Full text : Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 2)

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für Eastman bis zur Höhe von 20 000 Dollar zu bürgen;
diese Summe sollte zur Bezahlung der Flinten verwandt
werden; als doppelte Sicherheit nahm Stevens ein Pfandrecht
 auf die Flinten. Aber von wem erhielt Stevens das
Kapital? Aus den amtlichen und gerichtlichen Aufzeichnungen
 geht hervor: von ]. Pierpont Morgan.

Eine große Skandalafäre der Zeit

Der nächste Schritt in diesem Geschäft bestand darin,
daß Stevens am 5. August 1861 dem General Fremont, der
in St. Louis kommandierte, telegraphisch mitteilte, daß er
fünftausend neue Karabiner von tadelloser Verfassung habe
und anfrage, ob Fremont sie nehmen wolle. Aus Fremonts
Hauptquartier kam die Order, sie sofort nach dem Hauptquartier
 der Armee in St. Louis zu verschiffen. Während
der ganzen Zeit waren die Karabiner in dem in New York
befindlichen Arsenal geblieben. Als Fremonts Auftrag eintraf,
 bezahlte Morgan der Regierung die Summe von
17 486 Dollar — 3,50 Dollar für den Karabiner. Die Flinten
wurden direkt von dem Arsenal nach St. Louis verschifft.
Und welches war die Summe, die die Regierung dafür bezahlen
 mußte? Die Fremont aufgemachte Rechnung
lautete auf den Betrag von 22 Dollar für das Stück der
Sendung‘).
jährlich 50 000 bis 70 000 Dollar.“ Die Kommission zeigte, wie der Kontrakt durch
Bestechung erlangt worden war, und stellte fest, daß Stevens den achten Teil der
Einkünfte erhalten habe. Stevens ließ auch jeden im Zollhaus angestellten Beamten,
der etwas gegen den Kontrakt sagte, aus dem Dienste entfernen. — The Congressional
 Globe, Third Session, 37. Congress, 1862—1863, Part 2 Appendix; 118.
1) Reports of Committees, Second Session, Thirty-seventh Congress. 1861 bis
4862, Bd. 2.
Die Betrügereien in Fremonts Hauptquartier in St. Louis waren ganz besonders
groß. Major MeKinstry, der Quartiermeister der U. S. Armee in jener Stadt,
wurde wegen 61 verschiedener verbrecherischer Taten von einem Kriegsgericht
verhört und in 26 Fällen schuldig befunden. Die Zeugenaussagen enthüllten sehr
zroße, auf geheimen Abmachungen beruhende Betrügereien bei allen Arten von
Armeelieferungen. Morgans Flintengeschäft wurde jedoch unter den verschiedenen
Fällen nicht erwähnt. McKinstry wurde aus der Armee entlassen. House Reports,
Committees and Court of Claims, Third Session, Thirty-seventh Congress, 1862 bis
1863, Report No. 49, 1—24.
Daß gewisse Offiziere der Union tatsächlich bestochen wurden, wurde”durch
f{olgende Mitteilung aufgedeckt, die Maior-General Frederick Steele am 26. Juli
            
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