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In dem folgenden Beispiele aus der Holzbearbeitungsindustrie
werden Maschinen- und Handarbeit getrennt berechnet:
Holzkasten:
Material, fertig bezögen Mk. 3,20
„ selbst bearbeitet „ 2,— Mk. 5,20
Maschinenlöhne Mk. 4,20
-f-70.0/0, Zuschlag ,, 2,94 „ 7,14
Handarbeitslöhne Mk. 6,90
+ 40 o/o Zuschlag „ 2,76 „ 9,66
Mk. 22,—
+ 10p/o Gewinn „ 2,20
Mk. 24,20
Man muß jedoch in vielen Fällen, insbesondere in Großbetrieben,
weiter gehen und fordern, daß für jede Werkstätte der Einzel
betriebe ein besonderer Zuschlag berechnet werde x ). Beispiele sollen
die Gründe hierfür zeigen. Die eine Werkstätte arbeitet mit teuerer
Arbeitsausrüstung, .vorwiegend mit Werkzeugmaschinen, die eine
größere oder geringere Kraft beanspruchen; in dieser Werkstatt
werden alle Arbeiten durch Handarbeit von Arbeitern, in jener
durch weibliche Arbeiter, in einer anderen nur durch Lehrlinge
besorgt. Hier ist der Verbrauch an teueren Werkzeugen sehr groß,
die Löhne sind höher; dort sind bei geringen Lohnkosten die all
gemeinen Betriebskosten außerordentlich hoch, z. B. infolge aus
gedehnter Verwendung maschineller Einrichtungen. Die eine mecha
nische Werkstatt arbeitet ohne Maschinen; trotz der hohen Löhne
und der teueren Werkzeuge sind die allgemeinen Kosten gering.
Eine Emailwerkstatt erfordert bedeutende Unkosten wegen der starken
Inanspruchnahme der Glüh- und Schmelzöfen, der Behälter, in denen
die zu emaillierenden Gegenstände geglüht, gebeizt werden. Hingegen
sind die Betriebskosten einer Schleiferei, Montagewerkstätte, Schmiede
usw. verhältnismäßig geringer.
Wie jeder Betrieb, so verursacht jede Werk
stätte Betriebsunkosten, die für einzelne Werk
stätten erheblich voneinander abweichen. Eine sum
marische Berechnung derart, daß man die Unkosten aller Werk
stätten zusammenzählt und einen durchschnittlichen gleichmäßigen)
Prozentaufschlag auf alle Löhne ermittelt, ist deshalb im allgemeinen
zu verwerfen. EinDurchschnittssatzistnurdann rich
tig, wenn gleichartige Erzeugnisse hergestellt
') Vgl. Deutsche Industrie-Zeitung Nr. 2 von 1905. S perl ich, Reform
der Unkostenberechnung in Fabrikbetrieben, Hannover 1904. Distribution of
Shop costs (in The Iron Age, Vol. 75, Nr. 1 von 1905).