Deutschland unter den polit. Nachwirkungen des Dreißigjähr. Krieges. 489
Verteidigung zusammengetreten. Ihn erweiterte er dann um
die Zeit des Falles Straßburgs: jetzt traten der Landgraf von
Hessen-Kassel und der Fürstabt von Fulda bei, ferner der
Bischof von Bamberg und Würzburg und der fränkische Kreis,
auch der Herzog von Sachsen-Gotha.
Damit war die Lawine im Rollen, und schon nahm sich
auch der Kaiser der Dinge an; auf Waldecks Betreiben trat
er mit den bis dahin geeinigten Ständen des oberrheinischen
und fränkischen Kreises in das Laxenburger Bündnis vom
10. Juni 1682.
Es war die Zeit, da auch in Bayern, dessen Herrscher
bisher französisch gesonnen war, und in Kursachsen, das mehr
beiseite gestanden hatte, günstigere Zeiten einzogen. Kurfurst
Ferdinand Maria war im Jahre 1679 gestorben; sein Nach—
folger Max Emanuel schloß am 23. Januar 1688 mit dem
Kaiser einen Verteidigungsbund, der gegen Türken und Franzosen
zugleich gerichtet war. In Sachsen starb Johann Georg II.
im Jahre 1681; sein Nachfolger Johann Georg III., ungleich
seinem Vater franzosenfeindlich, knüpfte mit Wien an. Und
uinmittelbar in die schon gebildete Vereinigung trat am
14. Januar 16883 auch wenigstens einer der Welfen, der Herzog
Ernst August von Hannover.
So stand der Bund schon tüchtig und achtunggebietend
da, zumal bereits seit dem Jahre 1681 die Niederlande,
Schweden und Spanien infolge der Tätigkeit Wilhelms von
Oranien durch einen Assoziationstraktat mit gegen Frankreich
gerichteter Spitze verbunden waren, der, noch im gleichen
Jahre auf den Kaiser ausgedehnt, durch dessen Mittelstellung
dem deutschen Bunde eine internationale Stützung und Grund—
lage gab.
Dennoch ist die Wirkung des deutschen Bundes schließlich
gering gewesen. Die Schuld hierfür fällt zu nicht geringem
Teile auf den Großen Kurfürsten, dessen Beitritt erst der
ganzen Veranstaltung volle Rundung und zu Taten auf—
fordernden Abschluß gegeben haben wuͤrde.
Der Große Kurfürst war nach dem Frieden von St. Germain,