4. Titel: Draufgabe. BVertragsfjirafe. Vorbemerkungen. 299
£) denkbar i{ft alfv nur die Anwendbarkeit des $ 162 Abi. 2, fofern möglicherweife
der aus dem Strafverfpredhen Berechtigte den Verfall der Strafe wider Treu
und Glauben Herbeiführen kann. Bgl. OLG, Karlsruhe, Bad. Ripr. 1901 S. 121;
Neumann, Yahıb. Bd. 1 S. 256.
Nidt erforderlich ift bei der fonftitutiven Vertragsfirafe, daß die Hauptverbindlichteit,
Melde durch die VBertragsfirafe gefihert wird, ‚Flag har fein muß; fie darf auch. eine 5108
N <türlidge VerbindligG keit im Sinne der Borbem. S. 10 f. oben jein. BVBal. Dernburg II
S. 249. And, Anf. Cola IS 92 Anm. 2 und Endemann I Abt. 2 $ 183. Die bloß natürliche
Berbindliehteit darf aber nicht eine folde fein, bezüglid deren der Gejeggeber jeden Zwang
für Mnzuläjfig erlennt. Bol. Borbem. S. 11 zu b, ß. InZbefondere {ft das Veriprechen einer
Strafe für den Fall, daß die EingehHung einer Ehe unterbleibt, nidtig. (S 1297).
a Ein wichtiger Unterfhied zwijdhen der akzefforijhen (echten) Konventionalftrafe und der
.öiändigen (Eonftitutiven) ijt alfo der, daß erftere eine gültige Hauptforderung borauSfegt,
u. bei Unwirkjamteit des Hauptveriprehen3 fhlechthin ebenfalls unwirkjam ift, während
DE nur unwirkjam ft, wenn die Übernommene Hauptverpfligtung gegen zwingendes
*Ot oder die guten Sitten verftößt. Val. 8 344 Bem. 1.
% IL. Die VBertragäftrafe muß eine Vermögenöleiftung ausbedingen, fie wird in der
eb in Geld vereinbart, und die SS 339—8341 BGeziehen fih zunächft auf die vereinbarte
eelirafe. Der 8 342 erklärt diefe VBorjchriften für den Fall, daß eine an dere Zeiftung ver
der den it, für ent{predend anwendbar, {Hließt jedoch den Schadenserfaßanjpruch aus, wenn
X Gläubiger die Strafe verlangt; die nicht auf Geld gerichtete Strafabrede ift aljo ftet8 al?
“quiDalentvereinbarung für den Schadenzerjaß aufzufajfen. Val. Bem. 2 zu 8 342.
En Ueber den wejentlidgen Unterjhieb zwifjgen Konv entionalftirafe und Neugeld
“Sandelpän) vgl. & 359; Dal. ferner NGE. Bd. 43 S. 228, D. IJur.Z. Bd. 7 S. 118.
Derei Uu3 dem vorbeugenden Zwed der Vertragsfirafe (f. zu I) folgt auch, daß Straf
Gi Teinbarungen für dem Fall der Unrichtigkeit einer Zufiherung Über in der Vergangenheit
ne DBerhältnifje keine Vertragsitrafen im Sinne des Gejege8 find, fondern lediglich
or arungen über die Höhe des eventuellen Gemöhrleijtung3= oder Schadenzerfaganfbrudhs.
9. Senfferts Arch. Bd. 63 S. 142, Medhtipr. d. OLG. Bd. 16 S. 373.
lex IV. Seine Vertragsftrafe ijt die fog. Cafjatorifhe Klantel, Berwirkungstlaufel Dder die
Si °Ommissoria, die al8 Kefolutivbedbingung wirkt. Chenfo liegt keine Vertragsfirafe im
& Ane der folgenden Baragraphen vor, wenn der Verfall geliehenen Kapitals oder frebitierter
Ban erung bei nicht pünktliher Zindz= oder Ratenzahlung vereinbart worden ift. Denn die
Ten trafe erfordert die Einräumung eine3 von der Hauptverbindlig keit ver»
in wocnen AnjpruhH3 auf eine Leiftung. Val. oben zu IT, u. A. au Ztihr, f, Necht3pfl.
TauN{hweig 1908 S. 109 ff. (LL2, OLG. Braunjghweig).
Beyan Dagegen {ft e8 ftreitig, ob in der Vereinbarung, daß der Kaufpreis ji im Sale der
des Ad rung der Lieferung der Maufladhe um gewiffe Prozente vermindern fol, der 2ohn
6ein Tbeiter8 wegen Verfjehlungen desfelben gekürzt werden darf oder die Höhe des
Im en Binie8 im Falle nit rechtzeitiger Zinzzahlung fteigen fol, eine Vertragsfirafe
bur Inne der folgenben Paragraphen zu erbliden ift. Dagegen Sehbein II S. 228, Dern-
ne 1 6. 247, während Bland Bem, I zu 8 339%, Endemann IS 133 Inu 65, Kodlen,
ba IS, 142 die Beitimmungen über die BertragSitrafe auf foldhe YWbreden für ann *
ehem, Ih Halte fie zwar nicht für unmittelbar, wohl aber für entipredhend an-
bar. Bol. Bem. 1 zu S 389. | .
ba AV. Nebertragbarkeit des Strafanfpruchs: Der Anfpruch auf die EEE it
Den und aktiv vererblig; er {ft Kein Höcmftperfönliher, mie der öffentliche Strafe
Dutch, Daher {ft er au übertragbar. |
au8 Daß mit der Abtretung des Anfpruchz auf die Haupfleiftung aud) der Unjpruch
Str dem Strafvertrag übergeht, ift unbeftritten. Der Anjpruch auf die Bereit3 herwirkte
Det fe Tann aud) für fi allein abgetreten werden. Val. land II Bem. 4 zu 8 340, Rehs
w II S, 281, Dernbura II S. 248.