Zerfall des Reiches.
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es sich für ihn noch handeln. Er fand sie darin, daß er in
längeren Verhandlungen mit dem Sultan Kamel die Aus—
lieferung von Sidon sowie von Jerusalem, Bethlehem und
Nazareth nebst den zwischen ihnen liegenden Orten und Straßen
erreichte; nur der Zugang zu zwei Moscheen in Jerusalem
blieb den Moslemin gestattet. Darauf hielt er am 17. März
1229 als Gebannter unter den Verwünschungen der päpstlichen
Partei seinen Einzug in Jerusalem, setzte sich in der Grabes—
kirche die Krone des heiligen Landes aufs Haupt und fuhr
dann heimwärts, während der Patriarch die entweihten Stätten
mit dem Interdikt belegte.
In Italien hatte inzwischen die Kurie denselben sinnlosen
Widerstand, wie in Palästina, organisiert; ein päpstliches
Söldnerheer, von Bettelmönchen begleitet, war in Apulien ein—
zefallen. Als Friedrich am 10. Juni 1229 in Brindisi landete,
legte sich freilich der lose Spuk: Gregor konnte sich den
mmerhin nicht unbedeutenden Erfolgen des Kaisers nicht
derschließen: am 28. August 1280 hat er ihn vom Banne
gelöst.
Friedrich aber mochte lächelnd der eigenartigen Fahrt zum
heiligen Lande gedenken, die, halben Herzens unternommen, bei
der thörichten Haltung der Kurie dem kaiserlichen Namen gleich—
wohl noch Ehre genug gebracht hatte. Von neuem wandte
er sich der festeren Organisation seiner Reiche zu. In Sizilien
war dabei das begonnene Werk nur noch zu vollenden. Im
August 1231 erschienen die Konstitutionen von Melfi; sie um—
schrieben endgültig die Verfassung des Königreiches im Sinne
eines absolut regierten Beamten- und Polizeistaates, wie die
Welt bisher noch keinen gesehen hatte; sie wiesen Friedrich die
fast unumschränkte Verfügung zu über die finanziellen Kräfte
des Landes.
Schwieriger lagen die Dinge in Deutschland. Hier hatte
der Kaiser von Anbeginn verwickelte Verhältnisse gefunden, und
seit seinem Weggange im Jahre 1220 hatten sich die Schwierig—
keiten keineswegs gemindert.