Full text: Die Selbstkosten-Berechnung industrieller Betriebe

188 
In dem folgenden Beispiele aus der Holzbearbeitungsindustrie 
werden Maschinen- und Handarbeit getrennt berechnet: 
Holzkasten: 
Material, fertig bezögen Mk. 3,20 
„ selbst bearbeitet „ 2,— Mk. 5,20 
Maschinenlöhne Mk. 4,20 
-f-70.0/0, Zuschlag ,, 2,94 „ 7,14 
Handarbeitslöhne Mk. 6,90 
+ 40 o/o Zuschlag „ 2,76 „ 9,66 
Mk. 22,— 
+ 10p/o Gewinn „ 2,20 
Mk. 24,20 
Man muß jedoch in vielen Fällen, insbesondere in Großbetrieben, 
weiter gehen und fordern, daß für jede Werkstätte der Einzel 
betriebe ein besonderer Zuschlag berechnet werde x ). Beispiele sollen 
die Gründe hierfür zeigen. Die eine Werkstätte arbeitet mit teuerer 
Arbeitsausrüstung, .vorwiegend mit Werkzeugmaschinen, die eine 
größere oder geringere Kraft beanspruchen; in dieser Werkstatt 
werden alle Arbeiten durch Handarbeit von Arbeitern, in jener 
durch weibliche Arbeiter, in einer anderen nur durch Lehrlinge 
besorgt. Hier ist der Verbrauch an teueren Werkzeugen sehr groß, 
die Löhne sind höher; dort sind bei geringen Lohnkosten die all 
gemeinen Betriebskosten außerordentlich hoch, z. B. infolge aus 
gedehnter Verwendung maschineller Einrichtungen. Die eine mecha 
nische Werkstatt arbeitet ohne Maschinen; trotz der hohen Löhne 
und der teueren Werkzeuge sind die allgemeinen Kosten gering. 
Eine Emailwerkstatt erfordert bedeutende Unkosten wegen der starken 
Inanspruchnahme der Glüh- und Schmelzöfen, der Behälter, in denen 
die zu emaillierenden Gegenstände geglüht, gebeizt werden. Hingegen 
sind die Betriebskosten einer Schleiferei, Montagewerkstätte, Schmiede 
usw. verhältnismäßig geringer. 
Wie jeder Betrieb, so verursacht jede Werk 
stätte Betriebsunkosten, die für einzelne Werk 
stätten erheblich voneinander abweichen. Eine sum 
marische Berechnung derart, daß man die Unkosten aller Werk 
stätten zusammenzählt und einen durchschnittlichen gleichmäßigen) 
Prozentaufschlag auf alle Löhne ermittelt, ist deshalb im allgemeinen 
zu verwerfen. EinDurchschnittssatzistnurdann rich 
tig, wenn gleichartige Erzeugnisse hergestellt 
') Vgl. Deutsche Industrie-Zeitung Nr. 2 von 1905. S perl ich, Reform 
der Unkostenberechnung in Fabrikbetrieben, Hannover 1904. Distribution of 
Shop costs (in The Iron Age, Vol. 75, Nr. 1 von 1905).
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.