Full text : Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 2)

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Die Pacifc-Postsubsidien

Eine der vielen Gesellschaften, in denen Sage ein bedeutender
 Aktionär wurde, war die „Pacific-Mail-Steamship-Company“.
 Diese Gesellschaft bestach, wie wir in den
Vanderbilt-Kapiteln bemerkt haben, lange Zeit den Kongreß,
 um auf räuberische Weise von der Regierung Postsubsidien
 zu erlangen. Durch eine weitere, von dem Kongreß
 am 17. Februar 1865 genehmigte Vorlage erhielt sie
noch eine bedeutende Regierungsunterstützung zur Beförderung
 der Post zwischen San Francisco und Asien via Honolulu.
Die Beute war so reich, daß verschiedene Gruppen von
Kapitalisten einander beständig bekämpften, um den Schatz
der Gesellschaft in ihre Gewalt zu bekommen. Wir entnehmen
 den Prozeßberichten, daß im Jahre 1867 jene gute,
alte, höchst achtungswerte Bankfirma Brown Brothers & Co.
zu den bedeutendsten Aktionären gehörte. In ihrem eigenen
Namen und in Vertretung von Parteien, die sie autorisiert
hatten, verfügte sie über 77839 Anteilscheine von der
Gesamtsumme der 200000 Anteilscheine des Aktienkapitals
 der Pacific-Postdampfergesellschaft.
Wie die Firma Phelps, Dodge & Co. besaß die Bankfirma
Brown Brothers & Co. in hervorragendem Maße den Ruf
(wie noch heute), eine der „altmodischen Firmen‘ von
„strenger Rechtlichkeit‘“ zu sein. Sicherlich wußte sie
offiziell nichts von der ununterbrochen vor sich gehenden
Bestechung zur Erlangung von Subsidien; wer ein geschäftliches
 Unternehmen besitzt, muß die Unkenntnis solcher
in Verlegenheit bringender Details kultivieren. Und könnte
es möglich sein, daß, wie William Swinton, ein bekannter
Schriftsteller, in seiner Schmähschrift vorbringt, der „hervorragend
 achtungswerte“ Alexander Brown und seine Genossen
 gegen dieselbe Gesellschaft, deren Aktionäre sie waren,
(nach unserer modernen Ausdrucksweise) die „Grafters‘“*)
spielten ? Swinton erhob den Vorwurf, daß sie ein dem Eigentumsrecht
 gleichkommendes Pfandrecht an den Kessel-,
Eisen- und anderen Fabriken besäßen, die die Ausrüstung für

1) grafters, deutschamerikanisch Grabscher: üblicher Ausdruck für die unsaaubersten
 Beutepolitiker.
            
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