Dichtung.
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erkannten Fortschritt, und seine Experimentatoren sind auf
dem Gebiete der Kunst selten zugleich große Meister. Wie
sollte es auch anders sein? Ist das Kunstleben wirklich nur
die höhere Ausbildung einer Art des Spieltriebes urzeitlicher
Kulturen, wie nach neueren Forschungen kaum zu bezweifeln, so
liegt eben in der bloßen Phantasiethätigkeit als solcher von
vornherein sein unverlierbarer Kern, und das Problem, in
welcher Form und Durchbildung sich dieser Spiel— und Kunst⸗
trieb jeweils äußert, ist für die Kunstbethätigung an sich eine
Nebenfrage, so central es auch für die Kunstgeschichte erscheinen
mag. Von diesem Standpunkte aus muß es der Kunst⸗
bethätigung als solcher stets lieb sein, wenn die Form nicht
wechselt, denn jeder Wechsel bedeutet für sie Unruhe und
Störung ungetrübten Auswirkens. Ist es deshalb nötig, mit
steigender Beherrschung und Erkenntnis der Welt durch die
Verstandeskräfte gleichwohl eine neue, der bestehenden an Wirk
lichkeitsgehalt überlegene Formenwelt zu entwickeln, so wird
die Kunstbethätigung gegenüber diesem ihr halb aufgedrungenen
„Naturalismus“ an sich doch immer zurückhalten und glücklich
sein, wenn der Prozeß der Umbildung wieder einmal ab—
geschlossen ist: so daß sie von neuem mit Formenwerten zu
wirtschaften vermag, deren Durchbildung zum Einfachen und
darum Großen vollendet ist.
Diese Zusammenhänge machen es begreiflich, daß in Zeiten
naturalistischer Fortschritte so gern Übergangsrichtungen auf—⸗
tauchen, die von dem Alten bewahren möchten, was noch nicht
veraltet ist, und von dem Neuen annehmen, was schon erprobt
scheint: kluge Künstler, konservative Naturen, schaffenskräftige
Greise werden sich da leicht zu Gruppen solcher Richtungen
zusammenfinden. So lief denn auch neben der Entwicklung des
physiologischen Impressionismus eine Übergangsströmung her,
die sich namentlich der großen Kunsterzählung annahm, da
diese mit rein naturalistischen Mitteln anscheinend gar nicht
oder wenigstens noch nicht zu verwirklichen war: ein Über—
gangs-, ein Vermittlungsroman tauchte auf.
Charakteristisch für diesen Roman ist zunächst, daß er, den