Full text: Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

10. Titel: Auftrag. SS 668—670, 1191 
x 4, An Mebereinitimmung mit dem gemeinen Rechte (vgl. Bernburg, Band. Bd. 2 
$ 116, 2, a, Windicheid-Kipp, Pond. Bd. 2 S. 803) ‚und dem HLR. (Tl. IV cap. 95 6 
Ziff. 2, 3; über andere Kechte |. MM. II, 541 Note 1) gewährt das BGB. dem Beaufs 
rogten Anfpruch auf Erfaß der von ihm zum Zwede der Ausführung des Aut- 
tragS gemachten Aufwendungen, obne Nückficht darauf, ob die Tätigkeit des Beauf- 
tragten den durch den Auftrag bezweckten Erfolg hatte oder nicht (M: 11, 541). 
a Unter „Aufwendungen“ find nicht nur Geldaufwendungen zu verftehen (vol. 
Bem. 2, c zu 8 1835), Sind andere Gegenitände als Geld auf- 
zewendet worden, fo geht der AUnfpruch auf Erfaß des Wertes der auf- 
gewendeten SGegenftände, Nah Urt. d. Keichsger. vom 5. April 1909 in 
Sur. Wichr. 1909 S. 311 verftebt das Gefeß unter Aufwendungen „die auf 
eiem Willen beruhende Auslage oder Aufopferung von VMermbgenswerten 
jur Erreichung eine8 gewifien Zwedes“ (nicht unter $ 670 fällt daher eine 
ınbeablichtigte Einbuße an Gefundheit oder körperlicher Unverfehrtheit; vgl. 
Diezar die fritifden Bemerkungen von Höniger im Arch. f. bürgerl. N. Bd. 35 
S. 272 F.). Ueber Bahlung von Frachtzujchlägen f. Urt. dD. SKeichSger. vom 
), Sarlt 1910 Recht 1910 Nr. 3168. Auch eigene Zätigkeit des Beauf- 
iragten kann als Aufwendung im Sinne des 8 670 erfcheinen, foweit fie nicht 
unmittelbar auf die Ausführung des Auftrags en und nicht anzu= 
zehmen ift, daß auch diefe Tätigkeit Der ne über- 
Aommen werden follte (vgl. Neumann Note 7, Scho meyer S. 124, BPland Bem. 2, 
Dernbura S& 297, I, Urt. d. DL®G. Celle vom 10. November 1905 Ripr. d. 
DCS. Ud. 12 S. 274 f.; 1. oudh S 181, 8 1835 Aof. 2 und Bem. 2, d zu 
s 1835). Das gleiche gilt für Nufmendung eigener Sachen Jeitens 
de Beauftragten. 
Ueber die Frage, inwieweit ein durch Beitverfäumni8 Derbei- 
gg‘ Berdien|tentgang als AYufwendung erachtet werden Kann, f. 
Bd. IV Bem. 2, c zu 8 1835; vgl. auch DYVYertmann Bem. 2, Pland Bem. 2 
and RKOR-Komm. Bem. 2, 
Behauptet der Auftraggeber, die für die Aufwendungen erforderlichen Beträge 
dem Beauftragten DDr A hoffen zu haben S 669), fo ift er: biefür 
heweispflidhtig Gem. 3 zu $ 669. 
Die Borfchriften des 8 670 fin dispofitiver Natur, daher fönnen die 
Aniprücdhe des Beauftragten durch (au8&bdrücklicdhe oder CI Ber: 
»inbarung fowobhl erweitert al? eingefchränkit werden (Pland VBem., 1). 
2. Sinfichtlich des Umfangs diefes Erfaßanfpruchs ift nicht (wie im & 669) der 
Döjektive, fondern der fudbjektive Makitab aufgeftellt. Entfheidend ift ‚alfo 
nicht, ob die Aufwendungen wirklich erforderlich waren, fondern, ob fie Der Beauftragte 
bei Unwendung der ihn obliegenden Sorgfalt (dj. Borbem. 5) den Umftänden nach für 
erforderlich halten Durite 8. II, 541; val. ES. 1, 595 Abi. 1 Sag 2: „AS erforderlich 
geworden gelten die Nufwendungen, weldhe der Beauftragte bei Anwendung der Sorgfalt 
zine8 ordentlichen HauSvaterS zum Zwede der MAusführung des Auftrags für erforderlich 
Huiehen hatte“: f. au Dernburg, Band. Bd. 2 8 116 Anm. 11, Windidheid-Kipp, Band. 
5.2 S. 804 Anm. 16, GS®S. $ 110 Hof. 1). . . 
y Selbftverftändlih muß der Beauftragte auch in Ddiejer Beziehung in erfter Linie 
en Weifungen des Auftraggeber3 Rechnung iragen (8 665 und Bem. 1 hiezu). 
8, Berzinfungspilicht. Nach SS 670 und 256 Sag 1 hat der Auftraggeber den 
vom Beauftragten aufgewendeten Betrag oder, wenn andere Gegenftände als Geld 
gewendet worden find (f. oben Bem. 1), den alS Erfaß ihres Wertes zu A 
per ag von der Zeit der ANulwendung an zu verzinfen. (€. I, 595 Wof. 2, €. 1, 601 
Ol. 1 Sag 2, GE. 11, 657 Cab 2, IM. 11, 541 ff, REN, 90, 57 M.; vol. HÖB. SS 110 
Me D 8 flichtumg des Beauf Berzinfung de8 für {ich 
eber die Verpflichtung de eauftragten zur Berzinjung des für ih ver» 
mendeten Geldes {. 8 668 und Bem. hiezu. 
. 4, Nach SS 670 und 257 fann der Beauftragte, der zum Zwede der Ausführung 
eS Yujtrags eine Nerbindlichkeit eingegangen ift, Befreiung von der Verbindlichkeit 
Yrlangen; ij die Verbindlichkeit noch nicht fällig, 10 kann der Muftraggeber, ftatt den 
eauftragten zu befreien, idm Sicherheit leiften (€, I, 595 61. 3, €. IN, 601 Abi. 2, 
MM. Il, 542, 9. 11, 365 ff.; L Dem. I zu 8 257; vgl. bar. Dberit, LG. Bd. 7 6. 458 1, 
Urt. 5. Neichsger. vom 8. Kuni 1903 ROSE. Bd. 55 S, 93, Urt. d. OLG. Hamburg vom 
5 Oitober 1908 Ripr. d. DLG. Bd. 18 S. 18 und binfichtliH des Kommiffionärg Urt. d. 
eichsger. vom 10. Dezember 1900 ROSE. Bd. 47 S. 125). . 
Bett: Sit die Nebernahme einer Bürgf Haft Gegenitand des Auftrags, 10 finden die 
eftimimunaen des & 775 Anwendung f. Bem. 5 zu S& 775). 
)!
	        
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