25, Titel: Unerlaubte Gandlungen, SS 824, 825. - 1621
„Die Subfumtion, der weiblichen Gejchlechtsehre unter die durch S 823 Abi. 1 ge
Ihüßten Rechtsgüter it nach der (Sntftehungsgerchichte des & 825 (f. oben Bem. 1) aus-
zefhloNen (Bem. II, A, 2, e, y zu S 823); wohl aber Kann durch eine Verlegung der
weiblichen Gefchlechtsehre der Tatbeitand des S 826 ertüllt werden (val. Windfcheid=Kipp,
Band. Bd. 2 S. 952) . .
, Die Einwilligung der SGejbhädigten fchließtXden Unfpruch aus & 825 nicht aus
‘vgl. Bem. 11, B, 5 zu 8 823).
3. Borausiegungen der Schhndenserfaßpiliht gemäß S 825.
a) Beitimmung einer FranenSperfon zur Geitattung der außer-
‚helihen Beimohnung.
z) Der Begriff der GBeimwohnung jeßt Sereinigung der Ge{chlecht3-
‚eile, nict aber inımissio seminis voraus (vgl. Bd. IV Ben. 2, C, «
nı 8 1300, Bem. 1, a zu S 1565). ” nn
Der Anfpruch aus $ 825 ftehbt nur Frauen3Zperfouen, Diefen aber
ohne Kückjicht auf ihr Alter zu. Ob die Frauensperion ledig, ver:
heiratet, gefchieden oder verwitivet ift, Fommt nicht in Betracht, eben-
iowenig, ob fie unbelchokten ift oder nicht vgl. dagegen $ 1300 und
Bem. 2, d hiezu); daher kann beim Vorliegen der übrigen Boraus-
jeBungen auch eine Dirne (3. B. wegen Schädigung durch Infektion)
zuf Grund des 8825 Erjaß beanfpruchen (Kober in Sl. f. AU. Bd. 64
S 295, v. Lynder S. 17, Goldmann-Lilienthal S. 894 Anın. 71,
Dertmann Bem. 1, b, land Bem. 2, a; ROR.-Komm. Bem, 2).
Berfonen männlichen SGefchlecht3 ftebt ein Eriaganfipruch
wegen der durch Berkeitung zum außerehelıchen Beifchlaf ent)tandenen
Schädigung nur nach Maßgabe der 88 823, 826 zu (Dinfichtlih der
Anaben unter 14 Jahren kommt insbefondere S 823 Ubi. 2 in Vers
bindung mit $ 176 AUbf. 1 Nr. 3 StGB. in Betracht: 1. auch Bem. 11,
B, 5 zu $ 823).
db) Die Beftimmung zur Geftattung des VBeiichlafs muß erfolgt fein durch
Hinterlift, EC oder unter Mikbrauch eines Abhängig
feitaverhältni{lfe8. ;
x) Bum Begrifte der Hinterlift gehört, daß der Täter mit Borbedacht
und unter Verdedung feiner wahren Uoficht verfährt, umnı den UND
dereiteten Buftand eine8 anderen zur Verwirklichung feines Vlanes
zu benußen (ROE. in StS. Bd. 2 S. 75, Bd. 22 S. 312; vol. StOS.
58 181 Ubf. 1 Mr. 1, S 223 a und die Nommentare hiezu; ebenfo Urt.
d Reichsger. vom 5 April 1906 Sur. Wfchr. 1906 S. 352). AIS Bei-
piele wurden in der ReichStagskomm, genannt: Vorfpiegelung unwmahrer
Satfachen, einer Scheintranung, Verabreichung beraufchender Getränke
RKTIK 99. Der Umftand allein, daß die Initiative vom Manne
MASERATI ijt, genügt nicht, um „Hinterlilt“ als vorliegend anzu
ıebmen (B. IV, 696); val. Liszt, S. 39, Schollmeyer S. 224 Anm 2,
Crome 8 327 Unm. 31, Kuhlenbek Note 2, Lynder S. 22 ff, Weyl,
Berichuldensbegriffe S. 57, 469 ff. Das Schweigenmdes Mannes darüber,
aß er verbeiratet ift, in Berbindung mit einem Cheverfprechen wird
:egelmäßig als Hinterlift zu erachten fein (f. das erwähnte Urt. D.
Keichsger. vom 5. April 1906), unter Umftänden wohl auch das nicht
rnftlich gemeinte Cheverfpredhen überhaupt (vol. Planck Bem. 2, b, «,
Zcholmeyer S. 224 Anm. 2). Dagegen dürfte die Vorfpiegelung der
Bezahlung al8 Hinterlift im Sinne des S 825 nicht zu erachten fein
ebenjo Robler S_ 519; and. Ant. anidheinend Schollmeyer S. 224,
der den Erjaßanfpruch auch einer Dirne einräumen will, die durch
Zuftecung eineS falichen Hundertmarficheins zur Beivohnung beitimmt
vurde; ebenfo Dernburg S 390, IM, 2.
Drohung it die Ankündigung eine8 herbeizuführenden NebelS oder
5e8 Beftehenlaffen8 cines Ihon vorhandenen Nebels, zu defjen_BYe-
jeitigung der Drohende rechtlich verpflichtet märe MÖGE, in SiS,
8d. 14 S. 264; vol. Bd. IV Bem. 3, a zu S 1335), Aud Drobung
mit einer erlaubten Handlung (3. B. mit Eritattung einer Strafanzeige)
sällt unter S 825.
Sit die Beimohnung durch Gewalt oder durch Drohung mit
gegenmärtiger Gefahr für Leib oder Leben erzwungen
worden, fo ift der Tatbeftand des S$ 177 St®B. gegeben und daber
3 8923 bi. 2 BGB. anwendbar (f. oben Bem. 2).