3. Titel: Miete. Pacht. 48 582—584. 937
ihaftung über die Vacdhtzeit hHinau3 von, Einfluß ind. Mit anderen Worten:
Der Nächter darf fein Recht mr fo ausüben, daß das Landwirtichaftlihe Grundftück in
feinem bisherigen wirt{icdhaftlidhen Beitand erhalten wird. In einer gewijfen
See N ftebt hiezu 8 591 hinjichtlidh der Kücdgewährsupflidt. .
Die hier zu Nenderungen en Erlaubnig8 Itellt aber Feine Zultims
mung im fenirDen Sinne dar, f. 8 182 Bem. 2 0. E. , 9
a) Der nähere Begriff der verbotenen Nenderungen wechlelt je nach der Urt
des bezüglichen Bachtobjetts und des Pachtverhältnities Im einzelnen. Sm
übrigen fönnen auch Unterlafjfungen einen derartigen nachteiligen CEin=
fluß üben. Val. unten 3. N
Die Schranke des 8 583 ift aber nur allgemeiner Natur, D. 5. der Pächter
darf den bisherigen wirtfhaftlicdhen Beltand nur im allgemeinen nicht ver-
ändern, dagegen muß er in der Detailausführung der Hruchtziehung
jreiere Hand haben, foweit er Damit nicht zugleich gegen jene allgemeine
Schranke verftößt. en
Beifpiele: Der Bächter darf auf einem Felde ftatt des bisherigen
KartoffelbaueS den NRübenbanu einführen, er wird nn eine {chlecte Wiele
vorübergehend anbauen dürfen, fofern er fie vor Ablauf der Macht wieder
ir eine Wiefe verwandelt; Dagegen wird er nicht ein einzelne8 gebachtetes
Seld als Kiesgrube benuben ürfen. Dauernde Anlagen auf dem Grund
Itücle, wie Gebäude, Gräben 2C., wird er überhaupt nicht erheblich ändern
ditrfen (vgl. Cofac S. 469).
_r S: Berlebt der Vächter das Prinzip des S 583, fo hat der Verpächter zur Abhilfe
ei Wege:
a) er fann entiprechend dem S& 550 auf Unterlaffung Hagen;
b) er bat, wenn die Vorausfeßungen de3 S 553 vorliegen, ein | ofortiges
EHE BE EU
_ Selbitverftändlih hat der Verpächter bei Verfchulden des Pächter8 auch Anfprugh
auf Sdhadenserfaß nach allgemeinen Grundjägen (f. S$ 276).
x 3. Hier fhlägt auch die Frage ein, vb der Pächter pofitib verpflichtet ift, den
Wachtgegenitand zu benußen. Hierüber ift folgendes zu jagen: .
Der Verpächter kan im allgemeinen nach der Natur der Pacht Keinen jelbit-
itändigen Anfpruc darauf haben, daß der Pächter während der Pachtzeit Dos Grund:
De wirflidh_bewirtfchaftet, fowenig wie der Vermieter allgemein verlangen Kann, daß der
Mieter die Sache wirklich benußt (vgl. Wem. UI zu 8 536), wenn nicht in der Pacht zu:
gleich ein ea oder Werkvertrag liegt. Der Sächter wird fih au von der Vers
pflichtung zur Bewirtfchaftung dadurch frei machen fönnen, daß er das Orundftück zur ük=
gibt; vgl. Sacubezky, Bem. S. 133 und %. II, 255. .. ,
Soweit aber im Einzelfalle der Mächter bei Fortdauer der Bacht eine derartige
Vernachläffigung eintreten 1äßt, weldhe vorausfichtlich zugleich auf die Art der Bewirt-
{chaftung über die Badhtzeit hinaus von Einfluß it, formt $ 583 in Betracht, d. bh.
der Str hier die in Bem. 2 befprochenen IKechte. SInfoweit harmoniert auch
8 583 mit der Worfchrift des S 591, wonach maßgebend it der Dultanb zur Beit der Mück-
gabe. Val. hiezu noch M. IN, 430 und B. II, 256, forwie auch Vertmann zu & 583.
Sinfichtlih der Teilpacht val. CErome, Bartiarifche Rechtsgefchäfte S. 93.
„4, Eine dem S 583 entfpredende VBerpflihtung wird auch bei anderen Bacht-
berhältnijfjen anzunehmen fein, hauptfächlich bei der Verpachtung gewerblidher Betriebe,
Rh SE Oler Arch. f. bürgerl. KR. Bd. 2 S. 324 und Archiv f. d. zivilift. Vraris Bd. 71
8 584.
Sit bei der Pacht eine Jandwirthjhaftlidhen Grundftücks der Pachtzinz nach
Sahren bemeffen, fo ft er nach dem MAblaufe je eines Pachtiahrs am erften
Werktage des folgenden Yahres zu entrichten.
©. I, 539; IL, 524; IM, 577. Grundkäds 6. Bew I
1. 8 584 tritt bei der Pacht eine3 IandwirtfeHaftlichen Grundftüds (]. Dem.
u 8 582) an Stelle des 8 551 Ubf. 2 aß eine Spezialvoricdhrift, foweit e3S fich um eine
dt na Sahren handelt. Selbitverftändlih liegt auch hier nur eine DiSspofitive
Yorm vor. .
2, Unter Bachtjahr it niet nofmendig das Wirtfchaftsjiahr zu bverftehen, viel-
mehr das von dem CH der Bacht an laufende beweglidhe Iahr. Sn den Ce
Sällen wird freilich aus praftiichen Oründen Vachtiahr und Wirtfchaftsiahr zutammenfallen.