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zurückgegangen, während diejenigen für Hochschulwesen nicht in dem Maße gestiegen sind, wie es nach
der Übersicht erscheint. In Belgien wirkt sich die Unterrichtsreform von 1914 in einer beträchtlichen
Steigerung der Ausgaben für Lehrerausbildung aus. Der Rückgang des prozentualen Anteils an den
gesamten Bildungsausgaben, der in allen Ländern zu beobachten ist, erklärt sich aus der prozentualen
Steigerung der Ausgaben für den allgemeinbildenden Schulunterricht.
An Zentralverwaltungskosten werden hier nur die im Etat besonders aufgeführten Beträge genannt.
Der überwiegende Teil der Verwaltungskosten ist in den Ausgaben für die allgemeine Unterrichts-
verwaltung enthalten.
Die Abgrenzung gegenüber dem Fachunterricht einerseits und Kunst und Wissenschaft anderseits
war nicht immer eindeutig möglich. Soweit bei den Fachschulen der Hochschulcharakter deutlich
erkennbar war, sind sie in der Etatbearbeitung zu den Hochschulen gezählt worden. Sachlich wurden
sie im Zusammenhang mit dem übrigen Fachunterricht behandelt. Besonders schwierig war die Ab-
grenzung zwischen Hochschulen und sonstigen künstlerischen und wissenschaftlichen Anstalten. Eine
reinliche Scheidung ist bei der Uneinheitlichkeit der Bezeichnungen (College, Academy sowohl für
Hochschulen als für Forschungsstätten usw.) nicht möglich und in vielen Fällen materiell gar nicht vor-
handen. Die verschiedenen Forschungsinstitute sind häufig mit fachlichen Bildungsmöglichkeiten ver-
knüpft, und in noch viel höherem Maße dienen umgekehrt die Hochschulen und Universitäten mit ihren
Laboratorien, Observatorien, Bibliotheken usw. neben der beruflichen Ausbildung der reinen Forschung.
b. Großbritannien.
Die Lehrerausbildung hat in Großbritannien bisher eine staatliche Regelung nicht erfahren. Die
übliche Ausbildung der Elementarlehrer erfolgt in den Training Colleges, die als Gemeinde-, Kirchen-
oder Universitätsseminare vom Staate mit drei Vierteln der Kosten subventioniert werden. Die zwei-
jährigen Kurse dieser Seminare sind nicht obligatorisch; ein großer Teil der britischen Volksschullehrer
bereitet sich lediglich in privaten brieflichen Kursen (Correspondence Classes) auf das Staatsexamen des
Unterrichtsministeriums vor. An den höheren Schulen unterrichten neben graduierten Akademikern
ohne besondere pädagogische Vorbildung viele reine Volksschullehrer. Besondere Ausbildungsmöglich-
reiten für die Lehrer der höheren Schulen entwickeln sich erst langsam, doch sind in den letzten Jahr-
zehnten starke Bestrebungen zur besseren Ausbildung der Lehrkräfte im Gang. Der Staat verteilt zu
diesem Zweck Stipendien, die sich jedoch nur im Nachkriegsetat aussondern ließen. In Schottland
sind die Seminare sämtlich den Universitäten angegliedert.
Anzahl Anzahl
England und Wales. der Seminare!) der Seminaristen
Seminare für Elementarlehrer: 1911/12 1924/25 1911/12 1924/25
Universitätsseminare „................-+++++-- 20 16 3500 }
(Gemeindeseminare ..............00.0000.00004 0 ‘9 32 3 500 | 16 900
Kirchenseminare 2.04 a iB 63 50}
Höhere Seminare ee een Haan 4 25 - 650
Schottland vu... er rennen rennen ee nn en anne ; 2 500 2 500
Ve STUFE 1.200 300
Staatsausgaben Großbritanniens für Lehrerausbildung und Hochschulunterricht.
Vorkriegs- Nachkriegsetat
etat Original- Vorkriegs-
ziffern kaufkraft
in 1000 £
Lehrerseminare ..;......0..040000000 00h HAEr 789 701 413
Seminarstipendien ............020+0101000001EE EEE . 119 70
Universitäten 2.40.4000. 4 nr rer ENA an En ee 517 1 555 915
Royal College 0f Arts ine re rer ern nern ; 13 8
Colleges und Academies für Musik und Kunst. ;........;.. ? 15 0,9
Britische Hochschulen für antike Kultur in Rom und Athen l 0,6
Archäologische Schule in Jerusalem er er e KrR 0,5 0,3
Volkshochschulkurse ........040400000000 HEHE 36 21
Hochschulstipendien >....++-+++++*++ 4064 nrEr 56 32
Spezielle Zentralverwaltungskosten ............00.0040007 * = _ 2 5
Insgesamt.... 1.356 2491 1466
1) Nach Statistical Abstract und Municipal Year-Book,
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