mit bes. Rücksicht auf die Stadtwirtschaft des deutschen Mittelalters. 173
tung, daß Bücher auch fernerhin seine Schilderungen seiner
Wirtschaftsstufen als Schilderungen bestimmter hjistorischer
Erscheinungen empfunden hat.!) Es bleibt leider dabei, daß er
Theorie und Geschichte vermischt. Darum werden wir an Büchers
Stufentheorie weiter Kritik zu üben haben.
Der Hauptsaß Büchers lautet, daß in der älteren Zeit ein
Handel gar nicht oder nur in bescheidenem Maße vorhanden
sei. Auf der Stufe der geschlossenen Hauswirtschaft ist nach ihm
(S. 59) „der Tausch ursprünglich ganz unbekannt“. Er deutet
freilich durch das „ursprünglich“ schon an, daß es später inner-
halb der Periode der Hauswirtschaft anders wird. Er konstatiert
auch Übergänge zwischen den einzelnen Stufen. Aber eine
bedeutende Rolle spielt nach seiner Meinung der Handel in jener
Periode jedenfalls nicht. Und er ordnet nun weiter, von Aus-
nahmeerscheinungen abgesehen, auch das gesamte klassische
Altertum der Periode der Hauswirtschaft unter. Hiergegen hat
Eduard Meyer einen doppelten Widerspruch erhoben. Erstens
fällt er das vollkommen entgegengesetzte allgemeine Urteil?):
„Auch in sehr primitiven Verhältnissen spielt schon der Handel,
der Eintausch fremder Waren gegen die eigenen Produkte, eine
sehr große Rolle. Jedenfalls aber erweist sich bei allen Völkern,
die für die Geschichte in Betracht kommen, der Handel als einer
der maßgebendsten Faktoren der Kulturentwicklung."n Man
darf in der Tat ernstlich die Frage aufwerfen, ob es irgendwann
und irgendwo eine ganz und gar geschlossene Hauswirtschaft
gegeben hat. Zweitens bestreitet Meyer aufs entschiedenste
Auflage S. 16 oben). Jn der zweiten Auflage gibt Bücher an der be-
treffenden Stelle (S. 58) gar keine Zeitgrenze an. Über andere wich-
tige Änderungen der zweiten Auflage s. unten Näheres.
1) Ich will hier nur erwähnen, daß Bücher noch in der zweiten
Auflage S. 132 ausdrücklich von „Hhistorischer Aufeinanderfolge“ der
Betriebssysteme spricht (erste Auflage S. 87). Ed. Meyer a. a. O.
S. 86 f. V.j.schr. f. Soz.- u. W. G. 1911, S. 239. Jn der neuen Folge
(„Zweiten Sammlung“) seiner „Entst. der Volkswirtschaft“ (1918)
trägt B. seine Ansichten noch in der alten Art vor, z. B. S. 250 ff.
2) Auf S. 7 seiner Gegensrchrift (s. oben S. 146 Anm. 2). S.
ferner gegen Bücher Ad. Wagner, Preuß. Jahrbücher 75, 554 f;