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Die Eisenbahnen, welche Getreide von Chicago nach dem
Osten befördern, hatten schon immer im Sommer die Con-
currenz einer Wassertransportstrasse zu bestehen. Im Sommer
wurde Getreide bis Buffalo auf Seeschiffen und von dort in
Booten auf dem Eriecanal oder zur Bahn nach New York be
fördert, einiges ging auch durch den Eriecanal, anderes nach
Kingston am Lorenzoflusse. Die Frachten waren noch vor
IO Jahren enorm.
Eisenbahnfracht von Chicago nach New-York betrug pro
1868
1869
1870
1871
100 Ibs. durchschnittlich Cents
Bushel von 60 Ibs.
74
44
52
3>
56
34
55
33
\ on da ab ist der Durchschnitt zwischen der Winterfracht
in der ersten Januarhälfte und der Sommerfracht im Juni ge
wesen :
1872
1873
1874
1875
1876 1
1877 1 1878
1879
1880
r 100 Ibs Cents
r I Bushel
57
34
55
33
52
31
35
21
32
19
32
19
30
18
32
19
35
21
Im Jahre 1875 entstand eine Concurrenzlinie für die alten
bestehenden Bahnen, in dem Grand Trunk von Canada und
nun fiel der Tarif. Die Entfernung beträgt 960 Meilen, die
Tonne von 2000 Ibs. zahlte per Meile im Jahre 1868 = 1.5 c.
und hatte 1866 sogar 2.92 c. gezahlt. Auf dem Eriecanal be
förderte man 1868 die Tonne für 0.88 c. Im Jahre 1880 war
die Bahnfracht auf 0.73 c. per Tonne und Meile gefallen.
Seit 1876/77 drückt schon die Furcht vor der Mississippistrasse,
neben der Concurrenz des Eriecanals, auf die Eisenbahn-Tarife.
Im Sommer 1880 beförderten die Bahnen 100 Ibs. für 30 c.,
den Bushel für 18 c. von Chicago nach New - York. Im
Sommer 1880 konnte man den Bushel über Buffalo und von
da per Bahn nach New-York für 12 bis 18 c. befördern lassen.
In Segelschiffen nach Buffalo und von da auf Canalbooten nach
New-York war die Fracht gleichzeitig per Bushel 9'/,—ly^/^ c.
Im Jahre 1881 brach das Cartell der Eisenbahnen, welches
sie im Juni 1879 geschlossen, unter der Wucht der doppelten
Concurrenz des Mississippi und Eriecanals. Vergebens suchten
die Eisenbahnen 25, dann 15 c. per 100 Ibs. fest zu halten.
Sie mussten auf 10 c. per 100 Ibs, oder 6 c. per Bushel hin-