8, Titel: Mäklervertrag. SS 652, 653. 1155
X. Neber Aufhebung des Möklervertrags und Aufhebungsgründe vgl. nn Vor-
em. & aD Sg lEmie 6 vor 8652, ferner Dörr a. a. DO. S. 641—643 und Lotmar
‚a. OD. n . 585.
8 653.
Ein Möklerlohn gilt al3 ftilljehHweigend vereinbart, wenn die dem Müller
übertragene Leitung den Umftänden nach nur gegen eine Vergütung zu er-
warten ift.
Sit die Höhe der Vergütung nicht beftimmt, fo ft bei dem Beftehen einer
Taze der tarmäßige Lohn, in Ermangelung einer Taxe der übliche Lohn als
vereinbart anzufehen.
®, IE, 588; IN, 648,
1, Die Vereinbarung eines Müklerlohns it wefentlih für daz Zuftande-
tommen des Müklervertrags. Dieje Vereinbarung fann ausdrücklich oder auch {till
(dweigend erfolgen. Sn leßterer Hinlicht fjeßt S 653 mit einer Beftimmung ein, die
anz dem Inhalte der SS 612, 632 beim Dienft- und Werkvertrag entipricht. Val. aha
die Bem. zu jenen Waragraphen zunächft hieher, fowie die bei Newmann Sahrb. 3d. VIH
5, 266 angegebenen Urteile. ,
&3 i{t im übrigen immer objektiv zu prüfen, ob die Tätigkeit des Möklers nur
Begen Vergütung erwartet werden Konnte, f. Ikipr. d. DLG. (Bofen) Bd. 3 S. 95
und vol. ferner au Sur, Wichr. 1905 S. 138, Recht 1905 S. 193, Recht 1908 Mr. 1367.
‚23. 8 653 gilt fowobI für die Fälle eines bloßen „RNadweifes der Gelegen-
Heit“, mie auch für diejenigen einer „Vermittlung“ (RB. II, 346).
3. Durch die Vereinbarung kann die Möklergebühr {owohl in fejter Summe
als au nach Vrozenten der GefhHäftstumme fejtgejebßt werden. ;
- 4. 8 653 Ab}. L wird regelmäßig dann zutreffen, menn der angegangene Mökler
‚eine Müklergejhäfte gewerbsmäßig betreibt. Seine Tätigkeit muß aber von dem
Seichäftsherın bindend angenommen worden fein. Bloße nicht akzeptierte Zudring-
üchfeiten eine8 Unterhändler3, wie jolde nicht jelten vorkommen, Können an und für fich
och feine Nechtaverbindlichkeit begründen. Aigl. näher Bem. MN, 1, f und 5, c zu S 652.
Darauf deuten auch die Worte: „übertragene Leijtung“ in $ 653 Abi, 1 hin. Diefe Worte
Jaben übrigens nach B. 11, 645 ff. auch die Vedentung, daß der Makler an und für fich
MDäklerlohn nur von feinem Auftraggeber, nicht aber auch vom Wertragsgegner in Un-
Ipruch nehmen fanın vol. Bem, VIL zu & 652 und 1. auch 8 654 über vertragsmidrige
Tätigfeit für beide Teile).
5. Die Höhe des Mäklerlohns richtet ich:
3) zunächit nach der Vereinbarung. Ergängend greift 8 653 Abt. 2 ein.
Bol. ferner audh Bem. IN, 8 zu $ 652.
5) Ueber Taxen, die in Norddeutfchland beftehen, vgl. die Bem. 1 zu S 653
bei Kuhlenberk und Neubauer, Arch, f. bürgerl. N. Bd. 6 S. 8.
Taren find ferner durch das ReichsSitellenvermittlergeieß vom
2. Juni 1910 ROBL S. 860 eingeführt, deren Höhe durch die einfOHlägigen
Landesbehörden Tfeftzufeben find, vgl. an 8 5 Dbiefes Gef. (Leilung der
Sebithr zwijchen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, wenn beide die Vermittlung
in Ange nehmen.)
ZandesgefeBlicdhe Borfchriften zwingender Natur über Höhe
der Mäklergebühr in dem Sinne, daß über ein gewilfes Maß hinaus eine
Möklergeblihr audh durch Vereinbarung der Barteien nicht rechtSgültig ber
iprochen werden Könnte, oder daß, wenn von beiden Teilen einem Mätkler
in Lohn gewährt morden ift, der über den beftimmten Höchitiag hinaus
zehende Betrag von dem Teile, der noch keine Zahlung geleiftet, auch nicht
zefordert werden dürfe) find nach Art. 55 ES. aufgehoben, vgl. Sur. Wichrt.
1908 S. 321 und ROES. Bd. 68 S. 195.
As „Üblider Lohn“ wird vielenort3 in Nord= wie Sübdeutfchland
namentlich bei Orundftücsverkänufen 1 Prozent des Kaufpreifes
betrachtet (vgl. au DLS. Karlsruhe bad. Ripr. 1906 S. 3).
Ueber Schiffskäufe im Hamburg vgl. Ganj. Ger3Z. 1906 S,. 296.
X zn Rahmen des of. 1 ift insbef, auf 88 315, 316 zu verweifen, zvgl.
ublenbectf a. a. DO. und Kıpr. d. OLG. (Gamburg) Bd. 8 S. 439.
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