Full text: Deutsche Geschichte (Bd. 5, Hälfte 1)

Zweites Kapitel. 
Wirtschaftliche und soziale Wandlungen vom 
14. zum 16. Jahrhundert. 
Bis etwa zur Mitte des 14. Jahrhunderts verbrauchten 
zie geschichtlichen Nationen Europas den größten Teil ihrer 
wirtschaftlichen Arbeitskraft im Ausbau und in der Koloni— 
sation ihrer Länder, in der Nutzbarmachung der einfachsten 
Nahrungsquellen, wie sie ihnen in Grund und Boden, in Klima 
und Breitenlage, in den natürlichen Vorbedingungen geschicht— 
lichen Daseins zur Verfügung standen. Seitdem konnten die 
Hauptländer Europas als wirtschaftlich erobert gelten; und 
der Austausch ihrer verschiedenartigen Erzeugnisse begann nun— 
mehr die einzelnen nationalen Kulturen zu bereichern. Es sind 
die ersten, noch geringen Anfänge einer in wirklichen Bedürf— 
nissen motivierten weltwirtschaftlichen Bewegung; sie mußten 
alsbald den Verkehr dauernd befruchten!. 
So sehen wir namentlich von Deutschland, dem Lande der 
Mitte, nach allen Seiten hin Verbindungen ausgehen. Die 
Hanse erschließt die nordischen Meere, Polen und Rußland; 
bom Westen her besucht man eifriger als bisher die Messen 
der Champagne und Brie; es fuüllen sich die deutschen Höfe 
und Straßen in Provins, Troyes und Bar-sur-Aube. Auch 
Dies Kapitel ist, mit einem Vorwort und belegenden Anmerkungen 
bersehen, schon in der Zeitschr. für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte 
Band J S. 191-263 gedruckt worden. 
damprecht. Deutsche Geschichte V.
	        
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