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Die Eisenbahnen: Linienführung.
Niederblicke auf die malerischen Thalgrüude und Aussichten auf die hehre Gebirgswelt
mit ihrem Trümmergestein, ihren ewig jungen Gletschern und blendend weißen Schnee
feldern. Die Brennerbahn, welche allerdings in dieser Hinsicht der Semmeringlinie nach
steht, ist 134 km lang. Sie enthält 30
Tunnels, 60 größere und viele kleinere
Brücken. Ihre größte Steigung von Inns
bruck bis zur 1367 in über dem Meeres
spiegel gelegenen Paßhöhe, der Wasser
scheide zwischen Sill und Eisack, beträgt
25 0 / 00 (1:40), von da bis Sterzing
22 °/ on (1: 44). Die Baukosten betrugen
56,4 Millionen Mark, was in Anbetracht
der geleisteten Arbeiten nicht sehr hoch
ist, hat man doch sogar bei Matrei die
Sill an stark gekrümmten Stellen durch
einen Tunnel abgelenkt (desgleichen bei
St. Peter den Mühlthalbach), allerdings
zu dem Zwecke, die sonst erforderlichen
Brücken zu ersparen und dafür das alte
Sillbett mittels Dammes zu übersetzen.
Im Vergleiche zur Semmeringbahn kann
sie eine brückeuarme Linie genannt wer
den, wie überhaupt ihr Bau durch sehr-
geschickte Ausnutzung des Geländes ver
hältnismäßig sparsam ausgefallen ist. Es
77. Führung der Krcnnerbuhn ii» Srhmirncr Thal. gekostet 1 Kill Brennerbahn 420900
Mark, dagegen 1 km Semmeringbahn
1 190000 Mark. Auch auf den nordamerikanischen Gebirgsbahnen und an anderen
Orten ist das Ausfahren von Seitenthälern ausgenutzt worden.
Eine bemerkenswerte Anwendung dieser Art der Linienentwickelung auf kleine Bahnen
zeigt die 1893 eröffnete Iverdon-St. Croix Bahn in der Westschweiz. Beide Endpunkte
haben in der Ge
raden etwa 10Km
Abstand, wäh
rend die Bahn
linie 24,3 Km.
mißt. Letztere er
reicht mit durch
schnittlich 26°/ 00
Steigung und
auf einer mehrere
Kilometer lan
gen Steilrampe
von 440(00 das
632 m über
Iverdon ge
legene St. Croix.
Die Spurweite
beträgt 1 m. Die
78. Führung der Nrennrrbahu im Mcrschihale. Züge werden
durch viercylin-
drige Wallet-Verbundlokomotiven (S. 218) befördert. Die Bergstrecke gewährt einen
prächtigen Überblick über die Hochebene des Waadt bis zu der alles überragenden
Montblancgruppe.