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VII. Ybjnitt: Einzelne Schuldverhältuifje.
leiftete unter Berufung auf die Nichtigkeit zurücfordere, nicht deshalb
zurüclgewiejen werden dürfe, weil Sitie und Anftand erfordere, auch
eine formell nichtige Zufage zu erfüllen, oder weil eS unanftändig fei,
fi auf den Zormmangel zu berufen (BB. II, 696). Daher wird regelmäßig,
foweit nicht die bejonderen Umftände des einzelnen Jalle8 eine
abweidhende Beurteilung rechtfertigen, die Nücforderung bdesijenigen
zuläflig fein, wa8 auf ©rund eine8 wegen Zormmangel8 nichtigen
KechtSgerhäft8 in ‚der irrtümlichen Annahıne des Beltehen3 einer
Verbindlichkeit geleiftet worden it; „wo das Gefeß die @ültigfeit
einer Willenserklärung an eine beftimmte Form Inüpft, fann die Nicht»
erfülung oder Nichtbeachtung derfelben nicht als eine Verlegung von
Treu und Glauben oder als ein Berftoß gegen die guten Sitten an:
gefehen werben, mag immerhin ein Mann von vornehmer Sefinnung
Bedenken tragen, von dem Einwand des Formmangel8 Gebrauch zu
machen“ (Urt. d. NMeichsger. vom 1. Juni 1904 ROE. Bd. 58 S. 218;
bal. Bd. I Bem. II, 3 zu S 125, Reichel Im Archiv f. b. 3ivilift.
Praxis Bd. 104 S. 3 ff.,_Urt. d. Meichsger. vom 7. Juni 1902 RGOE.
Bd. 52 6. 5, vom 830. Oftober 1902 D. Iur.3. 1908 S. 31 f., vom
20. Yovember 1908 Kecht 1909 Nr. 259, towie vom 7. Kanuar 1910
KOS. Bd. 72 S, 343, Urt. d. DLO. Jena vom 6. Dezember 1902
Kipr. d. DLG. Bd. 6 S. 228, Urt, d. VLG. Dresden von 23. November
1904 jächf. Arch. Bd. 15 S. 108 ff.; 1. audH Bem. 3, c, « zu S 826).
Yeber die Zuläffigkeit der Rückforderung des auf Grund verbotener
Börjenterminsgefdhäfte (f. Bem, V zu S 764) Sefleifteten f, Urt.
d. Neichsger. vom 15. Juni 1904 Necht 1904 S. 576, vom 14. Oktober
1903, 30. Mat 1904, Sur. Wichr. 1904 S. 39, 407, von 19. Januar
1906 echt 1906 S. 257, vom 9. Mai 1908 Jur. Wichr. 1908 S, 467 ff.,
bom 15. Juni 1910 Warneyer Erg.=Bb. 1910 S, 358 (leßtere8 zu
8 64 Mbl. 2 des neuen Börfengel.).
Zweifelbalt und befiritten it, ob die Rückforderung ausgefchloffen it,
wenn der Gemeinfhuldner (in der irrtümlihen Annahme einer Berpilichtung
biezu) nad Beendigung de3 Konkurfes durd ZwangsS>-vergleich
feinen ®läubigermn mehr al8 die ihnen nach dem
Zmangsbergleiche zukommen de Yuote bezahlt hat (vgl.
RO. 8 181 und die Konım. hiezu). Nach den Motiven (II, 833; val.
36. 11, 426) fol die Zurüdforderung zuläflig fein. Mit Recht wird
jedoch von anderer Seite betont, daß der Gemeinfchuldrer auch nach
Abichluß eine3 ZmwangsSvergleih3 zu vollftändiger Befriedigung der
Ronkursgläubiger morali{dh verbilichtet bleibt, bie Rückforderung folder
Mehrleiftungen daher gemäß S 814 ausgefdhloffen ift (Meisner
Note 4, SGoldmann-LilienthHal S. 869 Anm. 13, Dernburg S$ 375
Unm. 18, Dertmann Bem. 5, Aubhlenbed Note 1, Hachenburg S. 66,
Weyl I S. 519, Iaeger, Romnu. zur RO., 2. Aufl. Ann. 5 zu S 193,
Urt, d. DL®G. Kolmar vom 28, April 1903 Kipr. d. OLG. Bd. 8
S. 89, Urt. d. Neihsger. vom 29. April 1909 Kur. Wicdhr. 1909 S, 361;
vgl. binfichtlidh des8 früheren Nechtes ROS. Bo. 6 S. 227 {ff., Bd. 35
S. 216 ff, Bd. 42 S. 118 #.; nach Planck Ben. 3, b zu $ 813 fol
eine fittlidhe Biliht zur Leiftung nur unter ganz befonderen Uı-[tänden
anzunehmen fein). Ueber die Burücforderung de3 zur Er-Füllung
eine8 gemäß S 181 ®D. nichtigen Aötommens Geleifteten
EM De HL. Dresden vom 30. Januar 1902 fächf. Arch. Bd. 12
©, (ÖL MM.
HinfichtlihH des Wechfelregreffes8 vol. Urt. d. Neichsger, vom
25. April 1901 ROS. Bd. 48 S. 148 (wird im ale des Kücklauf?
des WechjelS der Vormann vom Negreije des Hintermannes frei, 10
ergibt {ich daraus, daß erfterer den Wechfel an leßteren verkauft hat,
für den Vormann feine moralijdhe Verpflichtung, für Nachläfjigkeiten
des HintermanneS einzuitehen und Nachteile abzuwenden, die diefer
lich dur Berfehen (8. BB. ungültige Protefterbebung] zugezogen hat;
and. nf. Urt. d. DSG. München vom 5. Dezember 1900 Akipr. d.
DLS, Bd. 2 S, 44.)
Der Beweis, daß die Leiltung einer fittlidHen Pflicht oder einer
auf den Anftand zu nehmenden KRückiht entfprach, obliegt dent Be-Hayten
(ebenfo RGR.: Qomm. Bem. 2.
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