Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 2)

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hohem Zinsfuß auszuleihen, aber in Zeiten der Panik und 
der Wallstreet-,, Klemmen“ verlangte — und erhielt — er 
zwei Prozent täglich oder sechzig Prozent monatlich. 
Freund oder Feind, es kam nicht darauf an, einer wie 
der andere, mußte die enormen Zinsen zahlen, die er 
verlangte, wenn er eine Unterstützung in barem Gelde (das 
Sage immer zur Hand hatte) brauchte, um sich dadurch 
davor zu retten, seinen Verpflichtungen nicht nachkommen 
zu können und so in Bankrott zu geraten. Sage gehörte zu 
jener hervorragenden Vereinigung von Patrioten, die das 
Gold, als es zur Fortführung des Bürgerkrieges höchst 
notwendig war, aufspeicherten und sich weigerten, es 
auszuleihen, wenn nicht zu unglaublich erpresserischen 
Zinsen. 
Zu dieser Zeit schenkte man im Osten den Eisenbahn- 
unternehmungen im Westen wenig Aufmerksamkeit; die 
Zeitungen waren beinahe vollständig mit den Berichten über 
die Ereignisse des großen Bürgerkrieges gefüllt. Wenige 
wußten etwas von den riesenhaften Diebstählen und Betrü- 
gereien, die Sage draußen im Nordwesten ausführte; und 
als er plötzlich als Multimillionär bekannt wurde, wurden 
zlühende Berichte über ihn als einen wunderbaren Finanz- 
mann veröffentlicht. Dieses Lob wurde natürlich immer 
durch den Spott über seine außerordentliche Knickrigkeit 
und den Abscheu vor seiner Hartherzigkeit abgeschwächt. 
Aber es gab Leute, die mit ihm in Verbindung gestanden 
hatten und über die Geschichten von seinen Zaubertaten 
bei der Anhäufung der Millionen lächelten; sie wußten, was 
die ihm zugeschriebene Zauberkunst in Wirklichkeit war; 
3zie wußten von den fortgesetzten Bestechungen, Be- 
trügereien und Diebstählen. Wenigstens von noch einem 
Verfahren, an dem er zu dieser Zeit beteiligt war, sind die 
Einzelheiten zugänglich; sehr viele seiner anderen Taten 
sind für die Geschichtschreibung nicht faßbar. 
und Pacific-Eisenbahngesellschaft. Der Fall wurde schließlich am zo. Januar 1882 
vor das Bundesgericht der Vereinigten Staaten in Iowa gebracht, wo Richter Love 
mit“ feiner richterlicher Unparteilichkeit die liebenswürdige Entscheidung traf, 
daß jede der beiden Gesellschaften das’Anrecht auf die Hälfte des streitigen Landes 
habe. — Federal Reporter 10, 435—450.
	        
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