Object: Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

L410 VII Äbjhnitt: Einzelne Schuldverhältnifie. 
und Koften) für feine Verpflichtung maßgebend, er haftet aber nicht über den beftimmten 
Betrag hinaus; dieS gilt insbefondere auch für die Frage, inwieweit die DE 
durch Zahlungen des Hauptfchuldner3 berührt mird (Pland Bem. 6, Urt. d. RMeichsger. 
bom 17. Januar 1910 Mecht 1910 Nr. 682). 
„6. Inwieweit ein im Prozeffe des Haupt{huldners mit dem Gläubiger ergangenes 
Urteil auf das Verhältnis des lebteren zum Bürgen von Einfluß ift, bemißt fich nach 
3 768 und den Orundfäßen über die fuhjektive Rechtskraft de8 Urteils (ZBO. 
5 325; %. II, 665 ff, Seuff. Arch. Bd. 39 Yer. 209, Urt. d. Reichsger. vom 5. November 
1903, 28. September 1907 ıumd 3. Mai 1909, NGE. Bd. 56 S. 109 ff, Bd. 66 S. 332, 
334, Bd. 71 S. 59, 1. auch M. I, 381: „Selbitverftändlich wirkt auch das gegen den Haupt- 
ichuldner erftrittene Urteil nicht gegen den Bürgen”; vol. Crome S. 880, Bendix a. a. L., 
Bland Bem. 7, Yertmann Bem, 2, g, Goldmann-Lilienthal S. 818 Anm. 25, Schollmeyer 
S.172 Anm. 3, Herm8 S. 29, Dernburg 5287, VI, ROR.-Komm. Ben. 2, Mendelsfohn- 
Bartholdy, Grenzen der Nechtsfraft S. 426, 447 ff., Gellwig, Welen und te Des 
zvenzung Der Rechtskraft S. 317 ff, Pagenfteher, Zur Lehre von der materiellen Necht8- 
xaft ©. 407 ff. fowie in Bayr. 3. f. N. 1905 S. 329 ff., Neichel, Die Schuldmitüber- 
nahme S. 533 ff, Ruttner, Die privatrechtlichen Nebenwirkungen der BZivilurteile 
München 1908] S. 14 Ann. 12). . 
„Die Nechtskraft eine8 auf Klage des SGläubiger8 gegen den Haupt/chuldner er= 
jengenen Urteils wirkt nuch den in & 325 ZBRO. aufgeftellten Grundjake gegen den 
HBürgen nicht; der Blürge kann vielmehr auchH noch nach der rechtsSträftigen SEE 
des HauptihuldnerS der Klage des GläubigerS gegenüber Einreden geltend machen uni 
jelbft den Beftand der Schuld heftreiten. Die Borfchrift des S 767 Uhl. 1 BOB. greift 
biegegen nicht durch und der Grundfaß des $ 768 BSB, ift nur für, nicht gegen den 
Bürgen zu verwerten“ (Jo mit Recht Urt. d. ReichSger. vonı 10. Juni 1909 Warneyer 
Erg.=Bbd. 1909 S, 428). , 
Das gleiche gilt hinfichtlih der Wirkung eines zwifhen dem Gläubiger und Haupt- 
ichuldner abgefchloflenen ProzeBvergleidhs. . 
Daß ih der Bürge auf die rechtskräftige Abweifung der Aage gegen den 
Hauptichuldner berufen kann, folgt aus S 767 (Dertmann Bem, 2, e, & zu S 768, 
NRORNR.-Komm,. Bem. 1). 
7. Durch den rechtskräftig beftätigten Zwangsbergleid wird daz Recht des 
Släubiger3 gegen den Bürgen des GemeinichuldnerS nicht berührt (RD. $ 193 Sab 2). 
8 768,7) 
Der Bürge kann die dem HauptjHuldner zuftehenden Einreden geltend 
machen. Stirbt der Hauptchuldner, fo fann fih der Bürge nicht darauf berufen 
daß der Erbe für die Verbindlichkeit nur befchränkt haftet. 
Der Bürge verliert eine Einrede nicht dadurch, daß der Hauptfchuldner 
auf fie verzichtet, 
E I, 671, 672 X6f. 2 Sag 2; HM, 707; II, 752, 
1, Die A des S 768 Ab}. 1 Sag 1, daß der Bürge die dem Haupt: 
jOuldöner zuitehenden Sinreden geltend maden fann, entfpricht der abzefforifchen 
Natur der Bürgjehaft (WM. 11, 661 ff.; em, 6, d zu S 765; vol. Dernburg, Pand. Bd. 2 
8 79 Biff. 1, Windfheid-Ripp, Band. Bd. 2 S. 1083 ff, ROSE. Bd. 34 S. 156, BLR. 
Il. I it. 14 8 310, BLR. II. IV cap. 10 8 10 Ziff. 1; über andere Rechte f. M. 11, 
562 Note 1; dar auch 88 1137 Ybf. 1 Sag 1, 1211 Ubi. 1 Sag 1). 
„ Wie in Bd. I S. 631 (Bem. 8 zu 8 194) SEO ilt nach dem Sprach: 
gebrauche des BGB. „Cinrede“ ein engerer Begriff als „CEinwen dung“. 
Um eine „Einwendung“ handelt e8 fich, wenn geltend gemacht wird, daß ein 
Anfpruch überhaupt nicht exiftent geworden oder wieder erlofchen ift; die 
Einrede dagegen gewährt die Befugnis, gegenüber einem Anfpruche die ge- 
Ichuldete N verweigern. N 
Daß der Bürge befugt ift, diejenigen Einwendungen En zu 
machen, die dem Hauptidhuldner gegenüber dem Unfjpruche des Gläubiger8 
zuftehen, folgt aus SS 765 Wbf. 1, 767 Ybf. 1 Saß 1. Der Bürge Kann alfo 
ebenfowobhl als der Hauptfhuldner dem Gläubiger entgegenhalten, daß das 
die angebliche Berbhindlichkeit des Hauptichuldners bearündende NRechtS= 
*) Val. ©. MerdensS, Das Recht des Bülrgen auf Verwertung von Einwänden aus der 
Berjon des Haubtidhuldner8 nach gem. N. und dem Recht des BSGB., Freib. Inauyg Diffj., 1900.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.