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VIL AbfdHnitt: Einzelne Schuldverhältniffe.
tritt der Fälligkeit der Hauptverbindlichfeit Befreiung zu verlangen, it uns
tree) (Urt. d. RMeichSger. vom 22. September 1904 KOS. Bd. 59
. 10 HM.)
Dem Bürgen fteht ein Anfpruch auf Sicherheitsleitung nicht zu.
®) Neber die Unanwendbarkeit des 8 775 auf die bloße Mitunterjhrift
sine8 Wechijel8 |. Urt. d. DLG. Marientverder vom 11. Sunt 1905
Recht 1905 S. 431.
„2. Die Umjitände, die den Bürgen nach S 775 berechtigen, Befreiung von der
Bürgichaft zu verlangen, find:
a) wefentlide Verfhledhterung der VermögensSverhältniffe des
Saupt{chuldrers (vgl. 88 321, 610); ob eine foldhe vorliegt, hat der Richter
nach freiem Srmefjen zu enticheiden (val. Urt. d. Neichsger. vom 12. Iuli
1906 ROR.-Komm. Bem. 3);
wefentlide Er{hwerung der EN gegen den Haupt-
ichuldner infolge einer nach Nebernahme der Bürglchaft eingetretenen Aenz
derung feines Wohnjikes, feiner gewerblichen Miederlahfung oder feines
SEO ES (SM. ML, 677; val. Bem. 1, a—c zu $ 772, Bem. 1, b zu
8 773);
Berzug des HGauptichuldners (SS 284 ff); eine dem Hauptfhuldner nach
Yalligfeit feiner Schuld vom Gläubiger ohne Zultummung des Bürgen ge-
vährte Stundung vermag das dem Bürgen nach S 775 Abi: 1 Mr. 3 zu-
itebende Mecht auf Befreiung nicht zu beeinträchtigen (Urt. d. Neichsger.
vom 22. September 1904 ROGES. Bd. 59 S. 10 ff);
Erwirkung eines vollftredbaren Urteils auf Erfüllung gegen den
Bürgen feitens des Gläubigers (%ß. VI, 385); „volljtredbar“ {ft auch Das
ir vorläufig vollitredbar erklärte Urteil (BO. 8 704). Ueber diefe „Reflex
wirkung“ eine5 Bivilurteils f. KAuttner, Die privatrechtlidhen Nebenwirkungen
der Bivilurteile S. 37 ff; 1. auch ebenda S. 220 ff
3, Selbitverftändlih kann der Anfpruch auf Befreiung von der Bürglhaft dem
Bürgen durh Vereinbarung mit dem Hauptihuldner au für den Fall gewährt
werden, Daß die Vorausfebungen des $ 775 nicht gegeben find DR. I, 677 ff.) während
anderleitz Verzicht des Bürgen auf das ihm nach & 775 Mn Recht nicht aus-
zefchloffen it; ein_derartiger Verzicht bedarf, da e8 fich hiebet nur um das Verhältnis
des Bürgen zum Hauptihuldner handelt, nicht der {AOriftliden Form (Dertmann Bem., 4,
land Dem. 8, NOR-Komm. Bem. 2.
4, Ob der Bürge, der {ih im a bi des Haupt{huldners Ve hat, gemäß
87669 Borfehuß für die ZUT Erfüllung der Bürgjehaftsverbindlichkeit erforderlichen Yufz
wendungen verlangen kann, hängt von der Auslegung des AuftragsvertragsS ab. In der
Regel wird diefe Frage zu verneinen fein (vgl. SR. VI, 385; ebenfo DVertmann Bent. 3;
nach Bland Bem. 7 feht dem Bürgen ein Recht auf Borfchuß überhaupt nicht zu; ebenfo
Silher-Henle Note 4, ROGRNR-Komm. Bem. 1).
5. Der dem Beauftragten als folden zuftehende Anfpruh ouf Befreiung, von
übernommenen VBerbindlichkeiten (f. Bem. 4 zu 8 670) {tebt dem Bürgen nicht zu, da die
88 670, 257 injoweit durch $S 775 eine Modifikation erleiden (Urt. d. Neichsger.. vom
29, September 1904 ROSE. Bd. 59 S. 12). ;
6. Neber die Fraft Gefebes eintretende Befreiung des Bürgen f. 88 776, 777.
8 776.7)
Giebt der Gläubiger ein mit der Forderung verbundenes Vorzugsrecht, eine
für "fie beftehende Hypothek, ein für fie beftehendes Pfandrecht oder das Recht
gegen einen Mitbüirgen auf, fo wird der Bürge injoweit fret, al8 er aus dem
aufgeaebenen Nechte nach S 774 Hütte Eriag erlangen fönnen. Dies gilt auch
*) Val. Marcu3, Der Anfpruch dez Bürgen auf Diligenz des Gläubigers gegenüber
dem Hauptihuldrer nach dem BGB., Recht 1902 S. 456 ff; W. Kramer, Der Schuß des
Bürgen bei Jhuldhafter Behandlung der Haubtforderung durch den Gläubiger, Erl. Inaug.-
Difj., Osnabrüd 1907; S. Kaufmann, Die Diligenzbiliht des Gläubiger3 gegenüber dem
Büraen nach heutigem Recht, Erl. Inaug.-Difl., Bona-Leipzig 1909.