Full text : Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

25. Titel: Unerlaubte Handlungen. S 833. 1673

auch, ob daß Tier auf rund eines redhHtSwirkfamen vder nichkigen
Nechtsnefchäfts erworben morden ift (ebenfo Kohler S. 492; and. Anl. Dertmann
 Bem. 3, d, Goldmann-Lilienthal S. 913 Ann, 8). Ueber die Uns
EP EEG der 83 827—829 auf die Haftung des Tierhalter8 1. unten
Bem. 9, a.
” Erfaßpflichtig ift grundlägßlih, wer in dem Zeitpunkt, in dem die Schadens
Hiltung erfolgte, da3 Tier gehalten hat NROE. Bo. 52 S. 117). Zweifel
ergeben {ich fir die Fälle, in denen ein Tier Schaden ftiitet, nachdem e8 {ich
ber Verfligungsgewalt des bisherigen Galters entzogen bat. Daß die
DHaftımg des Tierhalter8 nicht {hon in diejem Augenblick endigt, Ddürite
unbeftreitbar fein; die Beendigung der Haltung wird vielmehr erft Plaß
greifen, wenn das Tier entweder von einem anderen aufgenommen if oder
jeine natürliche Freiheit wiedererlangt hat. Demgemäß haftet aus & 838
ber Beliber eines entlaufenen Bären, als diefer auf der Ilucht einen feiner
Verfolger zerreißt, nicht aber, wenn der Bär in einem benachbarten Walde
Unterfchlupt findet und von dort aus Raubzlüige unternimmt; felbftverftändlich
fan aber die Haftung des früheren Halter8 au8 anderem Rechtsgrunde
2 B. wegen nachläffiger Verwahrung: 1. insbef, S 823 Abf. 2 in Ber:
Dindung uut $ 367 Ubi. 1 Nr. 11 StB.) begründet jein GhnlihH Neumann
Yote 3, b, Crome 8 336 Anm. 14, Dernburg & 396, IV, 1, Frande, Tierbalterhattung
 S. 42; and. An]. Say in Yherings Jahrb. Bd. 39 S. 817 ff.). Die
leihen Grundfäge gelten, wenn das Tier durch die Handlung eines Menichen
3. 3. durch Diebhitahl) dem bisherigen Halter entzogen wird Cbal. Wland
Bent. 6). Bal. übrigens audh S& 960 mit Bem.
Kein „Halten“ im Sinne des $ 833 it natürlich das Behaftetfein mit
Tieren (3. 5. Ungeziejer); eben1o DÖertmann Bem. 4, a, d, Ruhlenbeck Note 3,
Vitten Si 112 Hin
Halten mehrere ein Tier gemeinfbhaftlidh, 1o haften fie fämtlih nad
Maßgabe des S& 833 und zwar al8 Gejamt{ihuldner (SS 830, 840 Hbf. 1;
]. auch $ 840 Ab]. 3; val. Me. IL 814, fühl. ©B. S 1564; ebenfo Planck
Bem. 7, Sicher-Genle Note 8, DVertmann Bem, 4, c, Litten ©, 158 ff.
Crome S. 1064, Achilles Note 2, c, Neumann Note 5, Urt. d. Meichsger,
vom 23. März 1905 RGE. Bd. 60 S. 315, Urt. d. DLS, Celle vom 10. Iuni
1902 Nipr. d. DOL®, Bd. 5 S. 250 ff.; and. Anf. Ifay a. a. DO. S. 319).
Hinfichtlih des Anfprudhs auf Ausgleichun ent/dheidet das
gwifhen den mehreren Tierhaltern beftehende Yecbtzverhältnis (Neumann
ote 3, a,) nicht etwa S 840 YUbf. 3 (f. Urt. d. Reichsger. vom 24. November
1902 ROGE. Bd. 53 S. 123).
Sit der Schaden durch das Zufammenmwirken mehrerer
Tiere herbeigeführt worden, fo haften ebenfalls dem Verlepten fämtliche
Tierhalter al3 Gefamtihulduer; für ihr Merhältnis zueinander
;ft 8 426 maßgebend, mobei die Zahl der von jedem Tierhalter gehaltenen
Tiere enticheidenDd fein dürite (vgl. das intereffante Urt. d. DL®. Stuttgart
vom 28, September 1906 Nfpr. d. DLS. Bd. 14 S. 45 ff. und diezu Krück
mann in SXheringSs Sahrb. Bd. 55 S. 186 ff, ferner Urt. d. Iteichsger.
vom 5. März 1906 Sruchot, Beitr. Bd. 50 S. 973 fF. und Urt. d. VIG.
Koito vom 18. Dezember 1908 Ripr. d. OLG. Bd. 18 S. 83 ff).
Daß auch eine juriitifhe Perfon Tierhalter fein ann, Iteht außer
Zweifel; binfichtliH der Gefell{chaft 1. oben S. 1294 Bem. HI m 8 714.
Heber die Anwendbarkeit des S 833 Saß 2 auf eine iuriltifhe Berion 1.
unten Bem. 7, b, 8, v7.
Sit ein Tier Befiandteil des ejamtgut8, fo ift al8s Tierhalter regel»
mäßig nur der Mann, nicht auch die Fran anzufehen (ebenfo ROR.-Romm.
 Bem. 4; vgl. Urt. d. OLG. Köln vom 23. Januar 1908 Itecht 1908
S. 164 ff.} and. Anf. Dertmann Bem. 4,a, d). Das gleiche gilt, wenn das Tier
beim ®üteritande der eheherrlihen Verwaltung und Nußnießung zum e _ngebrachten
 @ute gehört (ebenfo Yertmann und NGR.-Komm. a. a. D.).
5. Inhalt und Umfang des Erfaganipruchs.
Bu erfeßen ijt gemäß S 833 nur derjenige Schaden, der aus der Zötung eines
Menfhen, der Verlebung des Körper oder der Gefundheit eines Menfchen oder der Be-‚häbigung
 einer Sache entiteht; im Übrigen find für den Snbhalt und Umfang des Erjaßanfpruchs
 die allgemeinen Vorfchriften der SS 249 ff. maßgebend.
a) Ueber Schadenserfaß bei Tötung oder Verlegung des Körpers vder
der Geiundheit eines Menichen f. Bem. IL, A, 2, b zu S 823, fomwte

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