L226 VIL Abjdonitt: Sinzelne Schuldverhältniffe.
‚ ©, Der Beweis, daß der Gefchäftsführer nicht die Abficht hatte, Erfaß zu verlangen,
obliegt, wie fih aus der Faflung des S 685 Ubf. 1 On dem Ge{chäftsherrn (IM. Il,
363; vgl. Dernburg, Band. a. a. O., bayr, Oberft. LG. Bd. 12 S. 384, Urt. d. OLG,
Karlsruhe vom 12. April 1901 Recht 1901 S, 408), Gievon macht jedoch S 685 Mof. 2
im Anfichluß an das fach. GB. S 1354; val. Dernburg, Band. a. a. O., Windfheidb-Kipp,
Band. Bd. 2 S. 918 Ann. 15, BLR. Il. 1 cap. 4 8 7 Ziff. 13, NOS, Bd. 10 S. 117 ff.
dayr. Oberft. LG. Bd. 8 S. 559) eine Ausnahme durch Aufftellung einer ANuslegungs-
vegel (vol. Bd. I Bem. 7 zu S 138) für den Zall, daß Sltern oder Boreltern ihren
Abfömmlingen oder diefe jenen Unterhalt gewährt haben. In einem jolchen Sale
joll, wenn nicht das Gegenteil vereinbart oder aus den Umftänden zu entnehmen ilt,
genommen werden, daß der den Unterhalt Gewährende nicht in der Wbficht gehandelt
habe, von dem Empfänger Erfaß zu verlangen val. 88 1429, 1618).
a) Selbftverftändlich handelt e8 fich hiebei nur um die Fälle, in denen ohne
NedhHt8pflicht oder über die beftehende Verpflidtung bimaus
$. 88 1601 #.) Unterhalt gewährt worden i{t (M. IL, 864; Bd. IV Bem. 4
N 8 1602; ungenau Dernburg S 302 a. €). Der Erlabanipruch des den
nterhalt gewährenden Wizendenten oder Defzendenten gegenüber dem
A des Unterhalt3 BVerpflidhteten wird durch die
Beitimmung des $ 685 Abf. 2 nicht berührt M. IT, 864, Urt. d. DLG,
Dresden vom 19. April 1905 fächf. Arch. Bd. 15 S. 733, Urt, d. OLG. Braun:
[chweig vom 5. März 1909 Nipr. d. OLG. Bd. 20 S. 224; 1. 8 1607 Ubi. 2
Saß 2, Bd. IV Ber. 6, a zu 8 1607; vgl. auch 8 1709 Abi. 2 Sag 1, E®.
Art. 103 und Bem. Hiezu).
Unter „Abfömmlingen“ find die durH unehelihe Zeugung ver-
bundenen Perfonen infojern nicht inbegriffen, al8 daS uneheliche Kind_und
defien Vater nicht al3 verwandt gelten ($ 1589 Abi. 2, 8 1705; ebenfo Dert-
mann Bem. 3, a; vol. Bd. IV Bem. 4, C zu 8 1589). Dagegen findet die
Bea des 8 685 Mol. 2 auf Kinder aus nidhtigen oder anfecdht-
Saren Chen, auf legitimierte und an Rindes Statt ange:
nommene Rinder infoweit Anwendung, als foldhe Kinder al8 ehelich gelten
oder die rechtliche Stellung von ehelichen Rindern haben (vol. Bd. IV Bem. 3
zu $ 1699, Bem. 7 zu $ 1719, Bem. 2 zu 8 1736, Bem. 1 und 3 zu 8 1757).
s ee den Begriff der „Boreltern“ f. Bd. IV Bem. 4, e zu
Sn der IL. Komm. wurde beantragt, die Auslegungsregel des & 685 Ubi. 2
für den Zall, daß vor dem den Unterhalt Gemwährenden ein anderer unterhaltS-
pflichtig fet, infoweit auszufchließen, als der Erfaß aus der dem anderen für
die Zeit der Gemährung des Unterbalts obliegenden Leiftung erlangt werden
fönne (vgl. 88 1613, 1711) eventuell den Wbi. 2 überhaupt zu ftreichen. Zur
Begründung diefes Antrag wurde geltend gemacht, daß außerdem die
Mutter, die ihr unehelihes Rind alimentiert und hiebei al8 delfen
Sefchäftsführerin gehandelt habe, von dem Rinde auch dann nicht Erfaß
gerlangen könne, wenn jpäter der unehelihe Bater zuF Nachzahlung von
Alimenten angehalten werde, Der Antrag wurde aber mit Rückicht darauf
xbgelehnt, dag e8 fich bei der fraglichen Beltimmung nur um eine Aus
(equngSregel handle, die namentlich für den Fall der Alimentation groß
jähriger ebhelicher Kinder Bedeutung habe, während fie beiunehelidhen
tindern in der Regel nicht zutreffen merde. Ob die Mutter,
die ihr uneheliches Kind alimentiere, alS Gefhäftsführerin des
Rindes oder des unehelidhen Bater3 anzufehen fei, laffe fihH nicht
allgemein, Jondern nur nad) Lage des einzelnen Falles ent{dheiden CB. VI,
190 #.). Regelmäßig (inSbefondere, foweit e8 fich um jugendliche, noch nicht
zrwerbsfähige Rinder handelt) wird das Leßtere anzunehmen fein.
8685 Ubi. 2 ift auch auf den Fall anwendbar, daß zwilchen den Voreltern
und den Wbfömmlingen unterhaltspflidgtige EN
U (Beichl. d. DLS. Kena vom 15. Sanıar 1906 3. Kur.3.
Yuf die EEE einer Austattung darf 8685 Ab]. 2 bei dem
Ausnahmecdharakter dieler Borfchrift nicht ausgedehnt werden. Das gleiche
3ilt von der Gewährung einer AusSjteuer, Joweit fie das Maß des An:
gemeffenen überfteigt (val. Bd. IV Bem. 5, a zu 81620 und Bem. 2, d
zu 8 1624).
3, Hinfichtlih des BVerzichts$ auf bereits entitandene Srfakanibrüche gelten die
allgemeinen Grundläße (Crome 8 255 Anm. 49).
a)