Full text: Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

18, Titel: Blürg{jhaft. 3 774 1425 
Einwendungen des HauptfjhuldnerS gegenüber dem Bürgen, 
1) Macht der Bürge, der den Gläubiger befriedigt Hat, gegen den Hauptichuldner 
auf Grund des zwifdhen ihm und diefem beitehenden Nedht8- 
verhältniffes (3. B. Auftrag, Gejcbhäftsführung obne Auftrag) Keareß- 
mnfprüche geltend 0. oben Bem. 1 Abi. 1), 10 f{tehen dem Hauptichu dner 
’e(bftverftändlich die aus diejem RKechtsverhältniffe ‚ich EEE CN Ein- 
myendungen zu. Dagegen kann der Hauptihuldrer dief em Unfpruche des 
Bürgen gegeniiber nicht mit einer ihm Gegen den Gläubiger zuftehenden 
a erung aufredhnen (Urt. d. Reichsger. vom 17. Oktober 1904 
ROCS. Bd. 59 S. 207 ff). 
Macht der Bürge die nach $ 774 Abi. 1 Sab 1 auf in übergegangene 
Sordherung des @läubiger$ gegen den Hauptichuldner geltend (f. oben 
Bem. 1 WAbf. 2), fo fteben nach 88 412, 404 dem Hauptfhuldner die Ein- 
mendungen 3zu, die zur Zeit des Horderungsübergangs3 gegen den Gläubiger 
begründet waren (3. B. daß die Horderung noch nicht fällig fei, wenn der 
Bürge den Gläubiger vor en der Forderung befriedigt hat, vol. 
Dernburg 8 289 Anm. 12). Der Bürge für den Ausiteller und Indoffanten 
eines WechjelS erlangt durch Einlöfung des Wechfels auch die Rechte gegen 
den Alzeptanten, jedoch belaftet mit den dem Abzeptanten gegen den. Muse 
;teller zuftebenden Einwendungen (Urt. d. Keichsger. vom 13. Oktober 1905 
Seuff. Arch. Bd. 62 Nr. 84; and. Unf. Urt. d. OLG. Hamburg vom 
3. November 1906 23. 1907 S. 359 ff.) 
Nah S 774 Ab, 1 Saß 3 fan der Hauptfchuldner aber auch dann, 
wenn der Bürge die nach S 774 Abf. 1 SaB 1 auf ihn übergeg angene 
Sorderung des Släubigers geltend macht, ibm diejenigen Ein» 
vendungen entgegenfeßen, die {ich au8 dem zwifden ihm und dem 
Bürgen beitehenden Ned tSverhältnis ergeben (. oben unter a). 
Dat 3. DB. der Bürge fich in der Abficht verbirgt und den Gläubiger be- 
"riedigt, um dem Hauptichuldner ein Geldhent zu machen, oder ft er dem 
Hauptichuldner gegenüber auZ einem befonderen Rechtsgrunde zur Be: 
‘riedigung des Släubiger8 ohne Anfpruch auf Erfab verpflichtet gewefen, 
‘9 fanı er die auf ihr übergegangene a bes ®läubiger8 gegen den 
Dauptichuldner nicht geltend machen IM. II, 674; f. auch das oben unter a 
>rwähnte Urt, d. Neichsger.). 
J 
5. DBefriedigt der Bürge den Gläubiger, ohne eine der Forderung entgegen: 
itedende Einrede des Haubtidnldners geltend zu machen, fo verliert er den Negreß 
gegen den Hauptichuldner infoweit, al8 die Einrede der Horderung entgegengeftanden 
wäre, da die Einrede nunmehr auch ibm al3 Rechtsnachfolger des ®läubigers& entgegen- 
itebt (88 412, 404; f. oben Bem. 4, b; vol. BLR. Ihl. IV cap. 10 8 15 Biff. 6, Täch!. 
SS. S 1471 Saß 2). Aus einem etwa vorliegenden Auftragsverhältniz oder au der 
Sefchäjtsführung obre Auftrag wird er, wenn ihm das Beltehen der Einrede bekannt 
war (für den gegenteiligen Zall f. SS 670, 683), regelmäßig um deswillen feine Nechte 
ableiten fönnen, weil er in foldem Falle nicht auftragsgemäß bzw. nicht im Interelle 
des HauptichuldnrerS gehandelt hat IM. 11, 676; bal. das in Bem. 4, a erwähnte Urt. d. 
Heidhsger.). Inwieweit der Bürge vom Öläubiger daz Geleiltete zurücfordern Kanır, 
beftimmt jich nach 88 812 ff. DBefriedigt der Dürge ben Oläubiger in Unkenntnis 
davon, Daß die Haupifhuld bereits getilgt ift, jo fann ein Nebergang nach 
3 774 of. 1 Saß 1 nicht Bla greifen, der Bürge kann aber, insbefondere wenn 
?r in entfchuldbarer Unkenntnis gehandelt hat, nach S 670 oder $ 683 regreßberechtigt 
jetn; felbftverftändlich muß er folchenfall8 die ihm qcoen ben Gläubiger zujtehende con- 
Jictio indebiti dem Hauptfchuldner abtreten (vol. Vertmann Bem. 1, c und 6, RNONR.- 
m Dem. 4, Bland VBem, 6, g, Dernburg 8 289, IN, 2, Goldmann-Lilienthal S. 821 
Anm. 5). 
0: 0b der Bürge verpflichtet ift, vor Befriedigung des Gläubiger8 hiezu 
die Genehmigung des Hauptjhuldners zu erholen und nach Befrie: 
digung des @läubigers dem Gauptfhuldner hievbon Mitteilung zu 
machen, beftimmt fich nach dem en ihm und dem Hauptichuldner beftehenden Recht3- 
verhältnis (|. in8be]. SS 666, 681; 3%. II, 675 ff, A®. Il, 468 if.; Dal. BLM. ZU I 
Sit. 14 8$ 342 If, BLR. Il. IV cap. 10 8 14 Biff. 3—5, äh. GB. 8 1478). 
Bol. hiezu Dertmann Bem. 6, Endemann I 8 192 Anın. 10 und 11, Bland Bem. 6, a, 
Soldmann-Lilienthal S. 821 Anm. 5, Sifcher-Genle Note 2, Dernburg & 289, IM, 2, Crome 
S 297 Anm. 23, Neumann Note 4, c. 
Hinfichtlih der Streitverkündung f. ZBO. 88 72 ff. 
Staudinger, BB, Mb (Schuldverhältniffe. Engelmann: Bilralbaft), 5/6, Auf, >
	        
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