Full text: Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

‘28 
VIL AbfdHnitt: Einzelne Schuldverhältniffe. 
tritt der Fälligkeit der Hauptverbindlichfeit Befreiung zu verlangen, it uns 
tree) (Urt. d. RMeichSger. vom 22. September 1904 KOS. Bd. 59 
. 10 HM.) 
Dem Bürgen fteht ein Anfpruch auf Sicherheitsleitung nicht zu. 
®) Neber die Unanwendbarkeit des 8 775 auf die bloße Mitunterjhrift 
sine8 Wechijel8 |. Urt. d. DLG. Marientverder vom 11. Sunt 1905 
Recht 1905 S. 431. 
„2. Die Umjitände, die den Bürgen nach S 775 berechtigen, Befreiung von der 
Bürgichaft zu verlangen, find: 
a) wefentlide Verfhledhterung der VermögensSverhältniffe des 
Saupt{chuldrers (vgl. 88 321, 610); ob eine foldhe vorliegt, hat der Richter 
nach freiem Srmefjen zu enticheiden (val. Urt. d. Neichsger. vom 12. Iuli 
1906 ROR.-Komm. Bem. 3); 
wefentlide Er{hwerung der EN gegen den Haupt- 
ichuldner infolge einer nach Nebernahme der Bürglchaft eingetretenen Aenz 
derung feines Wohnjikes, feiner gewerblichen Miederlahfung oder feines 
SEO ES (SM. ML, 677; val. Bem. 1, a—c zu $ 772, Bem. 1, b zu 
8 773); 
Berzug des HGauptichuldners (SS 284 ff); eine dem Hauptfhuldner nach 
Yalligfeit feiner Schuld vom Gläubiger ohne Zultummung des Bürgen ge- 
vährte Stundung vermag das dem Bürgen nach S 775 Abi: 1 Mr. 3 zu- 
itebende Mecht auf Befreiung nicht zu beeinträchtigen (Urt. d. Neichsger. 
vom 22. September 1904 ROGES. Bd. 59 S. 10 ff); 
Erwirkung eines vollftredbaren Urteils auf Erfüllung gegen den 
Bürgen feitens des Gläubigers (%ß. VI, 385); „volljtredbar“ {ft auch Das 
ir vorläufig vollitredbar erklärte Urteil (BO. 8 704). Ueber diefe „Reflex 
wirkung“ eine5 Bivilurteils f. KAuttner, Die privatrechtlidhen Nebenwirkungen 
der Bivilurteile S. 37 ff; 1. auch ebenda S. 220 ff 
3, Selbitverftändlih kann der Anfpruch auf Befreiung von der Bürglhaft dem 
Bürgen durh Vereinbarung mit dem Hauptihuldner au für den Fall gewährt 
werden, Daß die Vorausfebungen des $ 775 nicht gegeben find DR. I, 677 ff.) während 
anderleitz Verzicht des Bürgen auf das ihm nach & 775 Mn Recht nicht aus- 
zefchloffen it; ein_derartiger Verzicht bedarf, da e8 fich hiebet nur um das Verhältnis 
des Bürgen zum Hauptihuldner handelt, nicht der {AOriftliden Form (Dertmann Bem., 4, 
land Dem. 8, NOR-Komm. Bem. 2. 
4, Ob der Bürge, der {ih im a bi des Haupt{huldners Ve hat, gemäß 
87669 Borfehuß für die ZUT Erfüllung der Bürgjehaftsverbindlichkeit erforderlichen Yufz 
wendungen verlangen kann, hängt von der Auslegung des AuftragsvertragsS ab. In der 
Regel wird diefe Frage zu verneinen fein (vgl. SR. VI, 385; ebenfo DVertmann Bent. 3; 
nach Bland Bem. 7 feht dem Bürgen ein Recht auf Borfchuß überhaupt nicht zu; ebenfo 
Silher-Henle Note 4, ROGRNR-Komm. Bem. 1). 
5. Der dem Beauftragten als folden zuftehende Anfpruh ouf Befreiung, von 
übernommenen VBerbindlichkeiten (f. Bem. 4 zu 8 670) {tebt dem Bürgen nicht zu, da die 
88 670, 257 injoweit durch $S 775 eine Modifikation erleiden (Urt. d. Neichsger.. vom 
29, September 1904 ROSE. Bd. 59 S. 12). ; 
6. Neber die Fraft Gefebes eintretende Befreiung des Bürgen f. 88 776, 777. 
8 776.7) 
Giebt der Gläubiger ein mit der Forderung verbundenes Vorzugsrecht, eine 
für "fie beftehende Hypothek, ein für fie beftehendes Pfandrecht oder das Recht 
gegen einen Mitbüirgen auf, fo wird der Bürge injoweit fret, al8 er aus dem 
aufgeaebenen Nechte nach S 774 Hütte Eriag erlangen fönnen. Dies gilt auch 
*) Val. Marcu3, Der Anfpruch dez Bürgen auf Diligenz des Gläubigers gegenüber 
dem Hauptihuldrer nach dem BGB., Recht 1902 S. 456 ff; W. Kramer, Der Schuß des 
Bürgen bei Jhuldhafter Behandlung der Haubtforderung durch den Gläubiger, Erl. Inaug.- 
Difj., Osnabrüd 1907; S. Kaufmann, Die Diligenzbiliht des Gläubiger3 gegenüber dem 
Büraen nach heutigem Recht, Erl. Inaug.-Difl., Bona-Leipzig 1909.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.