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IL. Abfhnitt: Schuldverhältnifje aus Verträgen.
Daneben kann fie aber au al8 Mittel benußt werden, die Schwierigkeit des
SchadenzZerfaßnadmweifes8 für den Fall der Nichterfüllung oder nicht gehörig“
Erfüllung der jHuldnerijhen Verpfligtung zw befeitigen und ein voraus vereinbarte3
Averfional-Yuantum für das Interejfje bilden. Val. Kuhlenbed, Bon den Band
z. BOB. II S, 128, PLN. IL I Kit. 5 8 292, ROGE. Bd. 26 S. 93, Bd. 33 S. 219, Sur.
Wir. 1880 S. 186. Nach dem BGB. (8 340) dient fie im Zweifel beiden Zweden,
(M. 11, 275.)
Regelmäßig wird unter VertragSfirafe nur eine vertragsmäßige, vereinbarte Strafe
berftanden, Nach & 3839 {ft jedocH au ein einfeitigeS Strafverfprechen in Fällen, in denen
Überhaupt einfeitige Berfprehen bindend find, z. B. in Inhaberpabieren, gültig und al
Vertragsitrafe zu behandeln. Vgl. Dernburg II S. 245.
Eine durch Legtwillige Berfügung angedrohte Strafe ift keine Vertrag3ftrafe int Sinne
der folgenden Paragraphen, daher auch, wenngleich rechtZwirkjant, foweit die Normen über
die Bedingung zutreffen, nicht entjpredend zu behandeln. Bal. Nehbein II S. 230. a.
Dernhburg a. a. OD. ROGE, Bd. 19 S. 232.
Die VBertragsftrafe al8 vereinbarte Strafe (Konventionalftrafe) ift nit auf vertrag5
mäßige Verbindlidhfeiten befchränkt, ihre Bereinbarung ift zuläffig bei BVerbindlichteiten jede!
Urt, aud bei gefeblihen, 3. B. kant fie au für die Erfüllung einer gefegligen Ulimel’
tationSpflicht außbedbungen werden. Sie fann ferner nicht nur bei der Eingehung der Ber“
bindlichfeit, Jondern aud nadHträglich vereinbart werden.
Die edhte VertragSftrafe (im Sinne der folgenden Paragraphen) feßt aber eine Ber“
bindligkett boraus und {ft Infofern akzefforifH (8 339).
1. Die im Berfehr nicht feltene felbftändige (Konftitntive) Bedentung einer Gira
bereinbarung, Verfbrechen einer Leiftung für den Fall, daß jemand etwas tut oder
unterläßt, worauf fein unmittelbarer Anfbruch befteht, fällt nit unter DE
gejeßlichen Begriff. Doch find fjolde Vereinbarungen — Dernburg II S. 246 hezeichnet 1
al8 {trafähnlige Berfpreden — in einer Beziehung (rücfichtlih des Ermäßigung?
recht3) entfpredhend zu behandeln (S 343).
In diejen Fällen de8 bedingten (jelbjtändigen) Strafverfprehen3 Hit, wie Rehbein I
S. 226 richtig herborhebt, nur die Strafe in obligatione, die Letjtung, Handlung 09“
Unterlaffung aber, zu der eine redhtlidh erzwingbare Verpflichtung nicht übernommen, p10ß
in conditione. Dagegen hei der eigentliden (akzefforijdhen) Bertragsftrafe ift die Strafabred®
eine NMebenabrede, neben der die Hauptberpfligdtung in obligatione bleibt. Yın übrigen if
Fowohl das jelbjtänbige wie das akzefforijdhe Strafverfpredhen ein bedingtes3 Rechtageäft,
und die allgemeinen Borfchriften über legtere8 (SS 158 ff.) würden darnadH an fih, nicht wie
land II S. 191 zu meinen jcheint, nur auf erftere8, {ondern auf beide anwendbar fel*
Eine nähere Betrachtung aber ergibt, daß diefe Anwendbarkeit eine fehr befhränkte ift. DM
a) da Strafverfprechen ij jtet3 auffchiebend bedingt; die Mefolutivbedingung tommtt
nicht in Frage;
b) die Bedingung ijt ftet3 eine Poteftativbedingung, d. h. ihr Eintritt oder Nicht
eintritt ijt dom Willen be8 bedingt Verpflidhteten abhängig;
B) bie obligatorijge KRücheziehung des S 159 ft dur den Awed de? Straf“
berfpredhenS ausgefchloffen ;
bie Ubficht der Parteien {ft {tet® darauf gerichtet, daß die Bedingung nit ein’
treten fol; auß diefem Grunde it aug jowohl die Anwendbarkeit des S 16
Abf. 1 mie die des S 162 au8gefchloffen. Der Eintritt der Bedingung zann
der Natur der Sadje nach nicht wider Treu und Glauben verhindert werdet
da ja gerade der Zwed der Strafe darauf geht, den Eintritt derielben zu DC
hindern;
ananwendbar {ft aud S 161, da e® fiH bei einem Strafverfprechen, fet diefes
nun fonftitutiv oder bloß afzeflorijdh, niemals um eine bedingte Berfügun9
handelt;
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