Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 1)

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Das Unglück anderer Astors Gewinn 
In dieser "Transaktion sehen wir die Anfänge jener 
Eroberungsperiode, in der die ganz Reichen ihre größeren 
Kapitalien gebrauchen, um die weniger Reichen zu vernich- 
ten — einer Periode, die mit Astor beginnt und in letzter 
Zeit erst recht zur Blüte gekommen ist. Clinton galt seiner 
Zeit als reicher Mann, mit Astor verglichen aber war er 
ein Zwerg. Bei seinem ständigen Zufluß an Vermögen war 
Astor in der Lage, jeden Augenblick die Schwierigkeiten 
der weniger Reichen auszunutzen und sich in den Besitz 
ihrer Güter zu setzen, Ein großer Betrag seines Vermögens 
war in Hypotheken angelegt. In Zeiten periodischer 
finanzieller und industrieller Krisen konnten die Schuldner 
ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen. Auf 
diese Zeiten wartete Astor, zu solchen Zeiten schritt er 
ein ‚und setzte sich selbst, mit verhältnismäßig geringen 
Kosten, in den Besitz von noch mehr großen Landarealen. 
Auf diese Weise wurde er Eigentümer der damaligen 
Cosine-Farm, die sich auf dem Broadway von der 35. bis 
zur 37. Straße und westlich bis an den Hudson erstreckte. 
Dieser Besitz, den er für 23 000 Dollar erwarb, indem er eine 
Hypothek zur Subhastation brachte, liegt jetzt im Herzen 
der Stadt und trägt viele Geschäftshäuser und alle Arten 
von Mietkasernen und wird mit sechs Millionen Dollar 
bewertet. Auf dieselbe Weise erwarb er die Eden-Farm 
in derselben Gegend, die den Broadway entlang läuft, 
nördlich der 42. Straße, und bis zum Hudson hinunter- 
geht. Diese Farm war schuldenhalber verpfändet. Plötzlich 
brachte Astor mit einer ausstehenden Hypothek die Sache 
zum Klappen, meldete Subhastation an und bekam für insge- 
samt 25 000 Dollar ein Besitztum, das jetzt dicht mit riesigen 
Hotels, Theatern, Bürohäusern, Läden und langen Reihen 
von Wohnhäusern und Mietkasernen bebaut und aller- 
mindestens 25 Millionen Dollar wert ist. Jeder, der Geld 
suchte und genügende Sicherheit an Grundbesitz bieten 
konnte, fand Astor außerordentlich entgegenkommend. 
Aber wehe dem unglücklichen Schuldner, wer es auch sein 
mochte, wenn er seinen Verpflichtungen auch nur zu einem
	        
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