Object: Neuere Zeit (Abt. 2)

880 Einundzwanzigstes Buch. Drittes Kapitel. 
Zeit Friedrich Wilhelms J. liegende Versuche in Betracht, so 
vor allem, abgesehen von dem seltsamen Gedanken eines Kaffee— 
brennereimonopols vom Jahre 1781, das 1765 eingeführte 
Tabaksmonopol, das indes bei dem Regierungsantritte Friedrich 
Wilhelms II. sein frühes Ende fand, wenn man es auch 
unter Friedrich Wilhelm III. noch einmal zu beleben versuchte. 
Übersehen wir nunmehr die Ausbildung der ursprünglich 
von den Landständen bewilligten Staatseinnahmen in Branden— 
burg-Preußen im ganzen, wie sie bis auf die Zeit Friedrich 
Wilhelms J. verlief und später in gleicher Richtung weiter geführt 
wurde, so ist für sie an erster Stelle bezeichnend, daß sie ungemein 
lang alte naturalwirtschaftliche Formen festhielt; denn erst seit 
dem Großen Kurfürsten wird diese Grundlage wenigstens als 
alleinige Basis verlassen und der Gedanke der modernen Steuer⸗ 
wirtschaft in der Entwicklung der Akzise eingeführt. 
In dem Augenblicke aber, da dies geschah, war es dann 
wieder bezeichnend, daß die Akzise nicht für das ganze Land 
durchgebildet wurde, sondern bloß für die Städte. Der Grund 
dafür lag in der Tendenz, die Junker zu schonen, da diese 
bei der alten Kontribution besser fuhren. Und eine Ausnahme 
von diesem Schonungsgrundsatze wurde durch Entwicklung einer 
moderneren Grundsteuer schließlich zunächst nur für Preußen 
und auch für die andern neu erworbenen Länder des 18. Jahr⸗ 
hunderts, Pommern, Schlefien, Westpreußen gemacht. 
Diese Entwicklung, wie sie zum Teil schon unter dem 
Großen Kurfürsten begann, sich dann unter Friedrich Wilhelm J. 
zum Bessern wandte, schließlich aber unter Friedrich dem Großen 
ohne eigentliche Neuerungen fortsetzte, muß als charakteristisch 
für den brandenburg-preußischen Staat betrachtet werden: 
ohne Unterlaß hat man mit der Schonung der Junker ge— 
rechnet. Maßgebend hierfür war, wenigstens noch unter dem 
Großen Kurfürsten, die Notwendigkeit, den Staat unter 
Zurückstellung des Kampfes gegen die materielle Stellung der 
Junker überhaupt erst einmal zu organisieren; später, unter 
Friedrich dem Großen, erklärt dann die Absicht, den Staat 
mit den Junkern zu regieren, den Verlauf. Friedrich Wilhelm J.
	        
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