Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 2)

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umfaßte jetzt Bank- und Trust-, Versicherungs-, Industrie- 
und Transportgesellschaften und beherrschte oder beein- 
{lußte ein Kapital, das nach den Tatsachen, die im Jahre 
1912 bei der Untersuchung des Geldtrusts durch eine be- 
sondere Kommission des Kongresses aufgedeckt wurden, 
auf wenigstens 22 245 000 000 Dollar geschätzt wird. Nach- 
dem er diesen Geldtrust zum Abschluß gebracht hatte, 
wurde er als „Geldkaiser‘“ begrüßt, und sein ungeheurer 
Besitz wurde als ein eindrucksvolles und unbarmherziges 
Beispiel von der Macht eines einzigen Menschen bezeichnet, 
obgleich dieser Schritt tatsächlich nur ein weiterer unver- 
meidlicher Markstein in der Zentralisation der Hilfsquellen 
des Landes und der Oberherrschaft über sie war. Nur die- 
jenigen, die für diese Entwicklung blind waren, waren 
darüber erstaunt. 
Schließlich, um mit der Erzählung von Morgans Lauf- 
bahn zu Ende zu kommen, bleibt noch die riesengroße, auf 
einen Wert von 900 Millionen bis 2000 Millionen Dollar 
geschätzte Expropriation der Hilfsquellen in Alaska und 
großer Strecken von Wasserkraftgebieten in jenem Terri- 
torium und in verschiedenen andern westlichen Staaten — 
Gebiete, die nach ihrem wirklichen und potentiellen Wert 
auf Hunderte von Millionen, wenn nicht Milliarden Dollar 
geschätzt werden. Den von seiten großer kapitalistischer 
Interessen unternommenen erfolgreichen Anstrengungen, 
sehr große Strecken von Kohlen-, Kupfer- und anderem 
Mineralland, von Riesenholzungen und Wasserkraftgebieten 
zu erwerben, widersetzte sich Gifford Pinchot, der Ober- 
forstmeister der Vereinigten Staaten. Ein kritischer Rechts- 
streit folgte darauf in den Jahren 1909 und 1910 zwischen 
Pinchot und Ballinger, dem Minister des Innern. Es wurde 
die Anklage erhoben, daß Ballinger, vor seiner früheren 
Anstellung als Landbevollmächtigter, als Anwalt für einige 
der Ansprucherhebenden gehandelt habe, besonders für die 
Cunninghams, die große Landstriche mit den wertvollsten 
Hilfsquellen erhalten hätten. Es kam zu einer Untersuchung 
durch den Kongreß. 
Nach einer glaubwürdigen Aussage schien es, daß J. P. 
Morgan & Co. im Jahre 1906 mit den Guggenheims ein
	        
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