3. Titel: Miete. Pacht. SS 581, 582. 935
. 4, Sür die Mechtsftellung des VBerpächters3 fommt insbefondere in Betracht, daß
diefer nach $ 550 auf Unterlafjung Hagen kann, falls der Pächter einen vertrags=
mwidrigen Gebrauch macht. Ueber eine allgemeine Uusdehnung diefer Unterlafilungs:-
Hage vgl. Elgbacher, Unterlaungsflage S. 146.1
5. uch Dritten gegenüber erwächit dem VBerpächter ‚(nicht bloß dem Vächter)
aber u. a. die Verpflichtung, dafür zu f{orgen, daß das Wan in U
Zuftande ift 3. B. bei der Verpachtung eines Theaters 2C. Val. KOES. in Sur. Wichr. 1909
S. 275 Mr. 10.
V. 3u bj. 2, .
Die nahe Werwandt{haft zwifchen Miete und Pacht rechtfertigt es (zur Vermeidung
von Wiederholungen), allgemein auszujprechen, daß die Vorfchriften über die Miete auf
die acht entfpredhende Anwendung &. bh. immerhin unter Kückficht auf die befonderen
Verhbältniffe der Pacht im Cinzelfalle) finden follen, foweit {ich nicht aus den nachfolgenden
$5 582—597 ein andere8 ergibt. (Ueber den {yltematifchen Snbalt diefer BVaraarapheun
val. BVorbem.).K
1. Aus diefer analogen Anwendung feien beifpielsmweife hervorgehoben:
Die Borfchriften über Haftung des Verpächters wegen Mängel der verbachteten
Sache (58 537 ff); Befreiung des Pächter8 von der Entridhtung des Pachtzinfes,
wenn nnd joweit der Verpächter feine Verpflichtung, den verpachteten Gegenftand in einem
zum SZruchtgenuffe geeigneten Buitande zu gewähren, nicht erfüllt (j. 88 537, 541 mit
88 323 of. 1, 325 Ubi. 1 Saß 3 und vgl. oben Bem. IN, B, 3, b). | En
Cbenfo gelten die an das Prinzip „Kauf bricht nicht Miete“ ih anfchließenden
VBorfchriften der 88 571 ff. auch für die Wacht 20. (val. hiezu aus der Praxis aud Kur.
Wir. 1905 S. 487). .
Ueber vorbehaltlofe Annahme einer Teilrüdzahlung des Vachtzinies
bal. ROGES. hei Warneyer Erg.-Bd. 1908 Nr. 623.
2. IS abweidende Befonderheiten find dagegen Hhervorzukehren:
, Die weitergehenden Lflichten des Pächters in SS 582 und 586 an Stelle des S 536,
bie weitere Einfchränfung der Unterpacht durch S 596 Ubi. 1 (ftatt S 549 DT. 1),
Bezahlung des jährlichen Bachtzinfes, 8 584 (ftatt S 551 bi. 2), die befondere Rüc-
gewährpflicht bei der Pacht eines landwirtichaftlichen Orunditücks (83 591—594) und
die Folgen einer NE überhaupt in 8 597 in Analogie zu 8 557, das weiters
gehende Biandrecht des Berpächter8 eines landwirkchaftlidhen Grundfticks, 8 585 (itatt
85 559, 563), die geleßlichen KündigungsSfriften bei der Pacht, S 595 (an Stelle
des S 565), die Befchränkung bzw. a OT a de8 8 569 (od des Vächters) und
S 570 (BVerfebung des Rächter3) durch S 596 Abi. 2 und 3.
3. AS direkt unanwendbar bezeichnet Planck Bem. ‚6 die SS 544 und 580. Dieje
Yuffalfung erfcheint aber nicht richtig, denn das Bachtobjeft kann doch auch in einem
Gebäude oder einem einzelnen Stochverfe G. B. Gotel- oder Veniionsbetrieb) beftehen und
e8 ilt nicht et warum jene Paragraphen al3 ftrikte Borfchriften nicht auch für die
Bacht gelten jollen. Val. Dertmann Borbem. 6 vor S 581.
4. Weitere Befonderheiten HinfichtlihH der Pacht Können fidH auch aus dem
Sandesrecht U inSbefondere hei Jagd und Fifidherei durh Art. 69 ESG. 1.
Bem. zu diefem Art. und ferner oben in Bem. I, 1, c.
Vgl. 3. B. für Bayern die befonderen Vorjchriften in Urt. 22 des Gefjekes vom
30. März 1850, die Ausübung der Yagd betr.; für Preußen vol. au ROSE, Bd. 52
S. 126 ff, Nıipr. d. LG. Bd. 4 S. 44 und Zur. Wichr. 1902 Beil. S. 239.
VLDezüalich der Ueberganasbeitimmungen {. Vorbem. MN
S 582.
Der Pächter eines LandwirthjchaftlihHen SGrundftücds hat die gewöhnlichen
Ausbefferungen, insbefondere dieXder Wohn- und Wirth{chaftsgebäude, der Wege,
Gräben und Einfriedigungen, auf feine Koiten zu bewirken.
GE. I, 540; II, 522; III 575,
I. ANgemeines : . I
4. Die 885 582 —585 beziehen fich auf die Pacht eines Iandwirtihaitlihgen Grund:
itüds (ebenjo SS 591 und 592). N
Begriff: Unter Landmwirtfhaftlidhen Srunditücen (vgl. SS 998 und
1055) find folche zu bverftehen, welche landwirtichaftlichen BZweden im engeren Sinne
dienen, mie 3. SB. Wiefen, Felder, Nubaärten 2... einfchließlich der dazu aehörigen Gebäude