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VII Abihnitt: Einzelne SchuldverhHältniffe,
Bon diefem S®rundfaße macht Sag 2 eine Ausnahme hinfihtlich Jolden
Schadens, der durch gemwijfe Haustiere verurjacht it. gr Schaden
nämlich, der durch Haustiere verurlacht wird, die dem Berufe, der Ermerbstätigfeit
oder dem Unterhalte des Tierhalters zu dienen beftimmt
and, die alfo nicht lediglich um des Vergnügens, fondern um wirtfchaftlicher
DT willen gehalten merden („Nubtiere“ im Gegenfaße zu „Surustieren“),
aftet der Tierbalter grundf{äßlig nur wegen BVBerfhuldens. Im
Änterefie des VBerlebten it aber (mie ir den Jällen der SS 831, 832, 834)
die Beweis laft infofern umgekehrt, al8 das GefeH eine Präfumtion
für da3 Berfhulden des Tierhalter und für das Vorliegen
de8 erforderlidhen Kaufalzufammenhangs aufftellt, die durch
Segenheweis entfräftet merden kann al Bem. 1 zu $ 831, Bem. 1 zu $ 832,
Ben. 1 3u S 834; |. auch 8 836 und Bem. 1, 4, b und 7 hiezu). Näheres
über 8 833 Saß 2 1. unten Bem. 7.
t. Borausfiegungen der Schadenserfabpflidht nach $ 833,
a) Der Schaden muß durch ein Tier verurfacdht fein. Ob daZ Tier wild,
gezühmt oder zahın i{t 4. 8 960 und Bem. hiezu in Bd. 111), kommt (abgejehen
von der im Sag 2 für Haustiere gemachten Ausnahme,
{. unten unter 8) nicht in Betracht, ebeniowenig, ob e8 als
„gefährlich“ oder „bösartig“ im Sinne des 8 367 Ab. 1 Yir. 11 StOB.
zu erachten ilt.
x) Unanwendbar {ft 8 833 auf den durch Bazillen angerichteten Schaden,
zwar nicht deshalb, weil ein willfürlidhes Tun bet ihnen ausgeichlofen
wäre (jo Endemann | 5 202 Anm. 11; ähnlich Hausmann in Örucdhot,
Beitr. Bd. 49 S. 286 ff. und Jofef ebenda Bd. 53 S, 30 Anm 3)
jondern weil Bazillen nach dem gegenwärtigen Stande der Naturwifjenfhaft
überhaupt nicht al8 Tiere, fondern. als Pflanzen zu
zracten jind (ebenfo Sitten a. a. D. S. 17 f., Dernburg S 396, 1,
Zrande Tierbalterhaftung S. 21, Holfeld S. 33 Anm. 1, Stierle
S, 29 ff, im Ergebnis au ROR.-Romm. Bem. 2, a;. and. Anl.
Dertmann Bem. 3, a, Matthiaß S. 416 Anın, 3, Scholmeyer S. 237,
S$arael in Sur. Widhr. 1902 S. 238 Note 1, unentfchieden Crome & 336
Anm. 5: nach Bland Bem. 2, a foll in jedem Einzelfalle durch Sachverftändige
feitzuftellen fein, ob die in Frage (ebhenden Lebewelen
Tiere find oder nicht).
Hür den durch gewije Arten von Haustieren verurfachten Schaden
greift die mildere Haftung nach Maßgabe des S 833 Sen Yilag; f.
unten Bem. 7. Neber den Begriff des HaustierS f. unten Dem. 7, b, «.
Die Behauptung vor Yfay (in Iherings IJahrb. Yd. 39
S. 313 ff), daß für Haustiere jhon auf rund des $ 833 Sab 1
eine mildere Haftung wie für gefährliche Tiere Pag greife, entbehrt
ee AN Srundlage {io mit Recht Litten, Erfabpfl. dD.
iech. S. J.
Huch der durhH Bienen ociiate Schaden fällt unter S 833 (val.
86. IL 416, %. II, 648, S. Brigl in Bl. f. RA. Bd. 66 S. 465,
Strauß in ©. Yur.3. 1903 S, 367, Pland Bem. 2, a, Crome $S 336
Anm. 6, Achilles Note 2, a, Urt. d. OLG. Karlsruhe vom 9. Juni 1905
echt 1905 S. 529), und zwar unter $ 833 Saß 1, da die Biene nicht
als Haustier erachtet werden kann (f. unten Bem. 7, b, ).
Neber Wildihaden f{. 8 835; über den durch Wild in Gehegen
entftebenden Schaden insbefondere f. Bem. 8 zu S& 835. Die bei der
Beratung des 8 833 Sag 2 mehrfach gemachten Berjuche, bet diefer
Geleaenbeit eine Wbänderung des S 835 herbeizuführen, blieben ohne
Srfolg (vgl. die in Bem. 2 erwähnten Materialien).
b) Der Schaden muß durch daS Tier verurfacht worden fein (Erfor»
dernis de3z Raujalzufammenhangs), val. Bem. Il, D und IM, D
zu S 823 fowie Borbem. IN vor & 249.
Diefje Borausfebung ift nicht Ichon dann gegeben, wenn der Schaden
ohne das Tier nidht eingetreten wäre, fondern nur, wenn der
Schaden durch eine (al8 Ausfluß der tierifchen Natur erfcdheinende) mill-Fürlihe
Handlung de3 Tieres herbeigeführt worden ift; {0
(im Gegenfaße A dem Urt. d. OLG, Naumburg vom 7. Juni 1901 Seuff.
Arch. Bd. 56 Nr. 223) die ftändige Rehtfpredhung des NeichsSs
gericht8 (Urt. vom 6. Sehruar 1902, 20. Februar 1902, 26. Februar 1903,
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