Full text : Neuere Zeit (Abt. 2)

Erstes Kapitel.

Wirtschaftliche und soziale Lage nach dem Dreißig—
jãhrigen Kriege.

Mit welcher Freude hat man nicht in Deutschland den
endlichen Abschluß des Dreißigjährigen Krieges begrüßt! Zwar
anfangs wollte man, gewitzigt durch häufige trügerische Friedens—
verhandlungen, an die frohe Votschaft vom Frieden vielerorten
gar nicht glauben. Als sich dann aber herausstellte, daß nun
endlich dennoch der Friede eine Wahrheit geworden war, da
waren es die Empfindungen etwa Paul Gerhards, die aller
Wohlgesinnten Brust durchzogen:
Gott Lob, nun ist erschollen
Das edle Fried- und Freudenwort,
Daß nunmehr ruhen sollen
Die Spieß' und Schwerter und ihr Mord.
Wohlauf, und nimm nun wieder
Dein Saitenspiel hervor,
O Deutschland, singe Lieder
In hohem, vollem Chor, J
Erhebe dein Gemüte
Zu deinem Gott und sprich:
Herr, deine Gnad' und Güte
Bleibt dennoch sicherlich!

Doch was war inzwischen aus dem edlen teutschen Lande
der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts und aus dem teuren
Deutschland auch noch der zweiten Hälfte geworden! Schon
vie großen öffentlichen Verhältnisse anging, so zeigten
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