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Künstliche Düngemittel,
5. Kali. Zu diesem Zwecke verascht man 5 g Substanz, löst die Asche in Salz
säure, füllt auf 500 ccm auf und bestimmt in 100 ccm, wie S. 157 u. f. angegeben,
das Kali.
6. Oxalsäure, a) Lösliche Oxalsäure. 10—20 g zerriebener roher Peruguano
werden mit 1 1 Wasser 2 Stunden in der Kälte behandelt, dann filtriert und vom Piltrat
100 ccm zur Bestimmung verwendet. Man säuert zuerst mit Essigsäure stark an und fällt
in der Siedehitze die Oxalsäure mit einer essigsauren Lösung von Chlorcalcium oder mit
essigsaurem Calcium. Das abfiltrierte oxalsaure Calcium wird auf dem Gebläse bis zur
Gewichts-Beständigkeit geglüht und als Calciumoxyd gewogen; da auf diese Weise leicht
Gips und Kalkphosphat mit niederfallen, so muß der erhaltene Kalk stets auf Schwefelsäure
und Phosphorsäure geprüft werden. Zu diesem Zwecke löst man denselben mit Salpeter
säure. teilt ihn in zwei Hälften und fällt quantitativ die eine Hälfte mit Baryumnitrat,
die andere mit Molybdänlösung.
Es wird die dem gefundenen Baryumsulfat entsprechende Menge schwefelsaures
Calcium (1 Teil BaS0 4 = 0,684 Teile Ca S0 4 ) und die dem gefundenen pyrophosphorsauren
Magnesium entsprechende Menge phosphorsaures Calcium (1 Teil Mg ä P 2 0 7 = rund 1,4 Teile
Ca 3 P 2 0 8 ) von dem Calciumoxyd in Abzug gebracht und aus dem Rest die wasserlösliche
Oxalsäure berechnet (1 Teil CaO = 1,607 g C 2 H 2 0 4 ).
b) Gesamt-Oxalsäure. 5 g Guano werden mit 20 g kohlensaurem Natrium und
etwa 200 ccm Wasser gekocht, die ganze Flüssigkeit nach dem Erkalten durch Zusatz von
Wasser auf 500 ccm gebracht, gemischt und durch ein trocknes Filter filtriert. 50 oder
100 ccm werden mit Essigsäure angesäuert und darin wie vorstehend die Oxalsäure
bestimmt.
7. Feuchtigkeit. Da beim Erwärmen des rohen Guanos auf 110° auch Ammon-
salze entweichen können, so wird das Wasser, wenn es sich um genaue Ergebnisse
handelt, in der Weise bestimmt, daß etwa 2 g Substanz in ein Porzellanschiffchen
und dieses in eine in einem Luft- oder Wasserbade liegende Glasröhre gebracht
werden, indem man das eine Ende der Glasröhre mit einem Kugelröhrchen, welches
mit konz. Schwefelsäure befeuchtete Bimssteinstückchen enthält, das andere mit
einem 10 ccm titrierte Schwefelsäure enthaltenden Kugelapparat und diesen wieder
mit einem Aspirator verbindet. Nach Beschickung des Apparates erhitzt man das
Luftbad auf 100—110° und saugt langsam einen trocknen, ammoniakfreien Luft
strom durch. Nach etwa einstündigem Trocknen wägt man das Porzellanschiffchen
mit der Substanz zurück, titriert das in der Vorlage aufgefangene Ammoniak und
zieht das Gewicht des letzteren von dem Gesamtverluste ab.
8. Asche und Saud werden wie bei Knochenmehl S. 167 bestimmt.
9. Prüfung auf Echtheit. Roher, natürlicher Peruguano kommt jetzt seltener im
Handel vor. Die als solcher vertriebenen Marken I und II sind zum Teil, nämlich mit
10—15 °/ 0 Schwefelsäure von 60—62° Bö. aufgeschlossen und enthalten die Phosphorsäure
in bis zur Hälfte wasserlöslichem Zustande. Da ferner der Gehalt des Peruguanos besonders
an Stickstoff immer mehr zurückgeht, so wird letzterer mitunter durch Zusatz von Salpeter
oder Ammoniaksalz erhöht. Man sollte aber mit der Bezeichnung „Peruguano“ nur
solche Ware zulassen, welche außer Schwefelsäure zum Aufschließen keine irgendwelchen
anderen Zusätze erhalten hat. Alle sonstigen künstlichen Mischungen sollten entweder als
„gemischter Peruguano“ oder als „Salpeter-Peruguano usw.“ von der echten, unvermischten
Ware unterschieden werden.
Für den Nachweis der Echtheit des Peruguanos kann dienen:
a) Die Prüfung auf Harnsäure. 1—2 g Guano, mit Salpetersäure zur Trockne
verdampft, liefern einen gelben oder ziegelroten Rückstand, der durch wenig Ammoniak
schön purpurrot wird (Murexidprobe) und durch nachherigen Zusatz von Kali- oder Natronlauge
schön rötlich-blau. Diese Reaktion gelingt wegen der rötlichen Färbung des Peruguanos
nur in den seltensten Fällen gut. Besser, aber auch nicht immer zuverlässig, ist es, 15—20 g
Peruguano mit Kali- oder Natronlauge auszukochen, heiß zu filtrieren, das Filtrat mb