16. Titel: Leibrente. 88 760, 761. — 17. Titel: Spiel. Wette, 8 762, 1373
Die Schriftform muß fih auf alle Beftandteile des Qeibrentenver=
'prechen8 eritreden; {pätere Nenderungen des Seibrentenvertrag8 bedürfen der
Schriftform nur injoweit, als die Verpflidtungen des Schuldners eine Erhöhung erfahren
jollen land Bem. 2, b; val. auch ROR. Komm. Bem. 3 und Urt. d. OLG. Riel vom
9. Dezember 1907 Nipr. d. IC Bo. 18 S. 36). . ,
Sit das Leibrentenverfprechen in dem die VBerpflidhtung 3UT Geibrentens
beftellung begründenden fFanjalen BVertrage noch nicht enthalten, fo bezieht
ich das Formerfordernis des $ 761 immer auch auf den Kkaufalen Bertrag CROES. Bd. 67
S,. 211 Hz f. au unten Bem. 4 und 7).
2, 8 761 {priht mır von dem BVertrage, durhH den eine Seibrente verfprochen
wird. Durch einjeitiges Rechtsgefhäft G. DB. Auslobung, |. Vorbem. 2, a) kann
aljo auch mündlich eine Leibrente mit Rechtswirkfamfkeit verlbrochen werden (ebenfo
Secius8 a. a. ©. S. 11 MKote 1).
3. Die Borfchrift des 8 761 gilt auch für Yentenverfprechen, die dem Bwede der
Ausitattung (S 1624) dienen. Demgemäß bedarf ein MHusitattungsverfprechen, Das die
Hergabe eines nach den Umftänden angemejjenen GeldkapitalzS zum Gegenftande hat,
feiner Horm, während das zum De der Ausftattung abgegebene Kentenverfprechen
jchriftlich erteilt Jeim muß (Urt. d. Reichsger. vom 23. Mai 1906 und vom 28. April 1907,
ROES. Dd. 63 S. 324, N 3. f. N. 1907 S. 349, Urt. d. DLSG. Frankfurt a. M. vom
31. Mai 1907 Necht 1907 S. 1134; val. Bem. 3, a zu S 1624). Ueber die Anwendbarkeit
de8 8 761 auf Benfiongverträge |. Borbem. 1 Ubi. 2.
+, Die Vorfchrift des $ 761 greift nur Plas, foweit nicht eine andere Zorm
Dana Tele den iit. Hienacdh {ft 3. B., wenn das Verfprecdhen einer Leibrente Ki
al8 Schenkung daritellt, gerihtlidhe oder notarielle Beurkundung des Ber] prechens
erforderlich (S 518; IR. H, 638; f. auch SS 311, 312, 313, 2371, 2385 und Bem. 2 zu 8 310).
Erfolgt das Verfprecdhen einer Leibrente durch Berfügung von Tobes wegen, 10
ind natürlich die erbrechtlidhen. Formvorfcdhriften maßgebend.
„9. Die wegen Verftoßes gegen $ 761 eintretende Nichtigkeit wird auch durch
Geiderfeitige WA nicht gebeilt CROE Bid. 67 S. 208); denn eine VBorfhrift,
wie fie 3. 5. 518 Abi. 2 F. auch $& 766 Sag 2) enthält, ijt hier nicht getroffen und ein
allgemeines RE erfennt das BGB. nicht an (f. Yd. I Bem. II, 2
zu S 125; val. Wand Bem. 4, RÖR. Komm. Bem. 3, Dernburag 8 201, IN; and. Ani.
Dertmann Bem. 4). Nach 8 313 Sag 2 wird aber das mündliche Merfprechen einer Leib-
vente, wenn die Gegenleiftung in der Nebertragung des Eigentum3 an einem Grundftücke
beftebt, durch Yuflaffung und Eintragung in das Grundbuch wirkfjam (Dernburg $ 201,
{IL Bland Bem. 6, Eccins a. a. DO. ©. 15 “
6. 8 761 it au anwendbar, wenn das Verfprechen einer Leibrente Beftand-
teif eine8 anderen Vertrags iit (ebenfo Pland Bem. 5); inwieweit foldhenfalls
mangel8 Schriftform der ganze Vertrag nichtig ift, bemißt fich nach S 139.
. 7. Ueber die Frage der Anwendbarkeit des S 761 auf einen fog. Borvertrag
f. Bd. I S. 502 ff, Blank Bem. 3; hinfichtliH des die Verpflichtung zur Beitellung der
Qeibrente begründenden Kaufalvertrags f. oben Bem. 1.
8. 8 761 findet au auf Altenteil8verträge ff. Norbent. 5) Anwendung
rt. d. DLG, Kiel vom 9. Dezember 1907 Ripr. vd. YLG. Bd. 18 S. 36).
Siebzehnter Titel.
Syiel. Wette. 7)
'Erläutert von Dr. Th. Engelmann.)
8 762.
Durch Spiel oder durch Wette wird eine Verbindlichkeit nicht begründet,
Das auf Grund des Spieles oder der Wette Geleiftete kann nicht deßhalb zu-
cückgefordert werden, meil eine Verbindlichkeit nicht beitanden hat.
*) Ziteratur: W. v. Seeler, Der Spieleinwand, Arch. j. bürgerl. I. Bd. 24
SS. 1f.; N Nußbaum, Der Spieleinwand (Eine Erwiderung), ebenda Bd. 24 S. 325 f.;
RAohler, Auslobung und Wette (Nr. S der Studien z. BGB.), ebenda Bid. 25 S. 1 f.;