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Weltanschauung
standesbegriffe auf dem Wege der Induktion erforscht sehen:
denn sie seien zwar potenziell in uns gegeben, aber doch erst
durch späte Abstraktion im Laufe vieler Generationen in ihrer
heutigen Art zustande gekommen. Man erkennt die ent—
wicklungsgeschichtliche Auffassung, die Kant ganz fern gelegen
haben würde. Und fährt Lange fort, die Induktion sei einmal
durch kritische Zerfaserung der Gedanken, dann aber quch auf
psychologischem Wege durchzuführen, so würde sich wiederum
Kant zu der zweiten Methode schwerlich bekannt haben.
Von den großen Philosophen der zweiten Hälfte des
19. Jahrhunderts steht dann Wundt Kant wohl noch am
nächsten. Er konserviert den kritischen Idealismus Kants,
wenn auch im Sinne des Idealrealismus: wie ihm die Grund⸗
gesetze des logischen Denkens zugleich Gesetze der Objekte des
Denkens sind, so müssen sich die idealen Prinzipien der Er—
kenntnis in der objektiven Realität wiederfinden. Es ist ein
Standpunkt, von dem der des deutschen Positivismus, wie ihn
Laas in seinem Buche „Idealismus und Positivismus“ (1879)
vertreten hat, schon um ein Wesentliches nach der phänome⸗
nalistischen Seite hin abweicht. Laas hält Objekte unmittel—
bar nur für Inhalte eines Bewußtseins, Subjekte nur für
Schauplätze von Wahrnehmungsinhalten; demgemäß sind ihm
unsere Vorstellungen und Begriffe durchaus sinnlichen Ursprungs,
nichts als ursprüngliche oder gesetzmäßig abgeleitete und um—
gebildete Empfindungen. Und noch weiter auf das bloße
Gebiet sinnlicher Erfahrung rückt dann eine Anschauung, die
die Vorstellung zum einzigen Ausgangspunkte macht, die also
in der Gesamtheit aller Dinge, soweit sie vorgestellt sind, zu—
gleich die Gesamtheit aller Erfahrung erblickt. Auf diesem
Boden denken noch am meisten Kantisch etwa Schuppe, Rehmcke
und von Schubert⸗-Soldern, wenn sie auch vornehmlich auf
Hume zurückgehen. Freilich tragen sie dann in die Erkenntnis—
theorie ein fremdes, metaphysisches Element hinein, indem sie,
um dem Solipsismus — der Anerkennung der Thatsache, daß
der Erkennende nie aus dem ins Unbegrenzte zu erweiternden
Umfang seines Erkennens herauskomme — zu entgehen, noch