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bet und von bem Senioren-Kollegium ber reformirten Gemeinde ver
waltet. Aus ber Stiftung sollten zunächst jährliche Unterstützungen
zum Betrage von 1270 Thlr. an bestimmte Personen gezahlt, nach
bem Ableben ber letzteren aber sämmtliche Revenüen ber Stiftung
iilimerwährenb von den Stiftungs - Verwaltern, nach bereu Einsicht und
Gutbcsinben, an solche Personen vertheilt werben, welche burch Alters
schwäche, Krankheit oder sonstige Verhältnisse außer Staube sinb, sich
selbst zu ernähren. Die Bestimmung ber Zahl ber zu unterstützenden
Personen unb ber Betrag ber ihnen zu verabreichenden Unterstützung
ist dem Erme,sen ber Stiftungs-Verwalter überlasten: doch sollen ÿ
bet Unterstützten der reformirten, -- ber lutherischen Konfession ange
hören und bas Geschlecht in Hinsicht bes Anspruches auf Unterstützung
keinen Unterschied machen. Der für Skiftungsàecke verwendbare Nach
laß betrug etwa 32,400 Thlr.
Wi eck, a rd'Beckmann sckn's Stipendium Marburg.
Der Fonds besagt 260 Thlr., bie'Ziüsesi werden einem Stubirenben
aus der Familie des Stifters verabreicht.
Weysche Armen-Stiftnng zu Stadtkyll (Prüm),
von dem Gutsbesitzer Joh. Mathias Wey herrührend und seit 1841
bestehend mit einem Fonds von nahe an 4000 Thlr. Die Zinsen
werden zu Unterstützungen verwendet.
W evdinge r » Sckrei n ersche Stiftungen zu Berlin.
Der 1837 in Hamburg t Kaufmann Joh. Heinr. We y bin g er aus
Berlin verordnete letztwillist die Errichtung zweier Stiftungen: der
Schrein erschen zum Ebrengedächtuiß seiner f Mutter geb. S chre i
tier; der Weydingerschen zum Andenken an seinen Vater, den Fabri
kanten Joh. Heinrich Wey dinger, und seinen Bruder, der Kaufmann
Fr, Wilh. Wey dinger. Der Stifter setzte 100,000 Thlr. (für jede
der beiden Stiftungen 50,000 Thlr.) and. Iti die erste Stiftung
sollen 30 hülfsbedürftige Männer,': übrr 60 Jahre alt, aus Berlin und
seiner Umgebung 'gebürtig■, vorzugetwvise Zeug- und Raschmacher, sowie
Flanell- und Moltaug-Weber, aufgenommen werden; in die letztere 30
hülfsbedürftige Frauen und Wittwen desselben Standes, über 60Jahre
alt. Personen zu der Familie des Testators und seiner Mutter ge
hörend, haben den Vorzug. Wenn bxi eintretender Vakanz sich Per
sonen des hezeichneten Standes nicht melhen sollten, so können an deren
Stelle andere hülfsbedürftige Männer und Frauen aufgenommen wer
den. Zur Erbauung des Stiftshanses (Große Frankfnrterstr. 23. 23->.)
waren 24,000 Thlr. bestimmt; die MM 76,000 Thlr. bildttei, ben
Fonds der beiden Anstalten, und lO pCt. von den Zinsen sollten zum
Kapital geschlagen werden. Jeder Hospitalit erhält eine besondere
Stube und eine monatliche Geldunterstützung von 4 Thlr., auch in
Krankheitsfällen freie ärztlich« Behandlung und Medicin. Die Eröff
nung der Stiftungen fand am 1. April 1843 statt; im Jahre 1862
gingen sie mit einem Kapital-Permögey von 86,000 Thlr. auf den
Magistrat über.