Full text : Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

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VII. bichnitt: Einzelne Scohuldberhältniffe.

Hat der Gläubiger den Beginn des ZeitabfHnitts erlebt, für den die Rente
im voraus zu entrichten ijt, fo geblihrt ihım der volle auf den BZettabjHnitt entfallende
 Betrag.
€ I, 661; II, 702; III, 747.
1. Die Beftimmung, daß die Leibrente im vorau8 zu entrichten ift, ent{pricht
ihrem regelmäßigen Zwece, zum Unterbalte des Berechtigten zu dienen MW. II, 639).
Ginfichtlich der 3 eit, auf welche die Mente im voraus zu entrichten ijt, foll (im An-Iluß
 an 8 1154 Sab 2, 3 des Jächf. BO.) der Gegenftand der Leibrente maßgebend
jein: it Geld Gegenitand der Rente, fo ift fe auf drei Monate vorauszuzahlen,
während im allen anderen Fällen Belhaffenheit und Zwed der Rente
ED © nr Rornrente wird im Zweifel jeweils nach der Ernte zu entrichten
jein, Sepp S. 16).
Die, Beftimmungen des $ 760 Ab]. 1 und 2 find dispofitiver Natur, Können
alfo durch Vertrag abgeändert merden. Dagegen darf bei Anwendung des $ 760 auf die
Kentenanfprüche aus unerlaubter Handlung nah S& 843 BOB, und S 7 Haitpflichtgef.
{f. unten Bem. 3) der Richter nicht von der Regel des S 760 Wbf. 1 und 2 abweichen
und eine andere Zahlungsart (etwa Borauszahlung für ein Sabhr) fejtfeben (fo mit Necht
ah d DE vom 9. Kuli 1908 ROSE. Bd. 69 S. 296 H.; and. Anf. Crome $ 339
nm. 39).
2, Die Vorfchrift des $ 760 Abf. 3 greift Jowohl in den Fällen des Ubi. 2, als
auch dann laß, wenn der Zeitabfchnitt, für welchen die RMente im voraus zu entrichten
ift, durch Vertrag anderweitig geregelt it (f. au Urt. d. YDLSG. Rolmar vom 2. Dezember
1909 Recht 1910 Mr. 681). Aus diefer Borfchrift ergibt fich, daß die Erben des Kentenaläubiger&,
 der den Beginn des fraglichen A erlebt hat, auf die Leiftung des
aoflen borauszuentrichtenden BetragS der Rente AnfpruchH haben, dagegen zur Herauss
AT Erblafier bereits bezogenen Kente nicht verpflichtet jind Mi. II, 639 ff.,
"Der Nahwei8 des Erlebenz obliegt dem Rentengläubiger (ebenfo Planck
Da a aa 8 251 Anm. 15, Schollmeyer S. 165; and. Un]. Zifdher-Henle Note 3);
. au .
3. Die Beftimmungen. des $ 760 finden auf die gemäß 85 528, 834—845
F. aud GHaftpflichtgef. $ 7 in der durch E®. Urt. 42, 11 feftgef. Fallung), 1351, 1361,
1580 zu entridhtenden Geldrenten inhaltlich diejer Vorjchriften Anwendung.
lieber die Frage, ob der Richter bei Teitfeßung diefer Renten von den Normen des & 760
Mbf. 1 und 2 abweichen darf, |. oben Bem. 2 Wobf. 2. Ginfichtlih der Unterhaltspflicht
der Verwandten und des unehelichen Bater8 f. 88 1612, 1710 (val. VBorbem. 2, b).
4, YNeber die Mage auf künftige Entrichtung einer Leibrente (ZPO. & 258)
f. Borbem. 7.
5. Ueber die Berjährung f. Borbem. 3.

8 761.
Zur Gültigfeit eines Vertrag, durch den eine Leibrente verfprochen wird,
ft, Joweit nicht eine andere Form vorgefdhrieben tft, fAHriftliche Ertheilung des
Beriprechens erforderlich.
& L—: IL —: IL —

1. Form. Die Entwürfe gingen von der Anichanung aus, daß fein Grund vorliege,
Hinfichtlidh des LeibrentenvertragS$ von dem Grundjage der Formfreiheit der Verträge
abzumweichen (MM. 11, 638). Dagegen hat die RMeichstagskomm. im Hinblik auf Die
Wichtigkeit folder Verträge und die unter Umftänden lange Dauer ibrer Wirkffamkeit das
Erfordernis der {Hriftlichen Form für die Erteilung des VBerfprechens (nicht auch
jür defien Annahme) aufgeftellt HER. 92; vgl. ZO, VI, 485; hinfichtlidh des in diefer
Beziehung früher geltenden RechteS |. IN. 1, 638 Note 2).
Neber die EN E des Erfordernifies der fhriftlidhen Form f. 8 126 und
Bem. biezu (f. auch Urt. d. NMeichsger. vom 12. Dezember 1907 NOS. Bd. 67 S. 214:
der wefentlide Inhalt des Rechtzgejchäftz muß fih vollitändig und unmittelbar aus der
Urkunde ergeben; die Örenzen zulöfliger Auslegung durch andere Zatumftände dürfen
aber nicht zu eng gezogen werden). I . .
Verjtoß gegen die Vorichrift des S 761 bewirkt Nichtigkeit des Vertrags
(S 125; val. Ecciu8 a. a. OD. S. 12.
            
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