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Bildende Kunst.
ist der bunte Wechsel pflanzlicher und tierischer Elemente, und
mit welcher Energie des Animalischen ist der ornamentale
Mensch in den Schmuckrahmen eingefügt: und schon trägt
dieser ornamentierte menschliche Körper leise Züge eines persön—
lichen Stils, schon scheinen hier jene schmächtigen, straffen,
sehnigen Formen angedeutet, die, Angehörige einer modernen
Eisenzeit, für Klinger später mehr als für irgend einen anderen
deutschen Künstler bezeichnend geworden sind. Aber auch im
Landschaftlichen ist bereits manches von dem späteren Klinger
vorhanden, so vor allem die Umgießung der geologischen
Elemente in die Formen einer persönlichen Gebirgsarchitektur
und deren eindrucksvolle Gliederung bei aller phantastischen
Uppigkeit des bedeckenden Pflanzenwuchses. Dagegen ist der
Mensch als Figur und Staffage noch wenig persönlich gebildet:
noch ganz überwiegt hier der Stoff die Form und die Über—
lieferung das eigene Schaffen.
Um wie vieles führt da eine zweite Periode (1880 -1888)
weiter, die zugleich durch das Schaffen wenigstens an einem
großen Gemälde, dem „Urteil des Paris“, sowie, gegen ihr
Ende, durch den Übergang zur Bildnerei charakterifiert wird.
Die „Intermezzi“, die im Beginn dieses Zeitabschnittes stehen,
vergegenwärtigen wohl am besten, was Klinger in den ersten
vier Jahren seiner Radierungskunst zunächst technisch erreicht
hatte. Für Deutschland, darf man fast sagen, ist in dieser kurzen
Zeit der Charakter der modernen Radierung erobert worden,
namentlich die geistreiche Verbindung von reiner Radierung
mit Aquatintamanier und anderen Techniken, deren Kombi—
nationen Klinger auch später durch eine Fülle großer und
kleiner Erfindungen bereichert hat. Mit dieser erhöhten Technik
aber näherte sich der Künstler nun vor allem den Problemen
des eben damals in Deutschland um sich greifenden psycho—
logischen Impressionismus: es ist einer der interessantesten
Momente seiner Entwicklung. Am frühesten kklingt dieser
Impressionismus wohl an in vier großen Landschaften aus
dem Jahre 1880: es sind Experimente in verschiedenem Licht;
man könnte sie geradezu als Zeiten des Tages bezeichnen. Und