 847
1987 153)
2022474 |
999 933 |
2015 052
1978 278
1 924 778
1870724
ı 869 636
1 833 750
1 818 za6
35,6
35:7
35,1
33:8
34,0
33,0
33:1
32,3
32,1
31,0
209,8
28,6
28,2
27,5
„6.8
Davon überlebten das ... Lebensiahr
ayrste }
zweite
dritte
vierte
fünfte
1545636 1476 572 1451469’ ı 436 199 | 1 425 731
626481 1557708 1532673 1517798 1507 677
1644 110 1573446 1549433 1535275 1525559
1580514 ' 1 513611 1491070 14770922 1468 460
1 625 096 1569850 1538820 1526029 1516726
1 588 866! ı 528 554 1507935 1495033 I 486 153
165470511 596592 1575728 1563269 1554485
1646 566 1587426 1567668 1555905 I 547073
1662825 1607047 1588104 1576196 1568045
652051 1599854 1580843 1570119 I 562506
L602321 "549422 1532483 1522380 1513016
1531505 1489044 1473767 ı 1 461 478
1595771 1551 200 | 1531 252
1557202 1507 518
I 8122238
Man erkennt zunächst den starken Rückgang der Geburten-
häufigkeit an der Entwicklung der allgemeinen Geburtenziffer, eine
1) Statistik d. Deutschen Reiches, Bd, 275, S. 4.