Full text: Tonkunst, Bildende Kunst, Dichtung, Weltanschauung (E,1.1902)

Bildende Kunst. 
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UÜbergangsidealismus; die dritte und vierte idealisieren den 
physiologischen und psychologischen Impressionismus. Und in 
der That: welche anderen Strömungen wären auch denkbar? 
Wie soll die Plastik z. B. etwa der naturalistischen Seite des 
osychologischen Impressionismus gerecht werden? 
Die erste Richtung, die des physiologischen Impressionis— 
mus, ist äußerlich zumeist schon dadurch gekennzeichnet, daß sie 
den Marmor und erst recht das Erz malerisch behandelt, den 
Marmor bisweilen auf die einfachste Weise: durch bloßes Unter— 
lassen des Abschleifens und Polierens. Groß ist sie vor allem 
im Bildnis, und hier wird wohl Seffner als ihr erster 
deutscher Meister gelten können: seine Büsten z. B. des Königs 
Albert und der Königin Carola von Sachsen, des Physio— 
logen Ludwig und des Physikers Wiedemann zeigen die 
eingehendste Wiedergabe des gegenständlichen Lebens, ohne die 
Beseelung vermissen zu lassen. Neben die Büste sind dann in 
dieser Entwicklung seit etwa 1890 nach französischem Vorbild — 
dort wurden sie schon seit 1868 wiederbelebt — die Medaille 
und die Plakette getreten. 
Als eigentlich große deutsche Plastik aber wird die der 
zweiten Richtung gelten können: die Plastik Hildebrands (geb. 
1847), Volkmanns (geb. 1881) und Maisons (geb. 1854). Sie 
wurzelt mit der Malerei der großen Idealisten, vor allem 
Böcllins, in demselben Boden, und sie ist nicht minder wie 
diese von römischen und italienischen Eindrücken mit bestimmt. 
In welcher Weise hier die Anregungen von der Malerei und 
der Bildnerei her durcheinandergingen, inwieweit der Grübel⸗ 
sinn und die Lehre von Marées Gelegenheiten gemeinsamen 
Gedankenaustausches der Maler und Bildhauer darboten, das 
im einzelnen festzustellen ist heute wohl kaum schon möglich: 
genug, daß der Führer dieser Richtung, Hildebrand, in seinem 
Buchlein über das Problem der Form (1893) Theorien auf—⸗ 
gestellt hat, die der Praxis auch der Malerei des Übergangs⸗ 
dealismus fast durchaus entsprechen, und daß der letzte große 
Ubergangsidealist, Klinger, als Plastiker in gewissem Sinne 
auf den Wegen Hildebrands wandelt. Gewiß ist hier eine 
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