Full text: Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

VIL AbfchHnitt: Einzelne Scouldverhältnifie. 
Gegenitand des VermahrungSvertrags {find regelmäßig individuell bes 
immte Sachen, möglicherweife aber auch vertreibare Sachen S 91; 
„individuelle“ — „offene Verwahrung“; vol. Crome $ 275 Biff. 6; 1. Terner 
S 700 und Bem. BO | 
Eine Verfon fan felbitverftändlich nicht Gegenftand eines Vers 
mahrungsvertragS fein. Fit die Führung der Muflicht über eine Berion 
3. 3. ein Rind oder einen Seiftestrankfen) veriprodhen, fo wird regelmäßig 
Kuftrag, Dienit- oder Werkvertrag in Frage itehen (val, S 832 Abi. 2). 
Daß der Hinterleger Eigentümer der hinterlegten Sache jet, wird zum 
Begriffe der Verwahrung nicht erferbert; ebenfowentg, wird die Bufläffigfeit 
aine8 Verwahrungsvertrags dadurch ausgefchloffen, Daß die hinterlegte Sache 
dem Berwahrer gehört MM. Il, 571, 579, ZG. II, 340; ebenio Lland 
Bem. 2, Crome 8 275 Anm. 23, Matthiaß S. 344; vgl. auch DHYertmanı 
Borbem. 5 und Bem. 2, b zu S 695; über die Einrede des Eigentum gegen“ 
über der Alage des Hinterlegers auf Herausgabe |. Bem. 1 3u 8 695; ‚Hr 
das gemeine Recht 1. Dernburg, Band. Bd. 2 8 92 Anm. 8 und 23, ind» 
icheib-Ripp, Rand. Bd. 2 S. 602 Anm. 3, S. 592 Anm. 5, NOGOE, Bd. 15 
S, 210; vgl. BLR. Il. IV cap. 2 8 7 Biff. 2, 3); Ginfichtlich der Miete 
‘oben S. 782 Bem. B, I, 2 zu 8 535 und S. 851 ff. Bem, I, 4, € zu S 556. 
Die den Gegenitand des Verwahrungsvertrag3 bildende bewegliche Sache 
muß dem Verwahrer bereit3 übergeben fein, d. b. der Vermwahrer 
muß bereits den Befiß der Sache (wenn auch nur im Wege des 8 854 
3l6i. 2 If. auch 88 929 Sat 2, 930]; vol. binfichtlihH des BER. ROSE. Bd. 1 
S. 391 ff.) erlangt haben. Der Merwahrungsvertrag ift allo nach BOS. 
mie nach den meiften früberen Kechten (Hinfichtlich des gem. . 1. Senf 
Rand. Bid. 2 892, Windicheidb-Kipp, Band. Bd. 2 S. 601 Anm. 3; Dal. PLN. 
1. I Sit. 148 9, BLR. IL IV cap. 2 8 2; über andere Mechte 1. MM. IL 
569 Note 2) Mealkontrakt, nit Konjenfualkontrakt MM, Il, 
369 ff, 36. IL, 339, %. Il, 392 ff.; eDenfo Yacubezky, Bem. S. 144, Bland 
Borbem. IL, fowie Borbem. I vor S 598, Dertmann Borbem. 1, ROR Komm. 
VBorbem. 1, Buchka S. 138 Note 5, Endemann I S 185 Ziff. 1, Goldmann: 
Lilienthal S. 714, Kudlenbek VBorbem., Schollmeyer S. 131, Dernburg 
S 349, Ill, Ecd-Leonbard S. 539, Fildher-Genle Iote 2, Urt, d. DL. 
Rönigaberg vom 14. Februar 1902 Eeuif. Arch. Bd. 57 Nr. 186; f. auch 
Schloßmann in Sherings Sahrb. Bb. 45 S. 1 ff., 69 ff, 74, 85; and. Anf. 
Cojack I 8 154, MI und Meisner Bem. 2). | 
Verpflichtet fich jemand, eine ihn er ft 3u übergebenbde bewegliche 
Sache aufzubewahren, fo liegt kein Verwahrungsvertrag um Sinne der 
38 688 ff., jondern ein im BGB. nicht befonder3 geregelter Vertrag (pac- 
tum de deponendo) vor, der nach den für Verträge im allgemeinen 
geltenden Grundfäßen (SS 145 ff.) zu beurteilen ft (über den mehrfach hierauf 
Ingewendeten Begriff des „Vorvertrags“ |. Bd. 1 S. 500 f. HZ. 8). Yuf 
rund eineS derartigen Vertrags kann beanfprucht werden, daß Dderienige, 
der fih zur Aufbewahrung der Sache hereit erklärt hat, He in Verwahrung 
nimmt; der Berwahrer N aber berechtigt, nach Maßgabe des & 696 die 
Kücnahme der hinterlegten Sache zu verlangen. Do auch derjenige, der 
ich zur Aufbewahrung bereit erklärt hat, auf ©rund des pactum de depo- 
nendo beanfpruchen kann, daß die Sache bei ihın hinterlegt werde, hängt 
von der Auslegung des Vertrags ab (SS 157, 242) In der Regel wird 
die Frage zu verneinen fein, da ein DEE DE Vertrag meiften8 im aus 
jließlichen Interelie des Sinterleger3 gefchlol en wird, doch it au das 
Begenteil möglich; mit Unrecht wird daher von manchen Schriftitellern ganz 
allgemein behauptet, daß eine Berpflihtung zur Auslieferung an nn 
der die Aufbewahrung verfprocdhen hat, durch den borausgegangenEN Konjen- 
fıalvertrag nicht begründet werde (Jo im Unjehluß an ME, 11, 570 Dernburg | 
& 349, II, Goldmann-Lilienthal S. 714, Crome 8 275 Anm. 13, Filchers“ 
Denle Note 2, Scholmeyer S. 131 H.; wie hier dagegen Plan Borbem. IL; 
).. au Dertmann Borbem. 1). Die Frage it troß der Borfchrift des S 695 
Jinfichtlih des Anfpruchs auf Erfaß der in Erwartung der Hinterlegung 
gem asdten Yufmendungen nicht ohne praktifihe Bedeutung (vgl. Bem. 8 zu 
3 . 
Während nach gen. N. das depositum, menn auch mit dem VBerfprechen 
und der Annahme eines Honorar$ vereinbar, SEN A unentgeltlich war 
a Band. Bd. 2 S 92, Windfcheid-Ripp, Band. Bd. 2 S. 601; 
sbenfo BLR. Tl. IV cap. 28 7 Riff. 4; über andere Rechte f. M. IL, 571 
1) 
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