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dustrie zurück. Die Haarlemer hüteten das Geheimnis ihrer Bleich-
methode sehr sorgsam?!); schließlich half ihnen das nichts mehr;
Nemnich konnte 1809 nur noch von dem ‚„‚immer mehr sinken-
den Zustande‘ dieses Gewerbes berichten?).
Neben den Bleichereien besaß Haarlem eine wirkliche Textil-
industrie, die schon Ende des 16. Jahrhunderts einen guten Namen
hatte. Nach 1578 kamen aus den südlichen Niederlanden 6—700
Familien, die der Leinwandindustrie hier einen festen Sitz schufen?).
Im Jahre 1586 wurde durch Lambert Cambys die Kammer-
tuchweberei eingeführt; 1595 erhielt Paschier Lamertyn,
der aus Kortryk kam, einen Octroi für die Damastweberei, die er nach
neuem Stil betrieb; er verfertigte namentlich Servietten*). Neben
feinen Tafeltüchern wurden in Haarlem nun die berühmten Bontjes
oder Bonten hergestellt, d. h. mit Baumwolle vermischte Leinen-
stoffe; sodann vortreffliche Zwirne, Leinenbänder usw. Insbeson-
dere im 17. Jahrhundert stand diese Industrie in hohem Ansehen’).
Einige ihrer Zweige, namentlich soweit die kostbaren Stoffe in Be-
tracht kamen, gingen schon früher ein, wohl gerade wegen ihrer
Kostspieligkeit. Ebenso verschwand im 18. Jahrhundert die Fabri-
kation der seidenen und baumwollenen Strümpfe, woran wohl z. T.
die infolge der großen Konkurrenz verwandten minderwertigen
Rohstoffe, die das Fabrikat in Mißkredit brachten, die Schuld
trugen. In Verfall geriet auch in der Mitte des 18. Jahrhunderts
die Fabrikation von Zwirn, Woll- und Leinengarn. Am längsten
hielt sich hier die Industrie der gewebten Spitzen; die erst Anfang
des 18. Jahrhunderts von Everaarts eingeführt wurde. Sie
zählte bald mehr als 600 Bandstühle®). Die Errichtung ähnlicher
1) Über die Haarlemer Bleichereien sehr ausführlich Eversmann,
S. 89 ff.; er zählte damals 8 Leinen- und 10 Garnbleichen; erstere arbeiteten für die
ganze Welt, vorzüglich für England; Volkmann, S. 229f; Büsch, Be-
merkungen, S. 64. Nach Macpherson, Annals, II, S. 703 (zu 1698) be-
trieben die Holländer meist die Weberei und das Bleichen; das Garn werde zum
größten Teil in Deutschland gesponnen, wo die Löhne billiger seien.
23) Nemnich, sS!/103
3 Janssen van Raay, S. s2ff.
4) Six, Paschier Lamertyn, S. 85 ff.
5) Volkmann,S.234£) Nemnich, S.06ff.! Allan ‚IV, S 566 £.
Schon 1613 erwähnt Laurefici die ‚tele finissime‘“ Haarlems (Reise, S. 423).
8) Allan IV, SS 574.
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